Variante B.1.1.7

Corona-Mutation auch in Deutschland: Virus-Abart verbreitet sich weltweit - Was bedeutet das für den Impf-Start?

Ausgerechnet an Heiligabend: In Deutschland wird der erste Fall der neuen Corona-Mutation aus Großbritannien nachgewiesen. Die Behörden reagieren sofort.

  • Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Die Corona-Mutation B.1.1.7. wird erstmals auch in der Bundesrepublik nachgewiesen - Meldung darüber an Heiligabend.
  • Die mit der Coronavirus-Mutation* angesteckte Frau reiste aus Großbritannien über Frankfurt am Main nach Baden-Württemberg ein.
  • Die Coronavirus-Mutation B.1.1.7. soll um bis zu 70 Prozent ansteckender sein.

Update vom 26. Dezember, 20.32 Uhr: Deutschland, Frankreich, Schweden, Spanien und Italien hat die Mutation des Coronavirus bereits erreicht. Was bedeutet die enorme Ausbreitung der ansteckenderen Variante für die Impf-Pläne der europäischen Länder?

Zwischenzeitlich wurde auch in Deutschland der Anfang gemacht. Eine 101 Jahre alt Frau erhielt am zweiten Weihnachtsfeiertag die erste Spritze. Höchste Zeit, denn die neue Form des Coronavirus ist laut einer aktuellen Studie der Londoner Hochschule für Hygiene und Tropenmedizin 50 bis 70 Prozent ansteckender als die Ursprungsvariante.

Die Virus-Arten sind fast gleich, weshalb der Impfstoff vermutlich vor beiden Varianten schützen wird. Was einerseits eine gute Nachricht ist, setzt die handelnden Verantwortlichen nun aber gehörig unter Druck. Wenn die Mutation in der Gesellschaft ankommt, ist ein weiterer enormer Anstieg der Corona-Fallzahlen absehbar. Schließlich breitet sich die Abart deutlich schneller aus. Das Impfen wird so also zu einem Wettlauf mit der Mutation.

Coronavirus: Japan reagiert auf Mutations-Verbreitung und macht Grenzen dicht

Update vom 26. Dezember, 20.08 Uhr: Japan reagiert radikal auf die Verbreitung der Virus-Mutation. Fünf Menschen haben sich im asiatischen Land bereits damit infiziert. Sie waren zwischen dem 18. und 21. Dezember aus England zurückgekehrt.

Ab Montag macht Japan deshalb alle Grenzen dicht, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo. Ausländer dürfen ab dann nicht mehr einreisen. Gesundheitsminister Norishisa Tamura erklärt, das Land befinde sich jetzt in einer zweiwöchigen Quarantäne. Die Grenzschließung soll Medienberichten zufolge sogar bis Ende Januar gelten.

Corona-Mutation: Immer mehr Fälle in ganz Europa - Spanien meldet vier Infizierte

Update vom 26. Dezember, 18.31 Uhr: Die gefährliche Corona-Mutation breitet sich aus. Auch in Spanien ist sie angekommen. Vier Fälle aus Madrid meldet das Gesundheitsministerium.

„Das ist für uns kein Grund, nervös zu werden“, beruhigt Gesundheitsminister Antonio Zapatero. Die britische Virus-Variante sei zwar ansteckender als seine Normalform, sie führe aber nicht zu einem schweren Verlauf der Erkrankung. Das legen neueste Erkenntnisse nahe. Den vier Betroffenen gehe es auch relativ gut, betont Zapatero.

Drei der Fälle wurden per PCR-Test* in der Familie eines Mannes festgestellt, der kurz vor den Feiertagen aus England zurückgekehrt war. Der vierte Infizierte sei ebenfalls zu Beginn der Woche von London nach Madrid gereist.

Corona: Virus-Mutation jetzt auch in Schweden

Update vom 26. Dezember, 16.49 Uhr: Die erstmals in England aufgetauchte Mutation des Coronavirus soll deutlich ansteckender sein. Sie verbreitet sich nun. Auch in Deutschland wurde sie mittlerweile entdeckt.

Jetzt meldet Schweden den ersten Fall. Bei einem England-Rückkehrer, der seine Weihnachtsferien auf der Insel verbracht hatte, wurde die Mutation nachgewiesen. Die anderen Mitglieder seines Haushalts habe er nicht angesteckt, teilt eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde mit.

Der Mann habe sich direkt nach seiner Ankunft in Isolation begeben. Dass es weitere Fälle gibt oder geben wird, könne allerdings nicht ausgeschlossen werden.

Neue Corona-Mutation an Weihnachten erstmals in Deutschland entdeckt - Weitere Details zum ersten Fall

Update 25. Dezember 11.28 Uhr: An Weihnachten machte nicht nur die Meldung aus Deutschland die Runde. Nun wurde bekannt, dass auch in Nigeria der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC zufolge eine weitere neue Coronavirus-Variante kursiert. Es sieht so aus, als habe sie sich getrennt von den Viren-Mutanten in Südafrika und Großbritannien entwickelt, sagte der Leiter der Africa CDC, John Nkengasong, am Donnerstag. Allerdings gebe es noch wenige Daten darüber und es werde weiter geforscht. Die Variante wurde in zwei Patientenproben entdeckt, die im August und Oktober entnommen wurden, wie aus einem Bericht von Forschern in Nigeria hervorgeht.

