„Kann doch nicht wahr sein“

Dreiste Unfall-Gaffer auf Autobahn - Radio-Moderator rastet aus: „Herz rast vor Wut“

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Gaffer erschweren den Rettungskräften oft den Zugang zu einem Unfallort. (Symbolbild)

Nach einem Unfall auf einer Autobahn versuchten dreiste Gaffer einen Blick zu erhaschen. Einen anwesenden Radiomoderator brachte die Aktion zur Weißglut.

Schwerte - Nach einem Verkehrsunfall Unfall auf der A1 in Richtung Köln versuchten dreiste Gaffer mit schier unglaublichen Aktionen mehr von dem Geschehenen zu sehen. Einem anwesenden Radio-Moderator platzte daraufhin der Kragen und er ließ seiner Wut im Netz freien Lauf.

Christian Terhoeven ist eigentlich als WDR4-Moderator bekannt. Am Dienstag erlebte er nach einem Unfall auf der A1 auf dem Nachhauseweg live mit, wie dreist manche Gaffer bei Unfällen vorgehen. Er schilderte das Geschehen äußerst bildlich in einem Facebook-Post: „Auf der A1 bei Schwerte in Richtung Köln bremst vor mir alles scharf, ich sehe noch Trümmer auf der Fahrbahn umher fliegen“, beginnt Terhoeven seine Situationsbeschreibung. 

Gaffer „fahren im Schrittempo über Trümmer“

Sein Vordermann sei anschließend direkt nach links gezogen, um eine Rettungsgasse zu bilden, er habe sich angeschlossen, schreibt er weiter. Noch sei nicht zu erkennen gewesen was genau passiert sei, allerdings ahnt der Moderator Böses, da „weiter vorne (...) Menschen panisch auf der Fahrbahn“ liefen.

Dann passiert das schier Unfassbare: „Noch bevor der Rettungsdienst und die Polizei kommen, schert rechts neben mir ein Typ im Mercedes aus. Drin sitzen drei Männer, sichtlich den Hals reckend.“ Dann erkennt Terhoeven, was die Insassen vor haben und schreibt in Großbuchstaben: „Die Typen FAHREN WIRKLICH IM SCHRITTTEMPO ÜBER DIE TRÜMMER. Andere folgen. Halten dabei nach Details Ausschau.“

Radiomann: „Herz rast vor Wut“

Er habe „wie wild“ gehupt, schreibt der Moderator, bis ihm klar geworden sei: „Die fahren nicht nur in die Gasse, die wollen erstmal gaffen und dann weiter bevor die A1 offiziell gesperrt wird“.

Doch dies sei noch nicht alles gewesen, berichtet er weiter. Nach dem Eintreffen von Polizei, Feuerwehr und Notarzt seien „Unfalltouristen von hinten entspannt nach vorne“ geschlendert, „für die bessere Sicht“. 

Zu einem Bild von der Stau-Situation fasst Terhoeven seinen Gemütszustand über das Gesehene so zusammen: „Ich bin ganz ehrlich, mein Herz rast gerade vor Wut! Wie degeneriert sind wir inzwischen eigentlich?“ Am Ende meint der Moderator: „Das kann doch alles nicht wahr sein.“ Ein jüngeres Beispiel für schamlose Gaffer ist dieser erschreckende Fall aus Bremen, über den nordbuzz.de* berichtete.

Unterdessen sind Sanitäter in Niedersachsen selbst zum Opfer des Patienten geworden, dem sie kurz zuvor noch halfen. In Hildesheim bei Hannover endete ein Eifersuchtsdrama mit einem tödlichen Audi-Q7-Unfall, wie nordbuzz.de* berichtet.

Bei einem anderen Unfall verunglückten zwei Biker mit dem Motorrad bei Vechta nahe Bremen, wie nordbuzz.de* berichtet.

Nach einem Schock-Video von Gaffern wurde auch in der Politik über mögliche drastische Strafen für die Unfall-Schaulustigen diskutiert, wie merkur.de* berichtete. In einem anderen Fall wurde ein Polizist für seinen Umgang mit Gaffern von vielen Menschen gefeiert.

Eine Frau ist bei einem Unfall in Mönchengladbach ums Leben gekommen. Vor Ort waren auch Gaffer, die die Arbeit der Rettungskräfte behinderten.

In Dortmund hat ein Audi-Fahrer in einer Rettungsgasse gewendet - ein Feuerwehr-Sprecher dokumentierte den Vorfall mit einem Foto.

rjs

*merkur.de und nordbuzz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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