Urlaubs-Heimat verwehrt

Corona auf Mallorca: „Unfair“ - Ministerpräsidentin sauer auf deutsche Reisewarnung

Für Mallorca, die Lieblingsinsel der Deutschen, gilt nun eine Reisewarnung. Die zuständige Ministerpräsidentin hält nicht viel von dieser Entscheidung.

Update vom 16. September, 11.37 Uhr: Die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol räumte nun offiziell ein, dass die Sieben-Tage-Inzidenz auf den Balearen deutlich höher liegt, als bisher kommuniziert.

Update vom 21. August, 14.01 Uhr: Fast ganz Spanien gilt als Corona-Risikogebiet. Lediglich die Kanarischen Inseln sind von der Einstufung des Robert Koch-Instituts (RKI) ausgenommen. Nicht nur Urlauber ärgern sich über diese Tatsache. Vor allem die Menschen vor Ort sind durch die Einstufung betroffen.

Trotz Corona auf Mallorca Urlaub machen? Ministerpräsidentin der Balearen äußert sich zur deutschen Reisewarnung

Francina Amengol, Ministerpräsidentin der Balearen, erklärte im Interview mit Bild, wie sie die Situation bewertet. An sich respektiere sie die Entscheidung der Deutschen Regierung, aber: „Das deutsche Kriterium für die Entscheidung, die Reise auf die Balearen nicht zu empfehlen (Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen), spiegelt nicht die tatsächliche Gesundheitssituation auf den Inseln wider, sondern zeigt vielmehr eine bessere Kontrolle des Virus durch unser Gesundheitssystem.“

Die Balearen gehörten zu den Regionen mit der höchsten Rückverfolgungs-Kapazität des Landes und seien auch eines der Gebiete, die die Zahl der PCR-Tests am stärksten erhöht hätten, so Armengol gegenüber Bild (hinter Bezahlschranke). Auf die Nachfrage, ob die Reisewarnung übertrieben sei, antwortete die Ministerpräsidentin: „Je mehr man verfolgt und je mehr Tests man durchführt, desto mehr Fälle findet man und desto mehr Kapazität hat man, neue Fälle früher zu entdecken und sie somit schneller zu isolieren. Man muss bedenken: 50 Prozent der entdeckten Fälle sind Fälle ohne Symptome.“

Ministerpräsidentin Mallorcas: Reisewarnung verwehrt deutschen Urlaubern „Heimat“

Armengol erklärte zudem, dass Spanien früh Präventionsmaßnahmen ergriffen habe: „Wir waren die Ersten, die das Nachtleben einschränkten. Wir haben Saufgelage im Freien verboten. Und wir haben die Einrichtungen an den Straßen geschlossen, in denen in Gruppen übermäßig Alkohol konsumiert wurde, um Verhaltensweisen zu vermeiden, die die Gesundheit aller gefährden.“

Des Weiteren führte Armengol aus, dass die Einstufung nachteilig für den spanischen Tourismussektor sei. Aber „auch unfair gegenüber alle den deutschen Bürgern, die jedes Jahr nach Mallorca kommen, unserer Insel jeden Sommer treu sind, unsere Region lieben und die Balearen und Mallorca als ihre Heimat empfinden“.

Corona auf Mallorca: Regierung verschärft erneut Maßnahmen - bittere Pille für Partyvolk und Fußballer

Update vom 18. August, 10.04 Uhr: Die Regierung von Mallorca verschärft angesichts steigender Infektionszahlen die Corona-Maßnahmen. Nun werden Partyboote und Pool-Feste verboten. Regionalpräsidentin Francina Armengol sagte, dass Partyboote nicht mehr auslaufen dürften und Feste neben Swimmingpools streng tabu seien. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Auch Kontaktsportarten wie Fußball sind für die kommenden 15 Tage untersagt. Sportliche Wettbewerbe dürften sogar bis zum 1. Oktober nicht mehr ausgetragen werden, so der Bericht weiter.

Die Reihe neuer Maßnahmen, die von der Landesregierung beschlossen wurde, tritt am Dienstag in Kraft, wie costanachrichten.com* berichtet.

Corona auf Mallorca: Strengere Regeln für Urlauber sorgen für Proteste

Update vom 17. August, 20:08 Uhr: Weil die Corona-Regeln für Mallorca-Urlauber noch strenger wurden, haben Beschäftigte und Unternehmer, die auf der spanischen Insel vom Tourismus leben, protestiert. Wie die Tagesschau berichtet, gingen Menschen in Calvià auf die Straßen. Sie forderten mehr Unterstützung vom Staat in der Corona-Krise.