Wie weit verbreitet die neue Variante in Nigeria oder in anderen Ländern ist, sei noch nicht bekannt. Nkengasong betonte aber, dass Mutationen bei derartigen Viren nicht ungewöhnlich seien. „Wir sollten erwarten, dass diese neuen Varianten weiter auftauchen werden.“ Die Variante in Nigeria besitze jedoch nicht exakt dieselbe Mutation N501Y, die für die rasche Ausbreitung der Corona-Mutante in Großbritannien verantwortlich gemacht wird.

Bulgarien hat indes Flüge von und nach Großbritannien ab Donnerstag wieder erlaubt. Damit wurde ermöglicht, dass Flugzeuge mit Heimkehrern in dem EU-Land wieder landen dürfen. Der wegen der Coronavirus-Mutation ab Montag geltende Flug-Stopp wurde nach drei Tagen wieder aufgehoben. Die Passagiere einer ersten Maschine aus London wurden laut einer Verordnung von Gesundheitsminister Kostadin Angelow noch am Flughafen mit Schnelltests auf das Coronavirus getestet. Insgesamt acht Flugzeuge wurden am Donnerstag aus dem Vereinigten Königreich erwartet.

Update vom 24. Dezember, 18.20 Uhr: Nach und nach werden mehr Details zur ersten nachgewiesenen Corona-Mutation der Variante B.1.1.7 in Deutschland bekannt.

Die mit der Virus-Mutation infizierte Frau reiste demnach am 20. Dezember vom Flughafen London-Heathrow nach Frankfurt am Main. Schon im Airport nahe der Hessen-Metropole sei ein Corona-Schnelltest bei ihr positiv ausgefallen.

Sie befindet sich Behördenangaben zufolge bei Angehörigen im Landkreis Freudenstadt in häuslicher Isolation. Nach dem ersten positiven Schnelltest erfolgte laut einem Sprecher des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums am Montag (21. Dezember) ein PCR-Test, der ebenfalls positiv ausgefallen sei.

Die Abstrichprobe sei an das zuständige Labor der Berliner Charité gesandt worden. Von dort sei am heutigen Donnerstag der Nachweis der Coronavirus-Variante B.1.1.7 erfolgt. Drei enge Kontaktpersonen würden sich ebenfalls in Quarantäne befinden.

Neue Corona-Mutation jetzt auch in Deutschland: Frau reiste aus Großbritannien über Frankfurt nach Baden-Württemberg ein

Erstmeldung vom 24. Dezember: München/Stuttgart - Bitterer Rückschlag für Deutschland in der Coronavirus-Pandemie*. Und das ausgerechnet an Heiligabend und Weihnachten.

Wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium an diesem Donnerstag (24. Dezember) mitteilte, wurde der erste in Deutschland bekannte Fall der neuen Corona*-Mutation im Südwesten der Bundesrepublik nachgewiesen.

Es handelt sich dabei um eine Frau, die am 20. Dezember aus Großbritannien über den Flughafen Frankfurt am Main nach Baden-Württemberg eingereist ist. Für die mit der neuen hochansteckenden Form des Coronavirus* infizierte Frau wurde umgehend häusliche Isolation angeordnet.

In einem Tweet des Ministeriums für Soziales und Integration zu besagtem Corona-Fall hieß es am späten Donnerstagnachmittag: „Die betreffende Person besucht derzeit Angehörige in Baden-Württemberg und reiste am Sonntag, 20. Dezember 2020, über den Flughafen Frankfurt am Main nach Deutschland ein. Bereits bei der Einreise erfolgte am Flughafen ein Schnelltest aller Passagiere auf SARS-CoV-2, der bei betreffender Person positiv ausfiel. Die Person wurde vom Flughafen von der Familie mit dem Auto abgeholt und befindet sich seitdem in häuslicher Isolation.“

Corona-Mutation B.1.1.7 jetzt auch in Deutschland: Großbritannien hatte für London Lockdown verhängt

Am 19. Dezember hatte die britische Regierung von Premierminister Boris Johnson einen neuen Lockdown für Südostengland verhängt, nachdem insbesondere in der Metropolregion London mit ihren vielen Millionen Einwohnern die mutierte Variante B.1.1.7 des Coronavirus festgestellt worden war. Laut britischer Angaben soll die Corona-Mutation um bis zu 70 Prozent ansteckender sein als die bisher bekannte Form des Virus.

Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité hatte indes erst kurz vor Weihnachten die Annahme geäußert, dass die Corona-Mutation aus Großbritannien* sehr wahrscheinlich schon in Deutschland sei. Jetzt gibt es offenbar den ersten konkreten Beweis dafür. (pm) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Machen Sie mit bei unserer Corona-Umfrage und sichern Sie sich Ihre Chance auf einen Gewinn

Wie erleben Sie die Corona-Pandemie? Wie verändern sich Ihr Wohlbefinden, Ihre sozialen Kontakte, Ihre Arbeits­situation? In einer groß angelegten Studie will das gemeinnützige Forschungsinstituts ISDC herausfinden, was die Pandemie sozial, psychologisch und ökonomisch für uns bedeutet. Sie, liebe Leserinnen und Leser, können bei dieser Befragung mitmachen – und dabei gewinnen: Unter allen Teilnehmern im Dezember verlost das ISDC zehn Einkaufsgutscheine im Wert von je 50 Euro.
Die Teilnahme ist nur online möglich unter dem Link: www.lifewithcorona.org/mm-tz
Weitere Infos zu der Befragung finden Sie hier.

Rubriklistenbild: © Kenzaburo Fukuhara/dpa/Kyodo News

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare