Ferienende in vielen Bundesländern

Coronavirus an Ostsee und Nordsee: Touristen-Ansturm hilft nicht Verluste aufzuholen

Bei bestem Sommerwetter hat es jede Menge Menschen an die Strände von Nord- und Ostsee gezogen. Mit dem Ende der Ferien sowie der Urlaubssaison und Beginn des schlechteren Wetters stehen nun auch die Strandampeln wieder auf grün.

  • Schlafstrandkörbe haben immer mehr Buchungen.
  • Kreis Dithmarschen hebt Maskenpflicht für Büsumer Fußgängerzone auf.
  • Großveranstaltungen sind abgesagt, aber an der Nord- und Ostsee muss nicht ganz auf Events verzichtet werden.

Update vom 25. August: Mit dem Ende dieser Woche haben nur noch zwei Bundesländer Ferien. Das macht sich auch an Nord- und Ostsee bemerkbar. Hinzu kommt das wenig sommerliche Wetter der vergangenen Tage. Die Strandampeln der Lübecker Bucht beispielsweise stehen auf grün. Trotz der guten Auslastung während der Hochsaison hat die Tourismusbranche an der niedersächsischen Küste jedoch enorm unter der Corona-Pandemie gelitten. Zu Ostern kamen keine Touristen und diese Verluste seien nicht mehr aufzuholen, wie Strandkorbvermieter Franz Kattwinkel auf Juist der Deutschen Presseagentur berichtet.

Zu Beginn der Woche konnte nun auch die Maskenpflicht für die Büsumer Fußgängerzone wieder aufgehoben werden. Die Allgemeinverordnung des Kreis Dithmarschen, die vorerst bis zum 31. August gilt, sieht jedoch weiterhin die Einbahnstraßenregelung im Bereich der Alleestraße und der Hohenzollernstraße vor. Außerdem gilt eine Maskenpflicht bei Aufenthalt auf dem Wochenmarkt für alle Besucher auf dem Parkplatz Lehnsweg sowie beim Besuch von Restaurants und Gaststätten im Bereich der Fußgängerzone Alleestraße und Hohenzollernstraße.

Aufgrund der vielen Touristen war nicht nur in Büsum, sondern zuvor auch auf Norderney eine Maskenpflicht für bestimmte Bereiche im Freien erlassen worden. Diese galt allerdings nur bis Mitte Juli. Aktuell gilt die aktuelle Fassung vom 31. Juli der Niedersächsischen Verordnung zur Neuordnung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus sowie die Vorschriften des Landkreises Aurich

Während der Ferien gab es fast keine Beschränkungen mehr. Die Auslastung an der Nordsee sei an die 100 Prozent gegangen, wie der Tourismusverband Niedersachsen mitteilte. Wenngleich die genauen Übernachtungszahlen noch nicht vorliegen, waren autarke Versorgungsstrukturen den Angaben zufolge stärker als sonst nachgefragt, also Ferienwohnungen, Ferienhäuser, Campingplätze oder Wohnmobilstellplätze. Dass zu Saisonbeginn allerdings die Gäste fern blieben, war existenzbedrohend oder kostete sogar Existenzen, wie Fahrradmonteur Maik Gülle auf Juist erklärte.

Trotz des großen Touristenansturms während der Ferien sind die Verluste durch die Corona-Krise zu Saisonbeginn und die damit verbundenen Reise-Beschränkungen nicht mehr aufzuholen.

Update vom 2. August: Während Touristen und tausende Tagesgäste am Wochende bei Sonne und hochsommerlichen Temperaturen an die Strände von Nordsee und Ostsee fuhren, mussten in Teilen Schleswig-Holsteins wieder schärfere Corona-Regeln eingehalten werden. Nach einem Anstieg der Neuinfektionen seit dem vergangenen Wochenende im Kreis Dithmarschen galt auch auf dem Heider Wochenmarkt Maskenpflicht - in der Kreisstadt gelten seit Freitag strengere Schutzmaßnahmen. Auch in der Fußgängerzone des vielbesuchten Ferienorts Büsum war das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes seit Freitag vorgeschrieben. Und auf Helgoland muss ab Montag eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden.

