Nächste Infektion mit Beulenpest

Mitten in Corona-Pandemie: Furchterregende Krankheit in China lebt wieder auf - auch Deutschland in Gefahr?

China hat neben der Corona-Pandemie offenbar mit einer weiteren Krankheit zu kämpfen. Zuletzt häufen sich in dem Land Fälle von Pest. Ist auch Deutschland gefährdet?

  • In China häufen sich aktuell Fälle der Beulenpest.
  • Gesundheitsbehörden sind alarmiert und verschärfen Sicherheitsvorkehrungen.
  • Die Infektionskrankheit verläuft immer wieder tödlich.

Update, 10. Juli, 6.24 Uhr: Nachdem in China ein Fall der Beulenpest bekannt wurde und in der Mongolei mehrere Menschen an der potenziell tödlichen Infektion erkrankt sind, stellt sich die Frage, kann die Krankheit auch nach Deutschland kommen? Das Bakterium Yersinia pestis, dass die Beulen- und Lungenpest auslösen kann, wird in der Regel von Rattenflöhen auf den Menschen übertragen. Doch im Fall des erkrankten Mannes aus China soll der Erreger von einem Murmeltier stammen. Murmeltiere sind auch in den bayerischen Alpen zu Hause.

Geht jetzt von den heimischen Nagern eine Gefahr aus? In der Hinsicht gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) Entwarnung. Schon allein wegen der guten hygienischen Standards sei der „Schwarze Tod“ hierzulande ausgestorben. Und aus anderen Ländern kam der Erreger bisher ebenfalls nicht. „Nach Deutschland wurden in den vergangenen Jahrzehnten keine Pestfälle importiert. (...) In Deutschland sind aktuell keine Tierreservoire von Y. pestis bekannt“, so das RKI. Sollte es die Pest doch ins Land schaffen, dann stehen die Heilungschance bei rechtzeitiger Gabe von Antibiotika gut.

Mitten in Corona-Pandemie: Fälle von tödlicher Krankheit häufen sich in China - Behörden alarmiert

Peking - In China hat es einen neuen Fall der Beulenpest gegeben. In der nordchinesischen Region Innere Mongolei wurde die Infektionskrankheit bei einem Hirten nachgewiesen. Laut der städtischen Gesundheitskommission in Bayannur wird der Mann in einer Klinik behandelt und befindet sich in stabilem Zustand.

Dennoch nahmen die örtlichen Gesundheitsbehörden den Fall zum Anlass, Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen. So dürfen bis Jahresende keine Tiere mehr gejagt und gegessen werden, die das Bakterium übertragen können. Auch soll die Bevölkerung der autonomen Region kranke oder tote Nagetiere melden.

Infektionen mit Beulenpest: Fälle häufen sich in China

Das Verbot betrifft insbesondere Murmeltiere, deren Fleisch in China, das laut US-Präsident Donald Trump die Verbreitung des Coronavirus nicht verhindert hat, gerne verspeist wird. Die Nager sowie auch Ratten scheinen ein gefährlicher Wirt des Pest-Erregers Yersinia pestis zu sein, der über Flöhe auf den Menschen übertragen wird. Eine Tier-Mensch-Übertragung wird auch beim Coronavirus* vermutet.

Nach dem Verzehr von Murmeltier-Fleisch gab es bereits zuletzt Fälle der Beulenpest. Vor wenigen Tagen klagte laut Chinas staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua in der benachbarten Mongolei ein 15-Jähriger über Fieber. In der mongolischen Provinz Khovd waren zudem in der vergangenen Woche zwei Infektionen von Brüdern gemeldet worden, die eine Quarantäne von mehr als 140 Kontaktpersonen zur Folge hatte.

Beulenpest in China: Krankheit verläuft oft tödlich 

China ist immer mal wieder von der Krankheit betroffen. So wurden etwa im November vergangenen Jahres im Norden des Landes vier Fälle von Beulen- und Lungenpest binnen eines Monats registriert. Die örtlichen Behörden waren in Alarmbereitschaft und gingen weiträumig mit Gift gegen Flöhe und Ratten vor.

Auch wenn die Pest behandelbar ist, kommt es im Reich der Mitte zu tödlichen Verläufen. Zwischen 2014 und September 2019 überlebten laut der nationalen Gesundheitskommission fünf Menschen die Krankheit nicht. Inzwischen grassiert in China das nächste tödliche Virus: Sieben Menschen starben bereits. (mt/afp) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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