Mit der Deklarierung der Insel als Risikogebiet kommen weniger Urlauber nach Mallorca und viele, die in der Tourismusbranche tätig sind, fürchten um ihre Existenz. Die Demonstranten führten Plakate mit sich, auf denen unter anderem zu lesen war: „Wenn uns Corona nicht tötet, bringt uns der Hunger um“ oder „Wir lieben Touristen und haben ein Recht auf Arbeit“.

Corona-Reisewarnung: CDU-Experte mit folgenschwerer Forderung

Update vom 17. August 2020, 12:15 Uhr: Nachdem das RKI für Mallorca eine Reisewarnung ausgesprochen hat, geht der Bundestagsabgeordnete und Reiseexperte Christoph Ploß (35) von der CDU noch einen Schritt weiter: Er fordert sogar ein Reiseverbot für die Lieblingsinsel der Deutschen. Es könne nicht sein, dass „bald wieder zahlreiche Schulen geschlossen und Betriebe heruntergefahren werden müssen, weil zu viele in Risikogebiete reisen“, wird Ploß von der Bild-Zeitung zitiert. Auch Reisen in andere Urlaubsziele, die als Risikogebiet gelten, sollten seiner Ansicht nach nicht mehr stattfinden dürfen. „Urlaubsreisen nach Mallorca und zu anderen Risiko-Zielen sollten angesichts der steigenden Infektionszahlen untersagt werden“, so Ploß.

CDU-Bundestagsabgeordneter Christoph Ploß würde Mallorca-Reisen am liebsten verbieten. (Archivbild)

Für die Reisebranche wäre die Umsetzung eines Reise-Verbots ein harter Schlag. Schon jetzt hat Mallorcas Tourismus mit den Folgen der Reisewarnung zu kämpfen.

Corona-Reisewarnung für Mallorca: Lufthansa erklärt weiteres Vorgehen

Update vom 16. August, 20.05 Uhr: Trotz der ausgesprochenen Reisewarnung für Spanien und die Balearen plant die Lufthansa weiter Flüge ins Land und auf die Inseln im Mittelmeer. Die Bild zitiert einen Konzern-Sprecher: „Lufthansa und Eurowings fliegen auch weiterhin nach Spanien - inklusive Mallorca.“ Es gebe weiter eine gute Auslastung auf diesen Flügen. Pro Woche würden „allein 180 Flüge aus Deutschland nach Palma" abheben. Dies entspreche 36.000 Passagieren.

Update vom 16.August, 14.22 Uhr: Am Flughafen Stuttgart müssen Reiserückkehrer aktuell viel Geduld mitbringen. Zurückgekommene Passagiere, vorwiegend aus Spanien, mussten teils Schlange vor dem Corona-Testzentrum stehen. Zwar sei es in der Regel vergleichsweise zügig gegangen, teilte ein Flughafensprecher mit. Wenn aber mehrere Maschinen gleichzeitig ankamen, hätten die Reisenden schon mal bis zu einer Stunde warten müssen. Allein am Sonntag (16. August) gab es dem Sprecher zufolge 14 Abflüge nach Spanien (ohne die Kanaren) und 13 Ankünfte von dort - darunter elf Ankünfte aus Palma/Mallorca.

Der Andrang am Corona-Testzentrum des Flughafens habe sich am Wochenende verdoppelt: Waren es sonst etwa 1000 Menschen täglich, die sich dort testen ließen, kamen nun am Samstag und Sonntag je 2000. Seit einer Woche gibt es Teststationen an den drei Flughäfen in Stuttgart, Friedrichshafen und am Airport Karlsruhe/Baden-Baden.

Auch die Coronazahlen in Italien sind gestiegen. Das Land ergriff sofort einschneidende Maßnahmen.

Trotz Corona-Reisewarnung für Mallorca: Jetzt auch üble Test-Panne in Berlin? - 170 Rückkehrer bleiben im Unklaren

Update vom 16. August, 09.16 Uhr: Hat es nach dem Test-Fiasko in Bayern nun auch in Berlin eine Panne beim Thema Corona-Tests gegeben? Betroffen sind dort einem Bericht zufolge Reiserückkehr aus Mallorca. 170 Passagiere, die am Freitagabend (14. August) am Berliner Flughafen Tegel aus einer Easyjet-Maschine stiegen, sind laut der Bild nicht auf das Coronavirus getestet worden - obwohl das Robert-Koch-Institut Mallorca bereits zum Risikogebiet erklärt hatte.