Das Sommer-Ferienwetter lockte beispielsweise in Norddeich in Ostfriesland viele Menschen an den Strand. Sie saßen in Strandkörben, gingen spazieren, spielten oder planschten, waren mit Bollerwagen oder Fahrrad unterwegs. „Die genießen den Urlaubstag hier“, sagte Sicherheitsmann Georg Ulrichs, der am Hundestrand Wache schob. Die Stimmung sei entspannt. „Jeder achtet die Corona-Regeln“, sagte er.

Auch an anderen Badestellen herrschte am Samstag reger Andrang. Wegen des zu großen Besucherandrangs musste die Polizei und die Feuerwehr in Gifhorn die Zufahrten zu zwei Badeseen vorübergehend sperren. Der Betreiber des Tankumsees habe sich gemeldet, weil er mit den vielen Besuchern am Samstag überfordert gewesen sei, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die Sicherheit der Badegäste, sowie der Mindestabstand zwischen den Besuchern habe nicht mehr gewährleistet werden können. 

Update vom 29. Juli, 12:15 Uhr: Übernachten allein direkt am Strand - auch in der Corona-Krise ist die Nachfrage nach speziellen Strandkörben zum Schlafen hoch. „Das ist Urlaub mit Abstand - da ist man gefühlt noch mehr für sich als in einer Ferienwohnung“, sagte Jennifer Renner von der Tourismus-Organisation Die Nordsee. Die beiden Schlafstrandkörbe in Otterndorf bei Cuxhaven etwa seien für den kompletten August ausgebucht. „Dieses Jahr kommen mehr Buchungen rein, weil viele Menschen in Deutschland Urlaub machen. Und sie sind frühzeitiger weg als sonst“, sagte Christina Crohn von Fredebohm Touristik.

Coronavirus an der Nordsee und Ostsee: Volle Strände – Schlafstrandkörbe nachgefragt

Seit einigen Jahren gibt es an der niedersächsischen Küste vereinzelt die Möglichkeit, direkt am Strand unter Sternenhimmel zu schlafen. Schlafstrandkörbe gibt es auch in Esens-Bensersiel, Varel-Dangast, Wangerland-Schillig und auf den Inseln Wangerooge und Norderney.

Update vom 24. Juli, 6:25 Uhr: Für einen Wochenendtrip an die deutschen Strände in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern braucht es in der Coronavirus-Krise eine gute Vorbereitung. Vielen Hotels und Gaststätten in beliebten Ferienorten sind bereits vollständig belegt. Das Portal nordlesen.de meldet, dass Cuxhaven völlig ausgebucht ist. Eine Alternative bei Wilhelmshaven ist der Kurort Dangast. Im dortigen Quellbad wurde am Donnerstag mit der Montage einer neuen Wasserrutsche begonnen. Laut nwz.de ist die Arbeit in sechs Wochen abgeschlossen. Unklar ist bis jetzt, ob der Innenbereich des Quellbads dann geöffnet wird – das Coronavirus sorgt auch im Kurort für Einschränkungen.

Indessen wurden auf einem AIDA-Kreuzfahrtschiff mehrere Crew-Mitglieder positiv auf Corona getestet. Die Kreuzfahrten sollen trotzdem stattfinden.

Update vom 23. Juli, 6.22 Uhr: Überfüllte Strände an Nord- und Ostsee sind in dieser Woche bisher kein Problem. Das nur wenig sommerliche Wetter lockt wenig Besucher zu den Stränden, das zeigt auch der Strandticker von der Lübecker Buch. Aktuelle Prognosen vom Deutschen Wetterdienst rechnen bis August nicht mit hohen Temperaturen. Am Wochenende könnte es dennoch wieder voller in Ferienorten und an Stränden werden. Die Corona-Warnapp sollte in diesem Fall dazu dienen, das Virus auch hier einzudämmen. Doch wie sich jetzt herausstellte, soll sie über mehrere Wochen nicht funktioniert haben.

