Entwicklungen im News-Ticker

Corona in Österreich: Razzia in Ski-Ort - öffnet das Nachbarland jetzt die Schulen?

Die Corona-Fallzahlen in Österreich sind weiterhin hoch. Diskussionen über vertretbare Öffnungen laufen dennoch. Am Montag berät sich die Regierung mit Experten.

  • Österreich befindet sich im Corona*-Lockdown. Das geplante Ende der Maßnahmen ist auf den 8. Februar datiert.
  • Am Montag (1. Februar) will die Regierung mit Experten über die Lage sprechen. Die SPÖ äußert sich zu Öffnungen (siehe Update vom 31. Januar, 18.54 Uhr).
  • Skitouristen, die unerlaubt auf den Pisten sind, bereiten den Behörden Sorgen. Zuletzt verteilte die Polizei bei einer Razzia 96 Anzeigen (siehe Update vom 30. Januar, 18.45 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie in Österreich finden Sie hier.

Update vom 31. Januar, 18.54 Uhr: Am Montag will Österreich über die nächsten Krisenschritte in der Corona-Pandemie beraten. Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sprach sich zuvor für eine teilweise Öffnung der Schulen und des Handels aus. Fachleute dürften jedoch keine Einwände haben, betonte Ludwig im ORF. „Ich versuche immer, wissensbasierte Politik zu betreiben. Ich erwarte mir morgen von Experten Prognosen auf Basis der Zahlen, die wir geliefert haben.“ Sicherheitsmaßnahmen wie das Tragen von Masken seien weiterhin natürlich nötig.

Der Chefin der SPÖ, Pamela Rendi-Wagner, macht sich jedoch weiter Sorgen über die aktuellen Infektionszahlen: „Aus meiner Sicht ist eine vollständige Öffnung ab dem 8. Februar der falsch Weg“, sagte sie. Bis dahin gilt bisher der Lockdown in Österreich. „Bei den Schulen jedoch muss diese derzeit unklare und aus meiner Sicht auch gesundheitsschädliche Situation beendet werden.“ Sie spricht sich daher für Präsenzunterricht unter strengen Sicherheitsmaßnahmen ab 8. Februar aus.

Corona in Österreich: Demonstrationen untersagt

Update vom 31. Januar, 12.14 Uhr: Die österreichische Polizei hatte alle Corona-Demos an diesem Wochenende untersagt - und hat nun auch verboten, dass die rechtspopulistische Partei FPÖ eine Demo gegen das aktuell geltende Versammlungsverbot veranstaltet.

FPÖ-Chef Norbert Hofer kritisierte das Vorgehen der Behörden. Er mache sich „sehr sehr große Sorgen“, sagte er in einem auf Facebook veröffentlichten Video. Die Verfassung werde untergraben.

Die Begründung der Polizei allerdings: Es sei davon auszugehen, dass bei der für Sonntag in Wien geplanten FPÖ-Demo wie in den vergangenen Wochen keine Rücksicht auf die geltenden Corona-Maßnahmen genommen würde. Corona-Demo-Teilnehmer hielten in der Vergangenheit weder den Mindestabstand ein, noch trugen sie einen bei Demonstrationen verpflichtenden Mund-Nasen-Schutz.

Österreich übernimmt Corona-Patienten aus Portugal - Für Kanzler Sebastian Kurz „Gebot der Solidarität“

Update vom 31. Januar, 11.44 Uhr: „Es ist ein Gebot der europäischen Solidarität“: Kanzler Sebastian Kurz* (ÖVP) hat angekündigt, dass Österreich* Corona-Intensivpatienten von Portugal übernimmt. Er seit wegen des Themas in Kontakt mit dem dortigen Regierungschef António Costa gewesen, twitterte Kurz weiter.

Wie viele Covid-19-Erkrankte eingeflogen werden sollen, werde mit dem portugiesischen Gesundheitsministerium abgeklärt. Österreich hatte schon mal Intensivpatienten aus Frankreich*, Italien* sowie Montenegro aufgenommen.

Corona in Österreich: Kurz will „alles öffnen, was geht“ - Razzia in Ski-Ort offenbart dutzende Regelverstöße

Update vom 30. Januar, 18.45 Uhr: Dass Skifahren in dieser Saison flach fällt, wollen einige offenbar einfach nicht wahrhaben. In St. Anton am Arlberg fiel auf, dass sich auf den Pisten nicht nur österreichische Wintersport-Begeisterte tummelten. Weil es Berichte darüber gab, führte die Polizei Razzien durch - aus deren Sicht mit Erfolg.

