News-Ticker zur Pandemie

Corona: Inzidenz in Deutschlands Hotspot steigt ungebremst - dennoch Hoffnungs-Nachricht aus Kliniken

In Deutschland machen weiter sinkende Infektionszahlen Hoffnung in der Corona-Krise. Gleichzeitig steigt die Inzidenz in einzelnen Hotspots ungebremst weiter. Der News-Ticker.

  • Die Corona-Neuinfektionen* in Deutschland sinken weiter, wie das RKI am Sonntagmorgen berichtet (siehe Update vom 2. Mai, 07.37 Uhr)
  • In einzelnen Hotspots steigt die Sieben-Tage-Inzidenz dagegen ungebremst weiter (siehe Update vom 2. Mai, 11.44 Uhr)
  • Die Lage in den Kliniken scheint sich langsam ein wenig zu entspannen. (siehe Update vom 2. Mai, 14.35 Uhr)
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Hier finden Sie die Fortsetzung ab dem 2. Mai.

Update vom 2. Mai, 14.35 Uhr: Nicht nur die sinkende Zahl der Neuinfektionen und der aktuelle R-Wert geben in der Corona-Krise in Deutschland Anlass zu Hoffnung. Auch die Lage in den Krankenhäusern scheint sich zu stabilisieren. Offenbar hat Deutschland den Höhepunkt der dritten Corona-Welle erreicht. Neben dem positiven Trend bei den Zahlen geben auch Mediziner erste Entwarnung. „Die Kliniken in Deutschland spüren ganz überwiegend eine erste, leichte Entlastung“, wird der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Gerald Gaß von bild.de zitiert. Er sei zuversichtlich, dass beim Zuwachs der Intensivpatienten kein exponentieller Anstieg mehr zu befürchten sei, so Gaß.

Ähnlich klingt die Einschätzung von Prof. Christoph Josten, dem medizinischen Direktor der Universitätsklinik Leipzig. Auch er spricht gegenüber Bild von einem Höhepunkt der Belastung der Intensivmedizin. Nach Ansicht von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hätten die „berechtigten Warnungen führender Mediziner und Experten“ ihre Wirkung gezeigt.

Corona: EU-Impfausweis sorgt wegen Sicherheitslücke für Besorgnis

Update vom 2. Mai 13.02 Uhr: Der geplante europäische Corona-Impfnachweis* lässt sich einem Medienbericht zufolge problemlos fälschen. Nach Planungen des Gesundheitsministeriums sollen die im gelben Impfpass eingetragenen Impfnachweise umstandslos in Arztpraxen, Impfzentren oder in Apotheken auf den neuen EU-Impfausweis übertragen werden können, wie die Welt am Sonntag berichtet. Da dieser Nachweis im gelben Impfpass leicht zu fälschen sei, sei auch das darauf aufbauende neue EU-Zertifikat entsprechend anfällig für Betrug*.

Corona-EU-Impfausweis: Gesundheitsministerium räumt Sicherheitslücke ein

Das Bundesgesundheitsministerium räumte gegenüber der Zeitung die Sicherheitslücke ein. Bei der Prüfung der analogen Impfpässe sei "besondere Vorsicht geboten". Das gelte auch, wenn "die Informationen in einen digitalen Impfpass übertragen werden", erklärte das Ministerium.

Die Hackervereinigung Chaos Computer Club (CCC) sieht die Verantwortung für die offene Sicherheitslücke beim Gesundheitsministerium. Beim Eintrag in den gelben Ausweis fehle die Absicherung gegen Fälscher komplett, sagte Sprecher Matthias Marx. "Das hätte man auch besser lösen können - mit Hologrammaufklebern etwa, mit geprägtem Papier, mit Materialien, die sich nicht jeder auf Amazon zusammenklicken kann."

