Hochgefährlich

Waffennarr von Oppenau: Furchtbare Parallelen zu Fall in Österreich - zwei Polizisten und ein SEK-Beamter tot

Oppenau Schwarzwald Yves Rausch
+
Oppenau: Beamte der Bereitschaftspolizei stehen vor einer Mehrzweckhalle.

Die Suche nach Yves Rausch im Schwarzwald: Ein Polizeichef kritisiert Spott an den in Oppenau entwaffneten Beamten. Eine Parallele aus Österreich zeigt die ganze Gefahr, die durch Waffennarren auf Polizisten ausgeht.

  • Oppenau (Schwarzwald)*: Yves Rausch* ist weiter flüchtig und schwer bewaffnet.
  • Die Polizei Baden-Württemberg sucht mit einem Großaufgebot nach ihm - Häme und Spott für die entwaffneten Beamten im Internet.
  • Ein Fall aus Österreich zeigt die ganze Gefahr für Polizisten durch Waffennarren auf der Flucht.

München/Oppenau/Annaberg - Die Polizei Baden-Württemberg lässt keinen Zweifel - dieser Mann ist hochgefährlich: Yves Rausch, 31 Jahre alt, 1,70 Meter groß, Waffennarr.

Unter Hochdruck suchen Spezialeinsatzkräfte und Bereitschaftspolizei bei Oppenau im Schwarzwald* nach dem flüchtigen Täter, der vier Polizisten bei einer geplanten Festnahme mit einer Pistole bedroht und entwaffnet hatte.

Yves Rausch im Schwarzwald auf der Flucht: Festnahme in Oppenau misslang

Dass die Festnahme missglückte, rief laut Reinhard Renter im Internet auch Spott und Häme für die Polizisten nach sich. 

„Sie haben alles richtig gemacht. Das höchste Gut ist unser Leben“, erklärte der Polizeipräsident von Offenburg dazu: „Es kann sich niemand in eine solche Situation einfinden. Ich bin verärgert.“

Verärgert auch deshalb, weil Kritiker den Ernst der Lage durch den weiterhin flüchtigen Yves Rausch unterschätzen?

Wie gefährlich Waffennarren unter Druck selbst für die ausgebildete Polizei sind, belegt ein furchtbarer Fall aus Niederösterreich vom 17. September 2013.

Oppenau im Schwarzwald: Schlimme Parallelen zum „Wilderer von Annaberg“

Kaum ein Kriminalfall erschütterte die Alpenrepublik in ihrer jüngeren Geschichte derart wie der sogenannte Mehrfachmord von Annaberg. Der Täter, der „Wilderer von Annaberg“, Alois Huber, versuchte sich seinerzeit einer Polizeikontrolle zu entziehen.

Auf seiner Flucht erschoss der Jäger nahe der Kleinstadt Melk daraufhin drei Polizisten, darunter einen Beamten der Cobra, der landesweiten österreichischen Spezialeinheit, sowie einen Sanitäter. 

Das war passiert: Die Polizei suchte in Niederösterreich und in der Steiermark nach einem Wilderer, der unerlaubt zahlreiche Hirsche getötet haben soll. Huber, der mutmaßliche Täter, durchbrach eine Straßensperre der Cobra bei Annaberg.

Mehrfachmord von Annaberg: Wilderer erschoss drei Polizisten und einen Sanitäter

Als Huber bei der anschließenden Verfolgungsjagd mit seinem PKW von der Straße abkam, eröffnete er sofort das Feuer auf die Polizisten. 

Laut Tageszeitung Kurier schoss er bei seiner Tat mit einem Sturmgewehr Stg 77, einer Waffe mit hoher Durchschlagskraft.

Spuren eines Einsatzes: ein Streifenwagen der österreichischen Polizei mit zerschossener Scheibe nach dem Mehrfachmord von Annaberg im September 2013.

Ein Cobra-Beamter wurde tödlich getroffen, ein Kollege schwer verletzt. Als ein Sanitäter aus einem herbeigeeilten Rettungswagen dem verletzten Polizisten zu Hilfe kommen wollte, erschoss der „Wilderer von Annaberg“ auch den Sanitäter des Roten Kreuzes. Es blieb hochdramatisch.

Bei seiner weiteren Flucht traf Huber in einem Wald auf einen weiteren Streifenwagen. Wieder eröffnete der Waffennarr sofort das Feuer. Beim anschließenden Feuergefecht tötete Huber, der Berichten zufolge im Bauch angeschossen wurde, beide Polizeibeamte.

Wilderer von Annaberg: Die Polizei brauchte sogar Schützenpanzer

Szenen wie im Film. Huber verschanzte sich anschließend in seinem Bauernhof bei Großpriel, wo er von einem Großaufgebot der Polizei gestellt wurde. 

Sogar Schützenpanzer des Bundesheeres kamen zum Einsatz, weil Huber laut Medienberichten immer wieder mit seinem Sturmgewehr auf die Polizei geschossen habe.

Schauplatz eines grausamen Verbrechens: ein Hof bei Annaberg in Niederösterreich.

Die Cobra entdeckte schließlich den verkohlten Leichnam des mutmaßlichen Täters, als sie den Hof am späten Abend stürmte. Die traurige Bilanz: fünf Tote, darunter drei Polizisten und ein Sanitäter.

Yves Rausch im Schwarzwald: Polizist von Oppenau schildert von Todesangst

„Die Situation war für mich sehr bedrohlich, er hatte die Waffe auf mich gerichtet. Ich habe jederzeit damit gerechnet, dass er auf mich schießen könnte und ich in dieser Hütte sterbe“, zitierte die Staatsanwaltschaft in Oppenau einen der Beamten, dem von Yves Rausch die Pistole abgenommen wurde.

Der Waffennarr vom Schwarzwald ist weiter auf der Flucht. Und die baden-württembergische Polizei durchkämmt die Wälder unter Hochdruck nach ihm - sich der Gefahr immer bewusst. (pm) *merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare