Hornissen werden weiter erforscht

Grusel-Fund: Experten rücken mit Schutzanzügen an und machen kurzen Prozess

US-Wissenschaftler haben ein Nest von asiatischen Riesenhornissen entfernt. Ihr schlechter Ruf als „Bienen-Killer“ eilt den Tieren voraus - nun sollen sie weiter erforscht werden.

  • Mörder-Hornisse“ oder „Bienen-Killer“ - diese Bezeichnung gilt der asiatischen Riesenhornisse.
  • Wissenschaftler aus den USA konnten nun ein Nest der Insektenart unschädlich machen.
  • Experten warnen vor der asiatischen Riesenhornisse: Gerade Allergiker sollten sich von ihnen fernhalten!

München / Olympia (Washington) - Mitarbeitern des Landwirtschaftsministeriums von Washington (Washington State Department of Agriculture; WSDA) gelang es, ein Nest der asiatischen Riesenhornisse zu beseitigen. Es ist das erste Nest, dass in den USA entfernt wurde. Die Forscher haben die Vermutung, dass es noch weitere Nester gibt.

Räumungsarbeiten mit Schutzanzug, Sauger und Folie - US-Forscher entfernen Hornissennest

Am 22. Oktober 2020 wurde das Nest auf einem Privatgrundstück entdeckt und den Behörden gemeldet. Schon zwei Tage später, am 24. Oktober konnte die Entomologen (Insektenforscher) das Nest und die darin befindlichen Hornissen von dort entfernen. Insgesamt sollen 98 Arbeiterinnen von den Forschern gefangen worden sein: 85 während des Absaugens und 13 außerhalb des Nestes.

Gegen 5.30 Uhr am Morgen begannen die „Räumungsarbeiten“ - in speziellen Anzügen, mit einem besonderen Sauggerät und einer Menge Folie. Der leitende Entomologe Sven Spichiger berichtete folgendes über die Aktion: „Die Entfernung verlief sehr reibungslos, obwohl unser ursprünglicher Plan angepasst werden musste, da sich das Nest eher in einem Baum als im Boden befand.“

In den USA wurde ein Nest von asiatischen Riesenhornissen gefunden und entfernt.

Wissenschaftler beseitigen Nest von „Bienen-Killer“ - und saugen 85 Hornissen ab

Die Experten umwickelten den betroffenen Baum fest mit Folie und ließen nur eine Stelle offen. Dort wurden überflüssige Öffnungen mit Schaum verschlossen. Danach wurde der Hornissen-Sauger in Position gebracht. Nachdem die Tiere erst nur vereinzelt reagiert hatten, fingen die Wissenschaftler an den Baum abzuklopfen und die asiatischen Riesenhornissen aus ihrem Nest zu treiben. So wurden insgesamt 85 Tiere abgesaugt. 13 weitere wurden mit Netzen gefangen.

Nachdem die meisten Tiere den Baum verlassen hatten und keine mehr herausgesaugt werden konnten, wurde das Nest mit Kohlenstoffdioxid gefüllt, um verbleibende Hornissen zu betäuben oder zu töten.

Asiatische Riesenhornissen in den USA gefangen - nun sollen sie der Forschung dienen

Da diese als Gefahr für die heimischen Bienenpopulationen gesehen werden, war dies ein gängiges Mittel. Wegen dieser Gefahr wird dem Tier auch die Bezeichnung „Bienen-Killer“ gegeben. Zum Ende der Arbeiten wurde auch die letzte Öffnung mit Schaum versiegelt. Der Baum soll jedoch gefällt werden, um zu überprüfen, wie groß das Nest genau war und ob einzelne Tiere überlebt haben.

Auf der Facebook-Seite des Landwirtschaftsministeriums heißt es, dass alle 85 abgesaugten Tiere überlebt haben und diese für weitere Untersuchungen genutzt werden sollen. Die WSDA bedankte sich darüber hinaus bei den Inhabern des privaten Grundstücks und generell bei denjenigen, die Sichtungen der asiatischen Riesenhornisse dem Ministerium melden.

Die asiatische Riesenhornisse: Bedrohung für Bienen, andere Insekten - und Menschen

Die asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia) ist die größte Hornissen-Art der Welt. In den USA wurde sie das erste Mal im Dezember 2019 gesichtet. Doch was macht die asiatische Riesenhornisse aus?

  • „Bienen-Killer“ oder „Mörder-Hornisse“? Asiatische Riesenhornissen greifen vor allem Honigbienen an. Sie enthaupten die kleineren Tiere und übernehmen das Nest der ausgelöschten Bienenkolonie. Der Nachwuchs der Bienen dient den Hornissennachwuchs als Futter.
  • Angriffe auf Menschen oder Haustiere finden nicht grundlos statt, sondern nur, wenn sich die Hornissen bedroht fühlen.
  • Das Gift einer asiatischen Riesenhornisse ist giftiger als das einer Honigbiene, während der Stachel größer ist und die Hornisse mehrfach zustechen kann.
  • Experten warnen besonders Allergiker davor, in die Nähe von asiatischen Riesenhornissen zu kommen.
  • Auch Imker, die mit Honigbienen arbeiten, sollen nicht auf ihre Schutzanzüge vertrauen. Diese bieten keinen Schutz vor dem Stachel der asiatischen Riesenhornisse.
  • Nester oder Kolonien sollen und dürfen nicht eigenmächtig entfernt werden. Man sollte immer einen Fachmann zurate ziehen.

In Deutschland gibt es noch keine bestätigte Sichtung der asiatischen Riesenhornisse, dafür aber der asiatischen Hornisse. Diese ist jedoch kleiner und hat durch fehlendes Interesse an menschlichen Getränken oder Speisen wenig Berührungspunkte mit dem Menschen. (jey)

Rubriklistenbild: © Montage Merkur.de: Sheri Hartman/Washington State Dept of Agriculture

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