Corona: Inzidenz in Deutschlands Hotspot steigt ungebremst

Update vom 2. Mai 11.44 Uhr: Während die Inzidenz in Gesamtdeutschland sinkt, steigt sie in einzelnen Hotspots ungebremst weiter. Im Saale-Orla-Kreis in Thüringen hat die Sieben-Tage-Inzidenz* am Sonntag einen Wert von 479,4 Fälle je 100.000 Einwohner binnen einer Woche erreicht. Am Vortag lag diese noch bei 420,9. Eine Inzidenz von über 300 haben außerdem noch die beiden sächsischen Landkreise Mittelsachsen (339) und der Erzgebirgskreis (324,8) sowie SK Hamm in Nordrehin-Westfalen (302,9).

Die Landkreise mit den niedrigsten Inzidenzen findet sich allesamt im Norden Deutschlands. Spitzenreiter sind mit einem Wert von nur 28,1 LK Wittmund in Niedersachsen, SK Lübeck in Schleswig-Holstein (36,5) und - ebenfalls in Schleswig-Holstein - LK Schleswig-Flensburg (36,8)

Das RKI-Dashboard zeigt die rot eingefärbten Kreise in Deutschland mit hoher Inzidenz. Pink markiert der Hotspot Saale-Orla-Kreis (Thüringen).

Corona-Hoffnung in Deutschland - Katastrophe in Indien: Botschafter schildert Drama

Update vom 2. Mai, 9.37 Uhr: Während sich in Deutschland der positive Trend bei den Corona-Neuinfektionen abzeichnet und auch der aktuelle R-Wert des RKI Hoffnung macht, spitzt sich die Katastrophe in Indien immer weiter zu*. Der deutsche Botschafter in Indien, Walter Lindner, hat schockierende Szenen aus dem von der Corona-Pandemie heftig getroffenen Land geschildert. „Die Lage ist schrecklich und deprimierend“, sagte er am Samstagabend im ZDF-„heute journal“. „Die Leute ersticken zum Teil in den Autos, weil sie vom einen Krankenhaus zum nächsten fahren. Die ersticken in der Wartereihe, um auf Sauerstoff zu warten. Das ist alles schrecklichst, was wir draußen erleben.“

In den Sozialen Medien häufen sich die Hilferufe - mit der Hoffnung auf ein Krankenhausbett oder Sauerstoff. „Und am nächsten Tag heißt es dann oft: „Leider gestorben, niemand hat uns geholfen“.“ Die aktuelle Situation sei ein „Riesenschlag“ für das Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern.

Indien verzeichnet derzeit Tag für Tag neue globale Höchstwerte bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Am Samstag wurden mehr als 400.000 neue Fälle gemeldet. Zahlreiche Länder haben Unterstützung zugesagt, aus Deutschland landete am Samstag ein Flieger mit 120 Beatmungsgeräten an Bord in Neu Delhi. Zudem sollen deutsche Sanitätssoldaten in Indien in den kommenden Tagen eine große Sauerstoffgewinnungsanlage in Betrieb nehmen.

Corona in Deutschland: Positiver Trend geht weiter - R-Wert macht Hoffnung

Update vom 2. Mai, 07.37 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 16.290 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 110 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:58 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Sonntag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 18.773 Neuinfektionen und 120 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 146,5 - damit entwickelt sich die Sieben-Tage-Inzidenz am sechsten Tag in Folge rückläufig. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 148,6 angegeben, vor einer Woche mit 165,6.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.416.822 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.024.600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 83.192.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 0,93 (Vortag: 0,94). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona in Deutschland: Post verweigert Zustellung in einer Straße in NRW - zum Schutz ihrer Mitarbeiter

Update vom 1. Mai, 20.10 Uhr: Aus Sorge vor Corona-Infektionen stellt die Deutsche Post seit Wochen in einer Sackgasse in einem Viertel der Stadt Duisburg keine Sendungen mehr in die Hausbriefkästen zu. Die Situation sei für Zusteller durch distanzloses Verhalten vieler Anwohner, die zumeist auch keine Masken trügen, nicht mehr tolerabel gewesen, erklärte die Sprecherin der Deutschen Post, Britta Töllner, gegenüber der dpa.