Update vom 19. Juli, 6.25 Uhr: Der Bürgermeister von Lübeck, Jan Lindenau (SPD) ist besorgt. Viele Menschen in den Fußgängerzonen halten sich nicht an den Mindestabstand. Deshalb erwägt die Stadt eine Erweiterung der Maskenpflicht für einige Straßen und Plätze.

An den Stränden Deutschlands soll es in diesem Jahr eine Quallen-Plage geben, die mit dem Klimawandel zusammenhängen könnte. Fällt deshalb der Bade-Urlaub ins Wasser?

Update vom 18. Juli 17.00 Uhr: Am ersten Sommerferienwochenende in Niedersachsen hat sich die Reisewelle gen Norden in Bewegung gesetzt. Auf den Hauptstrecken A1 und A7 Richtung Norden staute sich oder stockte am Samstag der Verkehr.  Auch in Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie im Süden der Niederlande begannen die Sommerferien - nun haben fast alle deutschen Bundesländer Ferien, nur Baden-Württemberg und Bayern noch nicht.

Die Coronavirus-Pandemie hat die Urlaubspläne vieler Menschen durcheinandergewirbelt. Oftmals wird jetzt Urlaub im eigenen Land bevorzugt. Während es an den Stränden auf Mallorca leer ist, war an der Nordseeküste am Samstag viel los, etwa am Strand in Schillig (Landkreis Friesland). Der Strand sei voll, die Besucher hielten sich aber an die Abstandsregeln, sagte ein Vertreter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) der dpa.

Zahlreiche Strandbesucher sind bei sommerlichen Temperaturen am Nordseestrand von Schillig.

Großer Andrang auch an der Ostsee: Das hatte vor allem in den beliebtesten Orten, Scharbeutz und Haffkrug in der Lübecker Bucht, erneut Auswirkungen. Dort sind gegen Mittag die ersten Parkplätze und Strandabschnitte vorübergehend gesperrt worden, weil es nicht mehr genügend freie Plätze für die Gäste gab. 

Update vom 15. Juli: Für die Ostfriesischen Inseln wie Norderney wird eine Smartphone-App zur Steuerung des Besucheraufkommens in Restaurants, Museen, Schwimmbädern oder bei Konzerten entwickelt. Diese solle Touristen anzeigen, wie voll es aktuell wo sei, sagte der Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft der sieben Inseln, Göran Sell. Für die Datenpflege seien die Anbieter zuständig. Nicht nur Reservierungen sollen in der App direkt möglich sein, sie soll auch dabei helfen, mögliche Corona-Infektionsketten nachzuverfolgen, wie Sell nun auf Borkum erklärte. „Da sieht das System vor, dass Sie einmal auf dem Handy Ihre Daten hinterlegen können, und dann werden die, wenn Sie zum Beispiel beim Kurkonzert ankommen, über einen QR-Code ausgelesen.“

Die Touristen-App wird nach Einschätzung der Entwickler voraussichtlich erst im September nutzbar sein. „Also leider nicht mehr in der Hauptsaison, aber dann für den Herbst. Wenn man sich jetzt die Diskussion um eine mögliche zweite Coronavirus-Welle anhört, dann kommt sie definitiv auch aus Corona-Gesichtspunkten rechtzeitig“, sagte Sell. Die Technik sei aber nicht nur während der Pandemie hilfreich, sondern werde Touristen generell helfen, freie Plätze auf der jeweiligen Insel zu finden.

Update vom 10. Juli: Der richtige Umgang mit Touristen in diesem Sommer steht auf der Ostfriesischen Insel Norderney zur Debatte. Bisher gilt dort sogar teilweise im Freien die Maskenpflicht. Grund für diese Regel war der erwartete Besucherandrang mit Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen am 29. Juni. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung war und ist auch jetzt noch im Außenraum auf vier besonders belebten Einkaufsstraßen Pflicht.

„Hier wäre niemand traurig, wenn die Maskenpflicht fallen würde. Sie wird als Belastung angesehen von vielen - die Kaufleute haben es schwer genug gehabt und die Pflicht macht es nicht besser“, sagte Norderneys Bürgermeister Frank Ulrichs im Gespräch mit Landrat Olaf Meinen gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa).

