Verblüffende Vierbeiner

Hunde können eine Coronavirus-Infektion bis zu fünf Tage vor dem Test erkennen

Eine Frau streichelt zwei Spürhunde am Flughafen Helsinki.
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Forscher aus Finnland setzte im Kampf gegen das Coronavirus auf drei Spürhunde. Sie erschnüffelten zuverlässig das Virus bei Flugpassagieren.

Forscher aus Finnland setzen im Kampf gegen das Coronavirus auf Vierbeiner: Eine Studie deutet darauf, dass Hunde den Erreger mit ihrer Nase erschnüffeln können.

Helsinki - Weltweit breitet sich das Coronavirus (*BW24 berichtete) weiter ungehindert aus - allein in Deutschland gibt es laut Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 481.000 Menschen, die sich nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Die Regierung in Berlin kündigte am Mittwoch angesichts der rasant steigenden Corona-Fallzahlen nun einen zweiten Teil-Lockdown* im November an. Dabei stellte Bundeskanzlerin Merkel die ab dem 2. November in Kraft tretenden Lockdown-Regeln* vor.

Auch die Wissenschaft arbeitet vehement an der Eindämmung des Coronavirus - etwa das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac, das einen Impfstoffes gegen das Coronavirus entwickelt

Ein finnisches Forscherteam der Universität Helsinki untersuchte nun, ob Hunde das Coronavirus zuverlässig erkennen können. Für die Studie ließen die Wissenschaftler am Flughafen Helsinki drei Spürhunde an 2.200 Passagieren schnüffeln - oder besser gesagt an einem Tupfer, der vorher über die Haut des Fluggastes gewischt wurde.

Coronavirus: Hunde erstaunlich korrekt bei Nachweis von Infekten

Das Ergebnis war verblüffend: Die Hunde konnten bei 0,6 Prozent der getesteten Passagiere eine Corona-Infektion erkennen - und das bis zu fünf Tage früher als ein Covid-19-Test*. Die Ergebnisse der Hunde deckten sich zum Großteil mit den Ergebnissen der offiziellen Corona-Tests*, die zur gleichen Zeit am Flughafen Helsinki durchgeführt wurden. Die Forscher hätten 16.000 bis 17.000 PCR-Tests durchgeführt und weniger als ein Prozent davon seien positiv gewesen, berichtete der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Vantaa Timo Aronkyto vor Pressevertretern.

Jetzt müssen die Forscher noch untersuchen, ob die Hunde wirklich alle Corona-Infektionen erkennen konnten, die auch durch die Corona-Tests bestätigt wurden. Die Ergebnisse dazu sollen Ende 2020 vorgestellt werden.

Hunde erschnüffeln Coronavirus: Deutsche Forscher bilden Tiere für Corona-Tests aus

Die Wissenschaftler hatten bereits bei der ersten Coronawelle beobachtet, dass Hunde das Coronavirus fast bis zu 100 Prozent richtig erkennen können. Auch in Deutschland werden Corona-Spürhunde ausgebildet. Die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) etwa hatte dazu im Juli dieses Jahres erste Ergebnisse vorgestellt.

Für ihre Studie hatten die Forscher Spürhunde der Bundeswehr für das Coronavirus sensibilisiert. Die Tiere konnten nach einer Woche Ausbildung unter 1012 Proben 94 Prozent richtig identifizieren. Es gibt ähnliche Projekte mit Spürhunden, bei denen sie zur Erkennung von Krankheiten wie Krebs oder Infektionen eingesetzt werden. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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