Aus Sorge vor Corona-Infektionen stellt die Deutsche Post in einer Duisburger Sackgasse seit Wochen keine Sendungen mehr direkt zu. (Symbolbild)

Die Sackgasse im Duisburger Stadtteil Rheinhausen wird von Wohnblocks umfasst. Seit Beginn der Corona-Pandemie seien die Transporter der Zusteller immer wieder von Anwohnern umringt worden. Postmitarbeiter hätten nicht mehr aussteigen wollen und sich durch zu wenig Abstand bedrängt und durch fehlende Masken in ihrer Sicherheit gefährdet gefühlt, so Töllner weiter. Es habe zwar keine Übergriffe gegeben, vereinzelt sei es aber zu verbal aggressiv aufgeladenen Situationen gekommen.

Um ihre Mitarbeiter zu schützen, habe die Post daher die direkte Zustellung in die Häuser ausgesetzt, sagte Töllner. Die Menschen könnten ihre Briefe und Sendungen seit Februar in einer benachbarten Filiale abholen. „Viele machen von der Möglichkeit auch Gebrauch und nutzen dort unsere Bereitstellungsfächer“, erklärte die Sprecherin. Bereits im vergangenen Jahr hatte es nach Angaben der Post Versuche gegeben, mit Hilfe von Dolmetschern und Streetworkern in dem Viertel für mehr Sicherheit und die Einhaltung der Schutzmaßnahmen zu werben. Bislang reiche die Wirkung noch nicht aus, um die Zusteller wieder in die Straße zu schicken, erklärte Töllner. „Erst muss dauerhaft sicher gestellt sein, dass sie nicht in Gefahr geraten.“

Corona in Deutschland: Laschet für vorrangige Impfung in „prekären, schwierigeren Stadtteilen“

Update vom 1. Mai, 18.25 Uhr: Am Samstag zeigte sich CDU-Chef Armin Laschet aufgeschlossen für eine vorrangige Corona-Impfung in „prekären, schwierigeren Stadtteilen“ mit hohen Infektionszahlen. „Inzidenzzahlen sind höher, wo Menschen enger beieinander wohnen“, sagte der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. „Dann müssen wir als Staat auch darauf reagieren, da präsent sein, da auch eine Impfpriorität einführen“, so der Kanzlerkandidat der Union.

CDU-Chef Armin Laschet sprach sich am Samstag für eine vorrangige Corona-Impfung in „prekären, schwierigeren Stadtteilen“ aus.

Zuvor haben bereits Intensivmediziner an die Politik appelliert, in sozialen Brennpunkten verstärkt gegen das Coronavirus zu impfen. „Auf den Intensivstationen liegen überdurchschnittlich viele Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten, Menschen mit Migrationshintergrund und sozial Benachteiligte“, sagte der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, der Rheinischen Post. „Um diese Menschen besser zu schützen und die Intensivstationen zu entlasten, sollten alle Bürgermeister und Gesundheitsämter mobile Impfteams in die sozialen Brennpunkte ihrer Städte schicken. Das würde eine Menge bringen, denn das Impftempo ist derzeit vielversprechend“, so sein Vorschlag.

Der Deutsche Städtetag plädierte ebenfalls für mehr Anstrengungen, um sozial Benachteiligte zu impfen. „Soziale Unterschiede dürfen nicht dazu führen, dass ein Teil der Menschen abgehängt wird, weil für sie der Zugang zu Impfungen zu schwer ist“, erklärte Städtetags-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er forderte einen verstärkten Einsatz von mobilen Impfteams, um mehr Menschen individuell anzusprechen.