Der Landkreis kann mithilfe von Allgemeinverfügungen die Corona-Maßnahmen verschärfen oder lockern. Jetzt soll auch noch der erst seit kurzem wieder erlaubte Tagestourismus erneut auf den Prüfstand. Wenn Bürgermeister Ulrichs frei entscheiden könnte, würde er diesen mit Beginn der niedersächsischen Sommerferien am 16. Juli gerne vorübergehend aussetzen. „Wir haben bei den ganzen Lockerungen nicht einen einzigen Verdachtsfall noch positiven Fall gehabt und da lässt es sich schwerlich begründen, die Insel weiter für Tagestouristen zu sperren“, sagte der Landrat dazu.

Update, 9. Juli: Sowohl das Promenadenfest auf Borkum, die Travemünder Woche Störtebeker als auch die Festspiele auf Rügen - die Großveranstaltungen in den Urlaubsorten an der Nord- und Ostsee fallen in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus.

Eine Umfrage der Deutschen Presseagentur (dpa) ergab jedoch, dass die überwiegende Zahl der Urlauber Verständnis für die Absagen hätten. Befragt wurden dafür Tourismusorganisationen in Mecklenburg-Vorpommern, an der niedersächsischen Nordseeküste und in Schleswig-Holstein. Demnach überwiege ganz klar die Freude, endlich wieder Urlaub machen zu können.

Aber so ganz und gar auf Veranstaltungen verzichten, müssen die Touristen dann doch nicht. Bettina Bunge, die Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, verspricht: „Von Autokinos am Strand über Streetfood-Festivals bis hin zu Open-Air-Konzerten können Gäste den verschiedensten Aktivitäten nachgehen.“ Auch geführte Wanderungen, kleinere Märkte, Wassersportkurse und Kinderprogramme wie Bernsteinschleifen oder andere Kreativkurse seien an fast allen Urlaubsorten möglich.

Update, 28. Juni: Die Fähren zu den ostfriesischen Inseln in der Nordsee sind am Wochenende nach dem Start der Sommerferien im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen schon gut ausgelastet gewesen und erwarten bald wieder mehr Tagestouristen. „Bisher kommen wir ganz gut klar und haben unseren Fahrplan schon verdichtet“, hieß es am Sonntag bei der Reederei Norden-Frisia.

Zu den Norderney-Verbindungen erklärte das Unternehmen: „Ab Mittwoch wird es interessant, wenn es wieder Tagestouristen gibt.“ Der Kreis Aurich hatte es Spontanausflüglern in der Corona-Krise vorläufig untersagt, auf die Insel zu kommen. Zum 30. Juni läuft die Verfügung aus, danach wird wieder mit mehreren tausend Tagesgästen gerechnet.

An der Nordsee sind wieder Touristen willkommen. Nun starten vielerorts die Sommerferien. (Symbolbild)

Um Corona-Ansteckungsrisiken zu minimieren, gilt für mehrere Einkaufsstraßen auf Norderney nun die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Diese soll zunächst bis zum 19. Juli gelten. Betroffen sind die Strandstraße, die Poststraße, die Friedrichstraße zwischen Heinrich- und Bismarckstraße sowie die Schmiedestraße.

Die Vorsichtsmaßnahmen wurden auch damit begründet, dass man im Fall gehäufter Corona-Infektionen die medizinische Versorgung sicherstellen müsse. Diese sei auf dem Festland besser möglich. Durch die hohe Anzahl touristischer Gäste herrsche in diesen Straßen ein dichtes Gedränge - was dazu führe, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden könne.

Update, 1. Juni: An Pfingsten sind viele Touristen an die niedersächsische Nordseeküste gereist. In Cuxhaven habe es eine große Nachfrage nach Ferienwohnungen und Stellplätzen für Wohnmobile gegeben, sagte Wolf-Dieter Schink, Geschäftsführer der Cux-Tourismus GmbH am Montag. Der Andrang sei in diesem Jahr wegen der vorherigen Corona-Reisebeschränkungen besonders hoch gewesen. Darunter seien auch viele Tagesgäste gewesen. Etliche Besitzer von Wohnmobilen hätten Probleme gehabt, noch einen Stellplatz zu finden.

