England verlässt den Lockdown

Corona-Paukenschlag: Johnson nennt Termin für „Normalität“ - und will „Einbahnstraße in die Freiheit“

Premierminister Boris Johnson hat einen ambitionierten Plan. Bis zum Sommer will der Regierungschef Großbritanniens alle Einschränkungen in England beenden.

London - In Deutschland dauert der Corona*-Lockdown aktuell noch an. Kanzlerin Angela Merkel soll einen 4-Stufen-Plan für Lockerungen vorgeschlagen haben. Ihre Kollegen in Großbritannien sind derweil schon einige Schritte weiter.

Wie der britische Premierminister Boris Johnson am Montag mitteilte, plant seine Regierung die Rückkehr zur Normalität ab dem 21. Juni 2021. Bis dahin sollen in England alle Corona*-Einschränkungen aufgehoben werden.

Corona-Lockdown in England: Johnson will Ende der Einschränkungen bis Sommer 2021

Johnson erklärte seinen Lockdown-Exit-Plan im britischen Unterhaus in der Hauptstadt London. Demnach will die Regierung Großbritanniens den Lockdown im größten britischen Landesteil schrittweise innerhalb von fünf Wochen aufheben. Das Vorhaben ist daran gekoppelt, dass die Corona-Infektionszahlen weiter sinken und auch die Impfkampagne einen positiven Verlauf nimmt. Zudem könnte das Auftreten einer neuen Virus-Mutation* Johnsons Plan stoppen, falls sich dadurch die Lage zum Nachteil verändern würde.

Johnson betonte in seiner Rede, sein Land werde den Weg aus dem Lockdown vorsichtig, aber unwiderruflich
gehen. Die Aussicht auf ein Ende der coronabedingten Einschränkungen in weiten Teilen Großbritanniens habe man aus Sicht des Premiers auch dem bisherigen Erfolg der Corona-Impfungen* zu verdanken. „Wir machen uns auf einen Weg, von dem ich hoffe und glaube, dass es eine Einbahnstraße in die Freiheit ist, und diese Reise wird durch das Tempo des Impfprogramms ermöglicht“, sagte der Premier.

Corona in Großbritannien: Schrittweise Öffnungen in England ab Anfang März

Johnson nannte einige Stichdaten, zu denen Teile des öffentlichen Lebens wieder ihren Betrieb aufnehmen sollen. Schon am 8. März sollen in England alle Schulen wieder öffnen. Dagegen wollen Schottland und Wales ihre Schulen etappenweise öffnen und haben damit in dieser Woche begonnen. Dort sind ebenso wie in Nordirland die Regionalregierungen zuständig. 

Derweil sieht Johnsons Plan vor, in England ab der zweiten März-Woche wieder mehr soziale Kontakte zu erlauben. Eine weitere Steigerung ist am 29. März vorgesehen, dann sollen bis zu sechs Personen oder zwei Haushalte im Freien zusammenkommen dürfen. Des Weiteren würden dann auch Sportanlagen im Freien wieder nutzbar sein, so wie Tennis- oder Golfplätze.

In einem weiteren Schritt ist vom 12. April an geplant, auch Läden, Museen oder Büchereien sowie Pubs und Restaurants wieder zu öffnen - allerdings vorerst nur für den Außenbetrieb. Erst ab 17. Mai könnten Kinobesuche und Hotelübernachtungen erlaubt sein.

Corona in Großbritannien: Hochzeiten und Reisen sollen in England ab Mai wieder erlaubt sein

Gute Nachrichten gibt es auch für Heiratswillige: Ab Mitte Mai könnten bei planmäßigem Verlauf auch wieder Hochzeiten mit bis zu 30 Menschen stattfinden. Gleiches gilt für vergleichbare Veranstaltungen. Auch Urlaubsreisen außerhalb Großbritanniens stellte Johnson in Aussicht. Zudem peilt die britische Regierung in ihrem Plan an, dass dann auch wieder Fußballspiele vor bis zu 10.000 Zuschauern möglich sind.

Grund für den Optimismus der Briten waren die jüngsten Infektionszahlen auf der Insel. So war in den vergangenen Wochen die Zahl der Neuinfektionen stark gesunken. Parallel dazu wurden in Großbritannien schon über 17,5 Millionen Menschen mit ihrer ersten Dosis gegen das Coronavirus geimpft. (kh) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

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