Corona in Deutschland: Mecklenburg-Vorpommern will Einreiseverbot für Geimpfte lockern

Update vom 1. Mai, 15.48 Uhr: Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Greifswald will die Landesregierung das Einreiseverbot nach Mecklenburg-Vorpommern lockern. „Die Landesregierung wird den Hinweis des Gerichtes, für vollständig geimpfte Menschen Erleichterungen vorzunehmen, umsetzen“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstag der dpa. Das Gesundheitsministerium werde einen Vorschlag für Einreisen insbesondere zum Aufsuchen von Zweitwohnungen vorbereiten.

Laut Corona-Landesverordnung ist die Einreise in das Bundesland nur in Ausnahmefällen erlaubt. Das OVG hatte die Regelung am Freitag für unrechtmäßig erklärt und als willkürlich bezeichnet, weil sie vollständig geimpfte und nicht geimpfte Menschen gleichbehandele. Das Gericht hat die Regelung jedoch nicht aufgehoben mit Verweis auf die weitreichenden Folgen, die ein solcher Schritt für die Pandemiebekämpfung hätte. Auch nicht geimpfte Menschen dürften dann einreisen. Der Antragssteller war nach Aussage des Gerichts bereits geimpft und hat seinen Nebenwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern.

Corona: Lockerungen für Geimpfte und Genesene in NRW

Update vom 1. Mai, 10.15 Uhr: In NRW sollen von Montag an erste Erleichterungen für vollständig Corona-Geimpfte gelten. Wer geimpft oder bereits eine Ansteckung durchgemacht hat, müsse dann etwa im Einzelhandel keinen negativen Schnelltest mehr vorweisen.

Auch die Quarantäne für Reisende, die aus Corona-Risikogebieten in das Bundesland kommen, kann demnach für Geimpfte und bereits Infizierte entfallen. Vorteile haben Geimpfte und Genesene etwa im Einzelhandel, bei Besuchen in Zoos und Botanischen Gärten oder beim Friseurbesuch. Dort bekommen Kunden im Moment eigentlich nur Zutritt, wenn sie einen höchsten 24 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können.

Corona in NRW: Laschet will weitergehende Lockerungen für Geimpfte nur „im Geleit mit dem Bund“

Diese Testpflicht entfällt nun ab Montag für diejenigen, die seit 14 Tagen einen vollständigen Impfschutz haben oder durch einen mindestens 28 Tage alten positiven PCR-Test nachweisen können, dass sie bereits eine Corona-Infektion überstanden haben. Auch die Testpflicht in Schulen entfällt für diese Personengruppe - allerdings werden Schüler bislang kaum geimpft.

In Nordrhein-Westfalen gelten somit ab Montag ähnlich wie in zahlreichen anderen Bundesländern schon Erleichterungen, noch bevor über die bundeseinheitliche Regelung für die Rechte von Geimpften entschieden ist. Weitergehende Erleichterungen für Geimpfte müssten nun aber „im Geleit mit dem Bund und den anderen Ländern“ erfolgen, betonte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

NRW startet Lockerungen für Corona-Geimpfte.

RKI meldet neue Corona-Zahlen für Deutschland: Inzidenz den fünften Tag in Folge rückläufig

Update vom 1. Mai, 6.57 Uhr: Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut (RKI) 18.935 Neuinfektionen gemeldet, außerdem kamen 232 neue Todesfälle hinzu. Das geht aus RKI-Zahlen am Samstagmorgen hervor. Am Samstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 23.392 Neuinfektionen und 286 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag am Samstagmorgen bundesweit bei 148,6 - damit entwickelt sich die Sieben-Tage-Inzidenz am fünften Tag in Folge rückläufig. Am Vortag hatte das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz mit 153,4 angegeben, vor eine Woche mit 164,4.

Seit Beginn der Pandemie gibt es 3.400.532 nachgewiesene Infektionen in Deutschland. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.012.100 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 83.082.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 0,94 (Vortag: 0,92). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 94 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona in Deutschland: Nächste Bundesland lockert für Geimpfte - Fällt auch Masken-Pflicht bald teils?