Die Menschen hätten sich aber an die Mindestabstände gehalten, sagte Schink. Cuxhaven habe einen elf Kilometer langen Sandstrand, da verlaufe es sich. Auf der Strandpromenade sei es aber schon mal etwas voller geworden. Dort gilt ein „Rechtsgehgebot“, um Mindestabstände einzuhalten. Der Oberbürgermeister von Cuxhaven, Uwe Santjer (SPD), hatte zuvor an Tagestouristen appelliert, zu Pfingsten noch auf Ausflüge in die Küstenstadt zu verzichten.

Auch auf Norderney spazierten viele Menschen am Strand entlang. In den engen Straßen der Stadt sei es manchmal schon schwierig gewesen, die Abstandsregeln einzuhalten, erklärte ein Polizeisprecher am Montag. Mitarbeiter des Ordnungsamtes seien deshalb auch am Wochenende unterwegs gewesen.

Update, 28. Mai: Zu Pfingsten werden zahlreiche Urlauber an Niedersachsens Küste, den Inseln und andernorts erwartet. „Die Buchungslage liegt derzeit bei 90 Prozent, regionale Unterschiede sind möglich“, erklärte die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Niedersachsen, Sonja Janßen. Besonders beliebt seien Wohnmobil- und Campingplätze. „Da erreichen wir die absolute Kapazitätsgrenze.“

Seit dieser Woche dürfen Touristen auch wieder in Hotels übernachten - allerdings gilt eine Auslastung von höchstens 60 Prozent. Nicht alle Häuser auf den Inseln öffneten, sagt der Geschäftsführer der Tourismus-Gesellschaft Ostfriesische Inseln, Göran Sell, am Donnerstag auf Borkum. „Es stellt sich die Frage: Rechnet sich das?“ 

Dicht an der Ausbuchung seien die Inseln, erklärte Sell. Allerdings gebe es weniger Buchungen als in den vergangenen Jahren. „Wir hatten Tausende Anrufe bei den Tourist-Informationen nach neuen Regelungen in kurzer Folge: ‚Darf ich kommen?‘.“ Die Menschen seien verunsichert und einige warteten lieber noch ab.

Kontrollen über die Einhaltung der Vorschriften sind möglich, wie Janßen vom Tourismusverband betonte. „Wir freuen uns auf die Gäste, bitten aber auch angesichts des zu erwartenden Besucheraufkommens sich an die strengen Auflagen hinsichtlich Hygienevorschriften, Mindestabstand, Mund-Nasen-Schutz zu halten.“ (dpa)

Update, 25. Mai: Auch Hotelgäste können wieder auf die Ostfriesischen Inseln. Die vier zuständigen Landkreise werden am Montag entsprechende Allgemeinverfügungen veröffentlichen, wie Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD) in Jever ankündigte. Sie sollen am Dienstag beziehungsweise Mittwoch in Kraft treten und auch eine Wiederbelegungsfrist für Ferienwohnungen vorsehen. Auf manchen Inseln mussten zur Corona-Eindämmung Unterkünfte bislang eine Woche gemietet werden - nun sind auch Belegungen von zum Beispiel vier Tagen möglich, dann müsste die Unterkunft noch drei Tage leer stehen.

Hotelgäste dürfen laut Ambrosy bereits schon jetzt anreisen, weil die Inselbürgermeister das erlaubt haben. Fährunternehmen seien informiert. „Tagestouristen sind ausgeschlossen, das heißt, man kommt nur auf die Inseln, wenn man eine Nacht als Übernachtungsnachweis belegen kann.“ Der Landesverordnung zufolge können die Kommunen und zuständigen Behörden bei den Insel-Regelungen Ausnahmen zulassen.

