Polizei boten sich „unfassbare Bilder“

Abscheuliches Todes-Drama auf Autobahn sorgt für blankes Entsetzen

Der Lkw war illegal unterwegs – und verstieß eklatant gegen das Tierschutzgesetz.

  • Ein Lkw aus Frankreich war bereits seit 16 Stunden unterwegs
  • Seine Ladung: mehr als 4500 Tiere
  • Besorgte Fahrer auf der A5 alarmierten die Polizei
  • Die Polizisten berichten von einem „unfassbaren“ Drama

Gießen/Hessen – Das übersteigt jede Vorstellung: In einem Tiertransporter auf der A5 bei Pohlheim sind hunderte Hühner in der Rekordhitze qualvoll verendet – weil Menschen die Vorschriften missachtet haben. Der Lkw mit den Hühnern war ungekühlt undillegal unterwegs, wie extratipp.com* berichtet.

Es hatte am Mittwoch selbst noch am Abend 34 Grad, als die Polizisten den Hühner-Transporter stoppten. Ihnen und der herbeigerufenen Tierärztin boten sich „unfassbare Bilder“, wie es in der Mitteilung der Polizei heißt. Den illegalen Hühner-Transporter hatten andere besorgte Fahrer der Polizei gemeldet. Der Tiertransport war Richtung Kassel unterwegs – und quetschte in der Rekordhitze mehr als 4500 Hühner zusammen.

Bei Rekordhitze: Tiertransporter war illegal unterwegs

Die Schilderungen der Zeugen sind entsetzlich: Etliche tote Hühner lagen in dem Lkw – und die noch lebenden Tiere waren in „erbärmlichem Zustand“. Kein Wunder, bei 34 Grad am Abend! Es gab in dem Laster kein Trinkwasser, kein Kühlsystem, nichts, um die Not der Tiere in der Rekordhitze zu lindern – das ist verboten. Die Unverfrorenheit macht das Todes-Drama in der Rekordhitze besonders abscheulich.

Die Polizisten-Streife holte den illegalen Hühner-Transport auf der A5 ein. Beim Vorbeifahren sah die Polizei schon etliche qualvoll verendete Hühner. Auf einem Rastplatz bei Polheim stoppte sie den Lkw mit mehr als 4500 Tieren an Bord. Der Laster war in den Niederlanden zugelassen und seit 4 Uhr morgens aus Frankreich unterwegs. Das waren bereits 16 Stunden.

Die Hühner wollte er zu einem Schlachthof in Polen bringen – die Todes-Fahrt hätte noch weitere 12 Stunden gedauert. Das Abscheuliche daran: Am Tag zuvor waren alle internationalen Tiertransporte wegen der Rekordhitze verboten – der Tiertransporter hätte also nie losfahren dürfen.

Todes-Drama auf A5: Noch mindestens 400 Tiere werden wohl sterben

Die zum Todes-Drama herbeigerufene Tierärztin schätzte, dass etwa zehn Prozent der Hühner schon verendet waren. Sie ging davon aus, dass kein einziges Huhn lebend in Polen angekommen wäre. Die Tierärztin verfügte, dass der Tiertransporter entladen wird. Ein Geflügelbetrieb in Waldsolms erklärte sich zum Glück bereit, die noch lebenden Hühner in einem Stall unterzubringen. 500 Hühner starben in dem Todes-Drama auf der A5. Mindestens 400 der noch lebenden Tiere droht, an den Folgen des Transports in der Rekordhitze zu sterben.

Auf der A5 in Hessen war ein Lkw illegal unterwegs – etwa 500 Tiere sterben.

Die beiden Fahrer des Tiertransporters mussten wegen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz Sicherheitsleistungen in Höhe von jeweils 1000 Euro hinterlegen. Polizei und Veterinäramt ermitteln außerdem gegen die weiteren an dem Transport beteiligten Personen – besonders der Verlader, der Disponent und der für den Transport verantwortliche Tierarzt stehen unter Verdacht, wie die Polizei Mittelhessen mitteilte.

Rekordhitze: weitere schwere Autobahn-Unglücke in Hessen

Die Unverantwortlichkeit der Tierhalter - oder einfach Nachlässigkeit - führt immer wieder dazu, dass Tiere qualvoll sterben. Kürzlich wollte eine Frau ihren Pitbull aus dem Tierheim abholen – und erlebte dann den Schock ihres Lebens, wie extratipp.com* berichtete. 

*extratipp.com ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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