Update vom 30. April, 20.30 Uhr: Was bundesweit noch diskutiert wird, soll im Saarland schon ab nächster Woche umgesetzt werden: Wer bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist oder bereits eine Infektion hinter sich hat, ist von der Testpflicht befreit. Das hat am Freitag eine außerordentliche Ministerratssitzung beschlossen.

Geimpfte und Genese würden künftig getesteten Menschen gleichgestellt, teilte die Staatskanzlei laut dpa am Freitagabend mit. Für sie entfalle ab Montag die Testpflicht zum Beispiel für einen Friseurbesuch oder einen Einkauf in bestimmten Geschäften. Zudem entfalle eine Quarantänepflicht nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet, wenn es sich nicht um ein Gebiet mit einer Virusvariante handelt.

„Wir nehmen in einem ersten Schritt bestimmte Einschränkungen für Geimpfte und Genesene zurück“, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). Die Erleichterungen für Geimpfte beginnen 14 Tage nach der zweiten Impfung. Als genesen gilt, wer eine Infektion durchgemacht hat, wenn die zugrundeliegende PCR-Testung mindestens 28 Tage und nicht länger als sechs Monate zurückliegt. In anderen Bundesländern, wie Bayern gibt es bereits ähnliche Regelungen. Bundesweit könnte sich eine solche Regelung ebenfalls bald durchsetzen. Die Bundesregierung gab sich am Freitag in Berlin zuversichtlich und will kommende Woche einen Vorschlag machen. Eine entsprechende Verordnung wäre dann Ende Mai zu erwarten.

Impf-Skepsis bei Astrazeneca: In Bayern und Hessen werden besonders viele Termine abgesagt

Update vom 30. April, 18.48 Uhr: Der Impfstoff von Astrazeneca scheint sein schlechtes Image einfach nicht loszuwerden. Wie eine aktuelle Studie des Norddeutschen Rundfunks zeigt, verzichten immer noch zahlreiche Deutsche auf ihren Impftermin mit dem Stoff des Britisch-Schwedischen Herstellers. Die Ausfallquote in einigen Bundesländern ist hoch.

So liege die durchschnittliche Terminausfallquote bei Astrazeneca in den hessischen Impfzentren zuletzt bei rund 25 Prozent. Auch Bayern klage über eine „gewisse Zurückhaltung“ heißt es in der Studie, hier werde die Ausfallquote mit bis zu 20 Prozent beziffert. Weniger Probleme gebe es dagegen in Bremen und Hamburg. Inzwischen überbuchen einige Impfzentren ihre Termine, weil damit gerechnet wird, dass einige Impfberechtigte abspringen, wenn sie nicht Moderna oder Biontech gespritzt bekommen.

Bayern hat inzwischen genau wie Berlin und Mecklenburg-Vorpommern die Alterspriorisierung bei einer Impfung mit Astrazeneca aufgehoben.

Update vom 30. April, 17.41 Uhr: Deutschland befindet sich derzeit in einer Stagnationsphase der Zahl der Corona-Infektionen. Sind das Anzeichen dafür, dass die Pandemie schon in einigen Wochen überwunden werden kann? Wohl kaum. Experten erklären, welche Faktoren* die derzeitige positive Entwicklung begünstigt haben.

Update vom 30. April, 16.59 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn hat darauf aufmerksam gemacht, dass Corona-Impfungen in besonders betroffenen Gebieten oder sozialen Brennpunkten möglich sind. Dort könne verstärkt geimpft und auch von Priorisierungen abgewichen werden, sagte Spahn. Das habe schon an vielen Stellen stattgefunden und sei „unbedingt sinnvoll“. Städte und Intensivmediziner forderten mehr Corona-Impfungen für sozial Benachteiligte*.