Dass der Inselzugang für Hotelgäste in der aktuellen Landesverordnung nicht geregelt wurde, habe den Kreis Wittmund überrascht, erklärte ein Sprecher. „Das hat für Unruhe gesorgt, weil das ursprünglich anders angekündigt war“, erklärte der Auricher Landrat Olaf Meinen (parteilos) zur Veröffentlichung der Landesverordnung am vergangenen Freitag. „Das hätte man ja auch alles schön vorbereiten können, wenn wir das gewusst hätten und nicht übers Wochenende dann.“

Update, 22. Mai: Auch am langen Pfingstwochenende sind Touristen an der Nordsee willkommen. Am 25. Mai sollen Hotels mit maximal 50 Prozent Auslastung wieder Urlauber empfangen dürfen. Bereits seit dem 11. Mai dürfen Ferienhäuser, -wohnungen und Bootsliegeplätze vermietet und Campingplätze mit einer maximalen Auslastung von 50 Prozent belegt werden. Die landesweiten Kontaktbeschränkungen, unter anderem für Personen aus unterschiedlichen Hausständen und zur Abstandsregel im Freien, gelten aber auch bei Reisen an die Nordsee weiterhin.

Update 20. Mai: Zu Christi Himmelfahrt und dem verlängerten Wochenende erwarten die Strände in Niedersachsen zum Teil Andrang und sind gerüstet. „Wir haben alle 650 Strandkörbe aufgestellt“, sagte in Norddeich (Kreis Aurich) der Geschäftsführer Tourismus und Bäder, Armin Korok. Auch in Cuxhaven, wo seit vergangener Woche auch auswärtige Gäste wieder willkommen sind, stehen bereits Körbe.

Wegen der Coronavirus-Pandemie wurden die Körbe allerdings im Abstand von fünf Metern platziert und ein Sicherheitsdienst soll überwachen, dass sie so auch stehen bleiben.

„Baden ist möglich, wenn einen die gegenwärtige Wassertemperatur von zwölf Grad nicht abschreckt“, sagte Korok. Das Bad in der Nordsee wird dort ebenso wie in Cuxhaven, Butjadingen und Dangast allerdings noch nicht von Rettungsschwimmern überwacht.

Update 16. Mai: Seit Montag setzten Hunderte Reisende auf die Ostfriesischen Inseln in Niedersachsen über - ein Lichtblick für die sieben Inseln, die fast komplett vom Tourismus abhängen. Die Touristikgesellschaft geht von einer guten Auslastung zu Pfingsten und im Sommer aus. Nur vereinzelt seien Plätze frei.

Fähren stocken Fahrten zu Nordseeinseln auf

Mit den Corona-Lockerungen stellen sich die Fährbetreiber auf mehr Passagiere zu den Ostfriesischen Inseln ein und stocken auf. „Das Wochenende können wir noch nicht abschätzen, aber wir glauben, dass da ein bisschen was kommt. Wir sind auf alles vorbereitet“, sagte der Sprecher der Reederei Norden-Frisia, Fred Meyer. Nach Norderney fahre man wieder nach normalem Fahrplan, mindestens zehn Fahrten pro Tag gebe es am Wochenende. Weil die Schiffe als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus nur mit maximal 50 Prozent Auslastung fahren dürfen, können etwa 600 bis 700 Menschen an Bord. Die AG Ems bietet dieses Wochenende mehrere Fahrten nach Borkum an.

Auch die Freizeitparks öffnen wieder: Im Heide Park Soltau soll es nach derzeitiger Planung am 25. Mai losgehen. Bereits geöffnet haben der Serengeti-Park Hodenhagen, der Familienpark Sottrum, der Zoo Hannover und der Dinosaurier-Park Münchehagen. Das Rasti-Land Salzhemmendorf ist noch geschlossen, steuert aber nach Angaben einer Sprecherin den 25. Mai an. Der Magic Park Verden wird nach aktueller Planung einen Tag später öffnen.