Bei der Aktion untersuchten 15 Beamte am Freitagabend 133 Personen in 44 Unterkünften in St. Anton am Arlberg und im Stanzertal, wie die Tiroler Polizei berichtete. Das Fazit: 96 Anzeigen für Touristen aus verschiedenen Ländern. „Es wurden unter anderem Briten, Dänen, Schweden, Rumänen, Deutsche, Australier, Iren und Polen kontrolliert und angezeigt“, teilte die Polizei mit. „Das Strafmaß nach dem Epidemiegesetz bei Übertretungen der Einreise- bzw. Notmaßnahmenverordnung beträgt bis zu 2180 Euro.“

Der Bürgermeister von St. Anton, Helmut Mall, hatte diese Woche Alarm geschlagen, weil seiner Ansicht nach zu viele Ausländer im Ort waren, die wegen der Corona-Regeln nicht hätten da sein dürfen. Sie nutzten offenbar Schlupflöcher in den Verordnungen: „Viele Leute haben Zweitwohnsitze angemeldet und geben an, Aussicht auf Arbeit zu haben. Aber im Tourismus gibt es derzeit keine Jobs“, zitierte die Zeitung Kurier den Bürgermeister.

Corona in Österreich: Kurz will „alles öffnen, was geht“ - aber geplante Verschärfung trifft viele Deutsche

Update vom 30. Januar, 7.36 Uhr: Auch Österreich will wegen der Ausbreitung verschiedener Corona-Mutationen die Einreiseregeln verschärfen. Das berichtet die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf einen Entwurf des Gesundheitsministeriums. Das sei vorgesehen:

  • Verpflichtendes ärztliches Zeugnis oder Corona-Testnachweis nicht älter als 72 Stunden für Pendler
  • Der Rhythmus der Nachweispflicht sei noch unklar
  • Eine tägliche Attest-Vorlage gilt demnach als unwahrscheinlich
  • Die Maßnahme soll in frühestens einer Woche in Kraft treten.

In Österreich müssen alle Einreisenden eine Selbstverpflichtung zur Quarantäne abgeben. Für Pendler gilt bislang eine Ausnahme.

Corona in Österreich: Kurz will „alles öffnen, was geht“ - Wichtige Lockdown-Entscheidungen stehen kurz bevor

Unsere Erstmeldung vom 30. Januar: Wien - Die Corona-Fallzahlen in Österreich sind weiterhin hoch. Noch befindet sich das Land in einem harten Lockdown. Doch das könnte sich offenbar bald ändern. Am Montag (1. Februar) werden sich die Parteien hinsichtlich möglicher Lockerungen beraten. Bereits vorab ließ Kurz durchblicken, wie es nach dem 8. Februar weitergehen soll.

Coronavirus in Österreich: „Riskante Virus-Varianten angekommen und nachweisbar“

Exakt 1.500 Corona-Neuinfektionen wurden von Donnerstag auf Freitag in Österreich registriert. Hinzu kamen 51 Covid-19-Todesfälle. Die Gesamtzahl der aktiven Corona*-Fälle liegt bei knapp 14.600. Und auch die Sieben-Tage-Inzidenz ist mit einem Wert von knapp 110 pro 100.000 Einwohnern weiterhin auf einem hohen Niveau. Zum Vergleich: Deutschland lag am Freitagmorgen bei einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von 94,4.

Wie auch in anderen europäischen Ländern bereiten zudem die Virus-Mutationen Sorgen. So schrieb Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Donnerstag (28. Januar) auf Twitter: "Die riskanten Virus-Varianten* sind in Österreich angekommen und nachweisbar. Bisher ist das nachgewiesene Vorkommen allerdings extrem regional unterschiedlich und gleichzeitig liegen uns noch zu wenige Zeitreihen für die Bewertung der Ausbreitungsdynamik vor."

Österreich befindet sich im Corona-Lockdown. Kanzler Sebastian Kurz kündigte Lockerungen an.

Coronavirus: Kanzler Kurz berät über Lockdown-Ende und macht Ansage - „Alles öffnen, was geht“

Das geplante Ende des Lockdowns ist für den 8. Februar angesetzt. Und schon am Montag (1. Februar) wollen die Parteien das weitere Vorgehen debattieren. Bei den Beratungen sollen auch Experten anwesend sein. Etwa eine baldige Öffnung der Schulklassen versprach Kanzler Sebastian Kurz, wie oe24.at und kurier.at berichteten, bereits am Freitag (29. Januar) im Bundesrat.

Demnach sagte Kurz auch, man wolle „alles öffnen, was nur irgendwie zu öffnen geht“. Dennoch werde man dabei nicht unverantwortlich handeln. Festzustehen scheint jedenfalls, dass die Schulen bei den ersten Schritten der Lockerungen dabei sein sollen. Auch der Handel soll Lockerungen erfahren. (mbr) *Merkur.de ist Teil Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Georg Hochmuth/APA/dpa

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