Corona in Deutschland: Fällt die Masken-Pflicht für Geimpfte schon in wenigen Monaten? Spahn macht Andeutung

Update vom 30. April, 14.29 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn besuchte am Freitagvormittag, dem 30. April, ein Impfzentrum in Hamburg. Bei einem Statement danach bedankte er sich bei allen Mitarbeitern in den Zentren und in den Arztpraxen. Spahn verteidigte nochmal die Impf-Priorisierung, und sprach von den vermiedenen Toten und schweren Verläufen bei älteren Bürgern. „Im Mai wird jeder Dritte Deutsche geimpft sein, im Juni wird dann die Priorisierung aufgehoben.“ Auch den Antrag von Biontech für die Zulassung des Impfstoffes für zwölf bis 15-Jährigen stimmte ihn hoffnungsvoll. Mit den Impfungen für Schüler und Studenten könnte im Herbst in den Schulen und Universitäten wieder ein Stück Normalität anfangen.

Geimpfte sollen demnächst wieder mehr Freiheitsrechte zurückbekommen, Masken müssen Geimpfte für eine Übergangsphase aber laut Spahn noch tragen. Geimpfte und Getestete müssen diese Beschränkungen solidarisch zusammen mit allen anderen hinnehmen: „Masken-Tragen ist nervig, aber wir sprechen hier nicht von Jahren, sondern von Wochen und Monaten.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) besichtigt ein Impfzentrum bei Hamburg.

Update vom 30. April, 12.59 Uhr: Die Impfungen schreiten voran, jetzt sollen Geimpfte auch mehr Grundrechte zurückbekommen. Wann die meisten Corona-Einschränkungen für vollständig Geimpfte und Genesene fallen, ist jedoch noch unklar. Die Regierung wolle das aber „mit großem Druck und großem zeitlichem Ehrgeiz“ angehen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte am Donnerstag einen Vorschlag für eine Verordnung dazu gemacht. Insbesondere von Beschränkungen für private Treffen und nächtlichen Ausgang sollen diese Gruppen ausgenommen werden.
„Die Bundesregierung möchte mit dieser Verordnung schnell in Bundestag und Bundesrat gehen“, erklärte Seibert.

Man sei in einer „Zwischenphase“, sagte der Regierungssprecher. Einerseits hätten bereits Millionen Bürger in Deutschland einen vollständigen Impfschutz, andererseits gebe es noch deutlich mehr, die ihn nicht haben. Es gehe um eine komplexe Aufgabe und um „Grundrechte, die geachtet und geschützt werden müssen“.

Corona in Deutschland: Impf-Zahlen bleiben nach Rekord weiter hoch

Update vom 30. April, 10.36 Uhr: Die Corona-Lage in Deutschland scheint immer hoffnungsvoller, während die Fallzahlen seit Tagen sinken (siehe Erstmeldung), geht das Impfen immer schneller voran. Am Mittwoch wurde noch ein neuer Rekord mit 1,1 Millionen Impfungen an einem Tag vermeldet und auch am Donnerstag der bislang immer niedriger lag, wurden laut dem RKI wieder deutlich mehr Impfungen als in der Vorwoche durchgeführt. 916.000 Menschen wurden am Donnerstag geimpft, das ist der zweithöchste Tageswert. Damit haben 26,9 Prozent der Deutschen schon eine Erstimpfung und 7,7 ihre Zweitimpfung erhalten. Anfang des Monats hatten Politiker noch gehofft, dass Ende April die Impfquote bei 20 Prozent liege, dieser Wert wurde nun deutlich übertroffen.

3 Forscher machen Corona-Deutschland Hoffnung: Sinken Zahlen jetzt viel schneller als gedacht?

Update vom 30. April, 9.45 Uhr: Das aktuelle Infektionsgeschehen in Deutschland sorgt bei einigen Experten für vorsichtigen Optimismus. „Ich rechne nicht mehr mit einer Zunahme, aber auch nicht mit einer schnellen Abnahme“, sagte beispielsweise Mobilitätsforscher Kai Nagel von der TU Berlin am Donnerstag bei einer Anhörung im Parlamentarischen Begleitgremium Covid-19-Pandemie des Bundestags.