Urlaub an der Nordsee: Diese Corona-Auflagen für Gäste gelten jetzt in Niedersachsen

Grundsätzlich gilt noch mindestens bis zum 24. Mai in Niedersachsen das Verbot Hotels, Campingplätze, Wohnmobilstellplätze an Touristen kurzzeitig zu vermieten. Für Dauercamper wurde dieses Verbot in der bis zum 27. Mai für Niedersachsen geltenden Corona-Verordnung aufgehoben. Am 25. Mai sollen Hotels mit maximal 50 Prozent Auslastung wieder Urlauber empfangen dürfen. Ferienwohnungen dürfen bereits seit dieser Woche wieder an Urlaubsgäste vermietet werden, aber nur alle sieben Tage an neue Gäste weitergegeben werden.

Die niedersächsischen Nordseeinseln durften bis zum 10. Mai nicht von Touristen angesteuert werden. Dies ist nun für ganz Niedersachsen trotz der weiter bestehenden Corona-Pandemie anders. Die landesweiten Kontaktbeschränkungen, unter anderem für Personen aus unterschiedlichen Hausständen und zur Abstandsregel im Freien, gelten aber auch bei Reisen an die Nordsee weiterhin. Wie es in den einzelnen Kommunen für Touristen darüber hinaus aussieht, regeln alle betroffenen Behörden unabhängig voneinander.

Corona-Regeln im Landkreis Cuxhaven

Die Strände an Elbe und Außenweser im Kreis Cuxhaven werden am 14. Mai wieder für Tagestouristen geöffnet. Das derzeitige Verbot laufe am 13. Mai aus und werde nicht verlängert, sagte ein Sprecher des Landkreises. Die Küstenorte waren seit kurz vor Ostern den Einheimischen vorbehalten gewesen.

Als erster Schritt der Lockerung dürfen nach einer Verordnung des Landes seit Mittwoch wieder Besitzer von Ferienwohnungen und Dauercamper anreisen. Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD) begrüßte die Rückkehr erster Gäste. „Ursächlich dafür ist die gelebte Disziplin in den vergangenen Wochen“, sagte er nach Angaben der Stadt. „Bitte lassen Sie uns das fortsetzen, dass wir bald noch mehr Lockerungen im Tourismus zulassen können!“

Das traditionelle Duhner Wattrennen in Cuxhaven wird wegen der Corona-Pandemie um zwei Monate verschoben. Die Pferde sollen erst am 12. oder 13. September an den Start gehen, wie die Veranstalter mitteilten. Der genaue Termin werde mit den Sportverbänden abgestimmt. Ursprünglich war die Veranstaltung für den 18. Juli geplant gewesen, bis Ende August gilt aber ein Großveranstaltungsverbot.

Corona-Regeln auf Wangerooge und in Wangerland

Im Landkreis Friesland ist es gestattet, privat und gewerblich Betten an Touristen zu vermieten, wenn die Betreiber der zuständigen Gemeinde die Personalien der Gäste und den Ort mitzuteilen, an dem diese untergekommen sind. Diese Regelung gilt mindestens bis zum 27. Mai und ergänzt die Verordnung des Landes sowie das Infektionsschutzgesetz. Ein Verstoß gilt als Ordnungswidrigkeit im Sinne des Infektionsschutzgesetzes.

Auf diese Weise soll das Infektionsgeschehen in der Gemeinde Wangerland und auf Wangerooge weiterhin verfolgt und vermindert werden, nicht zuletzt mit Blick auf die nicht unbegrenzt verfügbarer Krankenhausbehandlungsplätze, vor allem im Fall von schweren Krankheitsverläufen. In Wangerland und auf Wangerooge bestehe eine hohe Fluktuation an Menschen, was diese Regelung nötig machten, teilte der Landkreis Friesland mit.

Corona-Regelungen in Dangast

Das Nordseebad Dangast verweist grundsätzlich auf die Corona-Verordnung des Landes und ist unter Einhalt der geltenden Hygienevorschriften für Touristen und Übernachtungsgäste geöffnet. Der Strandcampingplatz bleibt allerdings aufgrund der aktuellen Situation bis auf Weiteres geschlossen. Saisoncamper werden über die Wiedereröffnung persönlich informiert. Für Urlaubscamper/Kurzzeitcamper bleibt der Platz aufgrund der Begrenzung der Auslastung auf höchstens 50 Prozent das gesamte Jahr 2020 geschlossen.

