Klima

Carbon Removal X Prize: Elon Musk lobt größten Incentive-Preis der Geschichte aus

Elon Musk hat wieder ein ambitioniertes Projekt: Der Tesla-Chef hat eine Ausschreibung in Höhe von 100 Millionen Dollar ausgerufen.

  • Elon Musk hat schon in der Vergangenheit durch philanthropische Projekte auf sich aufmerksam gemacht.
  • Der Tesla-Chef ruft einen Preis aus, der Technologien zur CO2-Abscheidung honorieren soll.
  • Allein der erste Platz in Musks Ausschreibung erhält 50 Millionen Dollar.

Los Angeles - Elon Musk* hat wieder eine neue, sehr ambitioniert daherkommende Idee: Der Tesla-Chef und SpaceX-Gründer hat über seine private Stiftung „Musk Foundation“ einen Preis in Höhe von 100 Millionen US-Dollar ins Leben gerufen. Der „Carbon Removal X Prize“ soll Ingenieure, Erfinder und Unternehmen dazu animieren, Technologien zu entwickeln, mit denen der Atmosphäre CO2 entzogen werden kann. Musk greift damit einen Grundgedanken auf, der weltweit innerhalb von Wirtschaft und Politik viel diskutiert wird: Wenn die Menschheit es schafft, extrem fortgeschrittene Technologien zu erfinden, ließe sich damit möglicherweise genug CO2 aus der Atmosphäre entziehen, um den Klimawandel zumindest zu verlangsamen.

Der Preis, den der Milliardär Musk* ausgelobt hat, soll genau das belohnen: „Wir wollen eine wirklich bedeutende Wirkung erzielen. Kohlenstoffnegativität, nicht Neutralität“, schreibt Musk in einer von der X Prize Foundation veröffentlichten Erklärung. Der Wettbewerb sei nicht theoretisch. Ziel sei es, „echt Systeme zu bauen, die einen messbaren Einfluss haben und auf Gigatonnen-Niveau skalieren können“. Der erfolgreiche Unternehmer lässt es sich aber auch in dem Schreiben nicht nehmen, in die Superlative zu gehen: „Egal, was es kostet. Die Zeit ist von entscheidender Bedeutung.“ Die X Prize Foundation an sich geht dabei nicht auf Musk zurück: Die Stiftung wurde 1995 von dem Luftfahrtingenieur Peter Diamandis gegründet und schreibt Preiswettbewerbe aus, die sich meist um technische und wissenschaftliche Innovationen drehen. Neben Elon Musk gehören zu den Kuratoren der Stiftung bekannte Tech-Persönlichkeiten wie Larry Page und Ray Kurzweil.

Elon Musk: Ist der Tesla-Chef ein Klimaschützer?

Vertreter der Elon-Musk-Stiftung: Höchster derartiger Preis der Geschichte

Laut Vertretern der Musk-Stiftung ist der Preis der bislang höchste einen Anreiz bietende Preis der Geschichte. Die Ausschreibung ist auf eine Dauer von vier Jahren ausgelegt; animiert sollen damit aber nicht nur große, finanzstarke Unternehmen: Im Rahmen des Preises sollen im Oktober 2022 25 Stipendien an Studierende vergeben werden, die jeweils mit 200.000 Dollar dotiert sind. Im gleichen Zeitraum wird eine Jury die ersten Gewinner bekannt geben: Jeweils eine Million US-Dollar bekommen die besten 15 Teams. Der Löwenanteil des Preisgeldes wird wie folgt aufgeteilt: 50 Millionen Dollar für Platz eins, 20 Millionen Dollar für Platz zwei und 10 Millionen Dollar für Platz drei.

Jede der Erfindungen zur CO2-Reduktion, auch Geoengineering* genannt, soll dabei folgende Kriterien erfüllen: Die Technologie soll mindestens eine Tonne Kohlenstoffdioxid pro Tag aus der Atmosphäre ziehen können, sie soll auf einen größeren Maßstab skalierbar sein und das gebundene CO2 soll mindestens 100 Jahre gespeichert werden. Dabei ist das gängigste Konzept, das Kohlenstoffdioxid in unterirdischen Lagerstätten zu speichern. Es gibt aber auch Möglichkeiten, das Kohlenstoffdioxid in synthetischen Kraftstoff umzuwandeln.

Elon Musk - Philanthrop und Klimaschützer ?

Durch seine generösen Ausschreibungen und Spenden kommt Elon Musk häufig als Philanthrop, in diesem Fall sogar als Klimaschützer daher. Gerade bei dem zweiten Punkt gehen die Meinungen aber weit auseinander: Während die einen argumentieren, Musk habe mit Tesla die relativ klimafreundliche Elektromobilität auf ein neues Level gehoben, gibt es auch Argumente, die gegen Musk als Klima-“Helden“ sprechen: Zum einen wird seine Fokussierung auf individuelle Mobilität scharf kritisiert - Musk solle sich lieber auf den Ausbau von ÖPNV und Zugverkehr konzentrieren. Zum anderen ist Musk allein durch sein Verhalten kein großes Vorbild in Sachen Klima: Wie die Washington Post berichtet, flog der Entrepreneur 2018 mit seinem Privatjet knapp 256.000 Kilometer um den Globus - und hatte allein damit einen 263-Mal größeren CO2-Fußabdruck als ein durchschnittlicher Mensch auf der Erde. (Paul Siethoff)*fr.de gehört zum bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul

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