Viola Priesemann, Physikerin am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, sagte sogar, Inzidenzwerte von deutlich unter 50 seien wahrscheinlich bereits in den nächsten Wochen zu erreichen. Sie begründete das vor allem mit dem Fortschritt bei den Corona-Impfungen. Eva Grill, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, schlug zudem vor, mobile Impfteams in sozial schwachen Stadt- oder Ortsteilen einzusetzen. Man müsse diesen Service zu den Menschen tragen, um sie zu erreichen, sagte sie.

Der Epidemiologe Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung machte sogar Hoffnung auf kleinere Veranstaltungen im Freien. Dafür bräuchte es klare Konzepte. Mit dem heutigen Wissen seien Differenzierungen möglich. Auch gegen eine Öffnung der Außengastronomie mit Konzepten sei für ihn wenig einzuwenden, erklärte Krause. Bei der Innengastronomie bleibe das Ansteckungsrisiko allerdings weiterhin zu hoch.

Neue Prognosen von Forschern machen Hoffnung auf Öffnungen in Deutschland. (Symbolbild)

Corona in Deutschland: RKI meldet sinkende Inzidenz - Geschwindigkeit beim Impfen steigt

Erstmeldung vom 30. April: Berlin - Die Infektionslage in Deutschland scheint sich in der dritten Welle allmählich zu stabilisieren. Sie bleibt allerdings weiter auf einem hohen Niveau. Am Freitagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 24.329 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Zudem wurden 306 neue Todesfälle verzeichnet. Im Vergleich zum Freitag der Vorwoche ist das ein deutlicher Rückgang bei der Zahl der neuen Corona-Fälle (Wert vom 23. April: 27.543 Neuinfektionen). Bei den Todesfällen ist hingegen ein leichter Anstieg zu erkennen, am Freitag vor einer Woche wurden 265 gemeldet.

Auch die Betrachtung der bundesweiten 7-Tage-Inzidenz* gibt Anlass zur Hoffnung. Der bundesweite Inzidenzwert lag am Freitagmorgen laut RKI bei 153,4. Das ist der niedrigste Wert seit Mitte April. Am Donnerstag (29. April) lag die 7-Tage-Inzidenz noch bei 154,9, vor einer Woche meldete das RKI* den Wert 164,0.

Die Geschwindigkeit in der deutschen Impfkampagne nimmt ebenfalls langsam an Fahrt auf. Laut den Zahlen des Impfdashboards ist inzwischen mehr als jede vierte Person in Deutschland mindestens einmal gegen das Coronavirus* geimpft. Am Mittwoch (28. April) wurde erstmals mehr als ein Prozent der Bevölkerung an nur einem Tag geimpft. Zudem wurde zum ersten Mal die Marke von einer Million Corona-Impfungen an einem Tag geknackt. Diese beiden Rekordwerte vermeldete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei einer Pressekonferenz am Donnerstag (29. April).

Corona in Deutschland: Palmer fordert Notfallzulassung für Curevac-Impfstoff

Um eine weitere Beschleunigung der Impfkampagne in Deutschland möglich zu machen, forderte nun Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) eine Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff des Unternehmens Curevac*. Das Vakzin wird in der Stadt in Baden-Württemberg produziert.

„Curevac hat auf Vorrat Impfstoff produziert. Jetzt könnten diese Dosen Leben retten“, erklärte Palmer der Augsburger Allgemeinen. Er kritisierte das Zulassungsverfahren der EU scharf. „Die Schein-Sicherheit von bürokratischer Prüfung wird über die reale Sicherheit eines Impfstoffes gestellt“, so Tübingens Oberbürgermeister. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hatte das schnelle Prüfverfahren im Februar gestartet. Abhängig von den klinischen Daten erwartet das Unternehmen die Zulassung für die EU im zweiten Quartal dieses Jahres. Curevac möchte seinen Corona-Impfstoff* ab Juni einsetzen können. Palmer stellte zudem die Frage: „Wann sollte denn eine Notfallzulassung Sinn machen, wenn nicht in der dritten Welle dieser Pandemie?“ (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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