Der Campingplatz Rennweide bleibt für touristische Camper gesperrt, heißt es. Weitere Informationen zu dem folgen ab dem 08. Juni 2020. Auch das DanGastQuellbad und die Watt'n Sauna bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Das Nationalparkhaus Dangast ist seit dem 12. Mai geöffnet, das Franz-Radziwill-Haus ab dem 16. Mai.

Coronavirus-Regeln in Wilhelmshaven

Seit dem 11. Mai dürfen wieder Gäste nach Wilhelmshaven reisen. Die Regeln basieren auf der neuen Verordnung des Landes Niedersachsen vom 9. Mai, es dürfen aktuell also wieder Ferienwohnungen und Ferienhäuser vermietet werden. Ergänzende Informationen können Vermieter ihren Kunden zur Verfügung stellen. Touristische Übernachtungen in Hotels, Pensionen und ähnlichen Beherbergungsstätten bleiben zunächst auch in Wilhelmshaven untersagt, auf Grundlage des Stufenplans könne sich die voraussichtlich ab dem 25. Mai wieder ändern.

Corona-Regeln im Landkreis Leer mit Borkum

Der Landkreis Leer verweist auf seiner Homepage auf die Niedersächsische Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vom 8. Mai und nennt darüber hinaus keine Auflagen, die Touristen bei der Reise in das Kreisgebiet samt der Insel Borkum beachten müssen.

Corona-Einschränkungen im Landkreis Wesermarsch

Eine Allgemeinverfügung, die die Nutzung von Nebenwohnungen in Butjadingen geregelt hat, ist vonseiten des Landkreises Wesermarsch und der Gemeinde Butjadingen nicht verlängert worden und am 4. Mai ausgelaufen.

Für die gesamte Wesermarsch – inklusive Butjadingen –  gilt seitdem ausschließlich die jeweils gültige Rechtsverordnung des Landes. Als Gründe für den Verzicht auf eine Verlängerung der Allgemeinverfügung sagte der Landrat Thomas Brückmann: „Wichtig ist, dass die jeweils geltende Rechtsverordnung den Schutz der Bevölkerung umfassend gewährleistet.“ Der Landkreis und seine neun Kommunen entscheiden mit Augenmaß über mögliche Lockerungen ebenso wie über mögliche Verschärfungen – jeweils basierend auf der aktuellen Corona-Situation in der Wesermarsch und der Region, heißt es in einer Mitteilung des Landrats.

Corona-Regeln im Kreis Aurich mit Norderney, Baltrum und Juist

Private und gewerbliche Vermieterinnen und Vermieter von Ferienwohnungen, Ferienzimmern, Übernachtungs- und Schlafangelegenheiten und ähnlichen Einrichtungen für Beherbergungen und Übernachtungen sind im Landkreis Aurich verpflichtet, bei der zuständigen Kommune Angaben zu ihren Unterkünften und Gästen zu machen. Sofern die Mitteilung vor der Beherbergung unterbleibt, ist die touristische Vermietung untersagt. Verstöße stellen eine Ordnungswidrigkeit dar, heißt es. Dies alles gilt zunächst mindestens bis zum 24. Mai.

Corona-Regelungen im Landkreis Wittmund mit Langeoog und Spiekeroog

Eine Allgemeinverfügung des Landkreises Wittmund zu einem Nutzungsverbot für Zweitwohnungen im Kreisgebiet ist zum 6. Mai ausgelaufen. Darin wurde zuvor und parallel zur Regelung im Nachbarkreis Aurich die Nutzung von Zweitwohnungen auf ein Mindestmaß beschränkt. Der Landkreis Wittmund hat die Situation im Kreisgebiet in zwei Wochen erneut beurteilt und keine weitere Verlängerung der eigenen Allgemeinverfügung bekannt gegeben. Damit gelten im Kreisgebiet alle Regeln auf Grundlage der niedersächsischen Corona-Verordnung und der darin enthaltenen Einschränkungen des Tourismus.

Rubriklistenbild: © Mohssen Assanimoghaddam / picture alliance / dpa

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