Nachbar fürchtete den Samstagabend

Musik-Liebhaber trällert dauernd Lieblingssongs mit - und muss jetzt eine sehr hohe Strafe zahlen

Eine Musik-Playlist - (Symbolbild)
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Eine Musik-Playlist (Symbolbild)

Lieder mitsingen - für viele gehört das im Alltag dazu. Ein Mann in London scheint es wohl übertrieben zu haben.

London - Ziemlich jeder war schon einmal in einer guten Stimmung. Daheim, in den eigenen vier Wänden, gute Laune und nebenbei läuft Musik. Da wird der eine oder andere Klassiker eben mal mitgegrölt - unabhängig von der eigenen Stimme für viele ein befreiendes Gefühl. Und während des Corona-Lockdowns* vielleicht für manche auch die einzige Beschäftigung. Vielleicht als Ausgleich für Konzerte, die ausfallen oder um Dampf abzulassen.

Musik oder Lärm? Hat Londoner inbrünstig mitgegrölt?

Ein Mann in London muss nun deswegen umgerechnet 3000 Euro zahlen. Weil er die Werke seiner Lieblingsbands so laut mitgesungen hatte, dass die Verwaltung des Bezirkis Barking and Dagenham laut dpa nicht anders handeln konnte. Abba, Dire Straits oder New Order - seine Nachbarn waren vor nichts sicher, wenn der Mann mal aufblühte.

Rund 150 Beschwerden wegen Ruhestörung häuften sich in den vergangenen Jahren an, hieß es in einer Mitteilung der Bezirksverwaltung. Ermahnungen von Mitarbeitern der Ordnungsbehörde habe er einfach ignoriert. Als es schließlich Mitte Februar dieses Jahres zu einer Gerichtsverhandlung kam, ließ sich der Beschuldigte nicht blicken. Der Richter entschied daher, ihm in Abwesenheit Bußgelder, Schmerzensgeld und entstandene Kosten in Höhe von 2748 Pfund (umgerechnet etwa 3170 Euro) in Rechnung zu stellen.

Londoner wehrt sich: „Soll ich daheim sitzen und nichts tun?“

Der 50-Jährige soll laut „Evening Standard“ Songs wie „Islands in the Stream“ von Kenny Rogers & Dolly Parton oder „Sultans of Swing“ von den Dire Straits von sich gegeben haben. Je näher die Samstagabende rückten, desto größer wurde die Befürchtung eines Nachbarn. Er meinte: „Es war sehr laut und sein Gesang war fürchterlich“. Wohl nicht alle Nachbarn sahen es derart drastisch.

Auch der Angeklagte selbst kommt bei dem Blatt zu Wort und gesteht sich keine großen Fehler ein. „Was wird von uns erwartet, das wir still zuhause sitzen?“, fragt er sich wahrscheinlich mit Blick auf die Beschränkungen während der Corona-Pandemie*. Mit Freunden zusammen habe er auch Songs wie „Gimme! Gimme! Gimme!“ von „Abba“ geträllert. (ank mit dpa) tz.de ist Teil von IPPEN MEDIA

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