Grund für die Test-Panne war offenbar die Uhrzeit: Am Flughafen war es nach der Landung gegen 20.30 Uhr nicht mehr möglich, einen Test zu machen. Offiziell sollte das medizinische Personal allerdings bis 21 Uhr bereitstehen. Geleitet wird der Test-Bereich am Flughafen von der Bundeswehr und zivilen Helfern. Doch diese hatten laut dem Blatt bereits zusammengepackt gehabt oder gesagt, dass keine Teststäbchen mehr vorhanden seien. Sämtliche Reiserückkehrer aus dem Mallorca-Flieger fuhren ungetestet nach Hause. Auch hier könnten nun als Reisende ohne Wissen um eine mögliche Erkrankung zuhause ankommen.

Corona-Reisewarnung für Mallorca: Spahn mit überraschender Auslegung - Hoffnung für Urlauber

Update vom 15. August, 20.41 Uhr: Nach der für ganz Spanien ausgesprochenen Reisewarnung hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sein Vorgehen im TV verteidigt und deutschen Touristen ein Hintertürchen für den Urlaub in dem südeuropäischen Land geöffnet. Es sei „nötig gewesen, eine Reisewarnung auszusprechen, das ist aber kein Reiseverbot“, sagte Spahn den ARD-tagesthemen.

„Ich weiß, wie viele deutsche Urlauber Spanien als Urlaubsland, Mallorca als Urlaubsziel lieben. Und wie sehr sie sich auf diese Reise gefreut haben“, meinte Spahn. Auch diejenigen Menschen, die sich bereits in Spanien befinden, könnten „gerne den Urlaub fortsetzen“, sollten aber „wachsam sein“ und Hygiene- und Abstandsregeln konsequent einhalten.

Zudem lehnte es der Gesundheitsminister ab, dass Coronatests für Deutsche kostenpflichtig werden, die sich trotz Reisewarnung in ein entsprechendes Land begeben. Reiserückkehrer sollten sich weiterhin kostenlos einem Test auf COVID-19 unterziehen können, „weil ich möchte, dass sie sie wahrnehmen“, erklärte Spahn. Andernfalls würden diese vermieden werden. 

Mallorca: Corona-Zahlen steigen - Baleareninsel von deutscher Reisewarnung geschockt

Update vom 15. August, 18.55 Uhr: Die Balearen trifft die Reisewarnung aus Deutschland hart. Vor allem um die Wirtschaft sorgt man sich nun. Nach der Reisewarnung gab es deshalb bereits zahlreiche Reaktionen, wie die Mallorca-Zeitung berichtet. Die balearische Landesregierung will demnach weiter mit den touristischen Märkten zusammenarbeiten. So wolle man einen „sicheren Korridor“ zwischen Mallorca und den wichtigsten Touristen-Ländern wie Deutschland schaffen.

Weitere Corona-Maßnahmen sind offenbar aktuell nicht geplant. Auch, weil die Regionalregierung bereits in den vergangenen Wochen etliche Beschränkungen, wie die Maskenpflicht, Hygieneauflagen für Restaurants oder die Schließung von Tanzlokalen auf den Weg gebracht hatte. Nun soll die Einhaltung dieser Maßnahmen demnach nur durch verstärkte Kontrollen überwacht werden.

Mallorca: Corona-Zahlen steigen - Aktuell 114 Personen im Krankenhaus

Die Situation auf Mallorca sei trotz steigender Corona-Zahlen unter Kontrolle, hieß es von der Landesregierung. Am Freitag meldeten die Balearen 134 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Am Donnerstag waren es nach Angaben des Mallorca-Magazins mit 264 Fällen noch fast doppelt so viele gewesen. Die Gesamtzahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4285 Fälle.

Nach Behörden-Angaben seien die Fälle nun zwar wieder gestiegen. Allerdings sei die Situation nicht mit der zu Beginn der Pandemie vergleichbar, da das Gesundheitssystem wesentlich weniger stark belastet werde. So hätten zwischen 70 und 90 Prozent der Infizierten keine Symptome. Insgesamt würden aktuell 114 Personen im Krankenhaus wegen einer Corona-Infektion behandelt. 35 davon allerdings nur, weil sie zu Hause nicht isoliert werden könnten.

