Eine darf sitzen bleiben

Alle sollen vom Fahrrad runter bis auf Frau Westermann: Schild irritiert - die Lösung überrascht

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Frau Westermann musste nicht absteigen - was für ein Privileg.

Was soll dieses Schild denn? „Radfahrer absteigen ausgen. Frau Westermann“ steht drauf. Die Auflösung ist überraschend.

  • „Radfahrer absteigen ausgen. Frau Westermann“, steht auf einem Schild, das im Netz wieder für Verwunderung sorgt.
  • Es ist bereits seit 1991 (!) in Münster-Handorf angebracht.
  • Die Aufklärung ist rührend.

Münster - Es ist nicht einfach nur ein Zettel. Nein, ein professionell hergestelltes Schild. „Radfahrer absteigen ausgen. Frau Westermann“, steht darauf geschrieben. Ein Foto davon wurde kürzlich auf der Facebook-Seite „Hinweisheiten“ gepostet, die sich auf ungewöhnliche Schilder oder Speisekarten spezialisiert hat. Rund 800 Likes und 27 Teilungen bis 7. Dezember waren die Folge.

In den Kommentaren geht es lustig zu. „Alle Menschen sind gleich - aber Frau Westermann ist gleicher“, heißt es dort. „Ich beneide Frau Westermann“ ebenso. Und: „Neulich beim Passamt: ‚Guten Tag, ich möchte bitte meinen Namen in Westermann ändern lassen.‘“

Skurriles Schild hängt in Münster-Handorf

Wo das Foto aufgenommen wurde, steht nicht dabei. „Die Geschichte dahinter würde mich sehr interessieren“, schreibt entsprechend auch eine Nutzerin. Und wird sogleich aufgeklärt. Denn das Schild ist nicht neu. Ganz im Gegenteil. Es hat sogar schon einige Jahre auf dem Buckel. Es hängt in Münster-Handorf, wo es auch ziemlich bekannt ist. Genau wie Frau Westermann.

Schild gewährt Privileg: Alle müssen absteigen - außer Klara Westermann

Die örtlichen Westfälischen Nachrichten und sogar der Spiegel haben einst Licht ins Dunkel gebracht. Bei Frau Westermann handelt es sich um Klara Westermann, eine lokale Größe, die von 1908 bis 2004 lebte. Die WN erklären: „Der schmale Durchgang zwischen Kirche und Pfarrhaus sollte für tollkühne Radfahrer gesperrt werden – aber es war klar, dass die tollkühnste Radfahrerin, Frau Westermann nämlich, sich niemals an das Verbot halten würde.“

Das Schild wurde bereits 1991 an der St.-Petronilla-Kirche angebracht. Als Geschenk an Frau Westermann zum 83. Geburtstag. Von da an war sie die einzige, die den dortigen Weg auf dem Fahrrad ohne abzusteigen befahren durfte. Besagte Klara Westermann galt offenbar als äußerst resolute Frau, die sich nichts vorschreiben ließ. Ihr Privileg konnte sie laut WN immerhin neun Jahre lang genießen, bevor sie aus Altersgründen nicht mehr durchfahren konnte. 2004 starb die 1908 geborene Klara Westermann schließlich.

Eine so überraschende wie rührende Aufklärung - wie es sie selten bei einem skurrilen Schilder-Foto aus dem Netz gibt. Und die man auch anlässlich des „Wiederauftauchens“ des Schildes bei der Facebook-Seite „Hinweisheiten“ doch gern noch mal erzählt.

Weniger rührend ist jedoch der bittere Streifzug eines Münchner Radlfahrers. Er war am Freitagnachmittag in der Innenstadt der Landeshauptstadt unterwegs - und was er dort erlebte, dürfte viele Radfahrer verärgern.

Auch sehr rührend ist die Geste, mit der eine Familie einen Paketboten zum Tanzen brachte. Und auch die Rezept-Panne einer Ärztin sorgt für Verwunderung.

Ein Elternpaar aus den USA hat seine Kinder zu einem Foto-Shooting zu Weihnachten versammelt - plötzlich brach Panik aus.

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