Corona: Mallorca reagiert geschockt - Spahn bleibt rigoros und hat „einschneidende“ Botschaft für Rückkehrer

Mallorca/München - Die am Freitag ausgesprochene Reisewarnung für die balearischen Inseln - darunter Mallorca - hat bereits jetzt Auswirkungen auf Touristen und die örtliche Gastronomie. Rund 30.000 Menschen aus Deutschland dürften sich laut Deutschem Reiseverband derzeit auf den Balearen befinden, die weitaus meisten darunter auf Mallorca.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Verständnis für deren Sorgen - aber steht klar hinter der Reisewarnung:

Doch nicht nur die Reisewarnungen, sondern auch die neu von der spanischen Regierung eingeführten Maßnahmen dürften den Urlaub vor Ort verändern - auch die spanische Regierung verschärft die Regelungen zur Eindämmung der Pandemie wieder.

Reisewarnung für Mallorca: Was Urlauber jetzt erwartet - Sorge um Rückflüge

Liest man Facebook-Gruppen zu Mallorca, dann scheint man vor Ort abseits der geltenden Hygienevorschriften nicht viel von Corona zu bemerken - es ist sogar zu lesen, dass es in Mallorca ruhiger zugeht als in Deutschland. Die Sorge der Reisenden gilt vor allem den Rückflügen: Ist es sicher, dass man die Insel verlassen kann, wenn man jetzt noch zu einem Urlaub aufbricht?

Der Reiseveranstalter TUI hat nach eigenen Angaben "schweren Herzens" alle Pauschalreisen bis zum 24. August bereits storniert - und fordert die auf der Insel Verbliebenen dazu auf, binnen sieben Tagen zurückzukehren - für Pauschalreisende sind die Umbuchungen kostenlos. Anders sieht es aus für Individualreisende - vor Ort und noch in Deutschland - sie müssen sich selbst um Reiseänderungen* und eventuelle Stornogebühren kümmern. Am Dienstag wollen die Reiseveranstalter die Lage neu bewerten - bis dahin gehen Experten davon aus, dass weitere Flüge gestrichen werden könnten: Also auch der geplante Rückflug..

Weitere Vorhersagen sind aktuell noch gar nicht möglich - denn die Lage kann sich jederzeit wieder ändern. „Wer Mallorca für die Herbstferien gebucht hat, kann nicht gleich morgen seine Reise kostenlos stornieren“, sagte die Juristin für Reiserecht, Sabine Fischer-Volk der dpa.

Reisewarnung für Mallorca: Steigende Infektionszahlen, aber fast nur leichte Fälle?

In Zahlen sieht das Infektionsgeschehen* vor Ort derzeit so aus: Laut Mallorca-Zeitung haben die Balearen derzeit 1506 aktive Coronavirus-Fälle registriert und damit 134 mehr als am Vortag. Nur auf Mallorca würden derzeit 122 Menschen in Krankenhäusern behandelt, davon 17 auf Intensivstationen - die meisten der Fälle verliefen symptomlos* oder mild.

Doch auch ein Anstieg an leichten Fällen kann tückisch sein: Für die spanische Regierung sind die landesweit steigenden Infektionszahlen Grund genug, wieder stärkere Maßnahmen einzuführen. Und die dürften sich auch auf das Urlaubsgefühl 2020 auf Mallorca auswirken: Seit 14. August müssen Bars und Diskotheken wieder schließen, Restaurants dürfen bis 1.00 Uhr nachts geöffnet bleiben. Und auch Raucher müssen sich umstellen: Im Freien darf nur geraucht werden, wenn der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden kann.

Reisewarnung für Mallorca: Mehr Einbrüche in Bars - verändert sich die Insel komplett?

Besonders für die Gastronomie - die auch von deutschen Auswanderern betrieben wird - dürften die aktuelle Situation gravierende wirtschaftliche Auswirkungen* haben. Wie die Wirtin der Krübel-Stadels auf Bild.de berichtet, geht die Existenzangst wieder um. Sie befürchtet, dass der "Winter eine Katastrophe" werden könne, besonders vor Einbrüchen hat sie Angst. So sei auch in den vergangenen Tagen wieder bei ihr eingebrochen worden.

Wie viele der Bars und Diskotheken mit Kultstatus also die nächste Zeit überstehen, ist völlig offen. In der Facebook-Gruppe wird allerdings bereits vom Saison-Opening 2021 geträumt. Das Coronavirus könnte tödlicher als das Virus der spanischen Grippe sein, meinen US-Forscher. Groß Britannien hat Frankreich zu einem Risikogebiet erklärt. Tausende Touristen versuchten schnellstmöglich wieder nach Hause zu kommen. (kat/dpa *Merkur.de und costanachrichten.com sind Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks)

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare