Lage spitzt sich weiter zu

Corona: Immens hohe Sieben-Tage-Inzidenz - doch Berliner feiern dennoch einfach weiter

Berlin meldet weiter hohe Corona-Neuinfektionszahlen. Die gesamte Hauptstadt gilt weiterhin als Corona-Risikogebiet. Indes sorgt die Sperrstunden-Regelung für Aufsehen.

  • Berlin verzeichnet am Mittwoch einen neuen Rekord an Corona*-Neuinfektionen.
  • Die Hauptstadt gilt weiterhin als Corona*-Risikogebiet.
  • Sieben Bezirke knacken den kritischen Wert. Drei liegen sogar weit darüber. (siehe Update vom 16. Oktober, 12.10 Uhr)
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 19. Oktober, 14 Uhr: Dem aktuellen Lagebericht der Stadt Berlin zufolge, ist die Zahl der Neuinfektionen um 302 angestiegen. Zudem registrierte Berlin zwei weitere Todesfälle, die in Verbindung mit dem Coronavirus stehen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt durchschnittlich bei 86,9. In einzelnen Bezirken ist diese Kennzahl allerdings bedeutend höher.

Bezirk in BerlinSieben-Tage-Inzidenz
Mitte133,8
Friedrichshain-Kreuzberg113,3
Tempelhof-Schöneberg101,4
Neukölln179,1

Die alarmierenden Zahlen konnten in Berlin einige Menschen dennoch nicht davon abhalten Party zu machen - teils ohne Maske und dem notwendigen Mindestabstand. Wie bz-berlin.de berichtet, soll im „Club OST“ dicht an dicht gefeiert worden sein. Die Party soll jedoch gemäß den Vorschriften um 22 Uhr beendet worden sein. Im „ASeven“, einem Club in Berlin Mitte, soll die Party erst gegen 2.30 Uhr vorbei gewesen sein. Der Club gehört zu den elf Lokalitäten, die aufgrund eines Gerichtsurteils (wir berichteten, siehe Updates vom 16. Oktober) länger als 23 Uhr öffnen dürfen. Indes ist auch die letzte Millionen-Stadt Deutschland zum Risikogebiet geworden.

Coronavirus in Berlin: Corona: Berlin DER Hotspot in Deutschland - Sperrstunden-Regelung sorgt für hitzige Debatte

Update vom 16. Oktober, 19.11 Uhr: Der Berliner Senat ist zunächst mit dem Versuch gescheitert, die Sperrstunde in der Hauptstadt weiter flächendeckend durchzusetzen. Das teilte eine Sprecherin des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg am Freitag mit. Der Senat hatte eine sogenannte Zwischenverfügung beantragt. Die Entscheidung in der Hauptsache steht noch aus.

Corona in Berlin: Senat will gegen Entscheidung zur Sperrstunde Einspruch einlegen

Update vom 16. Oktober, 16.40 Uhr: Der Berliner Senat will gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts zur Sperrstunde für Gastronomiebetriebe Einspruch beim Oberverwaltungsgericht einlegen. Das beschloss der Senat am Freitag in Berlin, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung via Twitter mitteilte. „Auch die Kanzlerin hat ja zusammen mit den Landesspitzen Sperrstunden empfohlen“, wird Dilek Kalayci in dem Tweet zitiert.

Das Gericht hatte zuvor in zwei Eilverfahren entschieden, dass die Sperrstunde für Berliner Gastronomiebetriebe nicht rechtens ist Das Alkoholausschankverbot ab 23.00 Uhr besteht jedoch weiterhin. Die Senatsverwaltung für Gesundheit betonte auf Twitter, es sei gut, dass das Gericht das Alkoholverbot bestätigt habe..

Coronavirus in Berlin: Gericht kippt Sperrstunde in zwei Eilverfahren

Update vom 16. Oktober, 12.10 Uhr: Das Berliner Verwaltungsgericht hat die wegen der Corona-Pandemie vom Senat beschlossene Sperrstunde gekippt. Und das, obwohl die Neuinfektionszahlen in der Hauptstadt weiterhin bundesweit am höchsten ausfallen. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete, hatten mehrere Gastronomen Eilanträge gegen den Beschluss eingereicht.

Gericht kippt Sperrstunde in Corona-Hotspot Berlin - Kläger: „unverhältnismäßig“

Insgesamt hatten sich nach Angaben von Rechtsanwalt Niko Härting rund ein Dutzend Berliner Bars und Clubs gegen die Sperrstunde gewandt. Sie kritisierten die Sperrstunde als unverhältnismäßig. Der Senat hatte am Dienstag vor dem Hintergrund der deutlich gestiegenen Infektionszahlen beschlossen, dass Restaurants, Bars, Kneipen und die meisten Geschäfte künftig zwischen 23.00 und 6.00 Uhr geschlossen sein müssen. Die neue Regelung war ab vergangenem Wochenende in Kraft getreten. Zunächst gilt das Urteil nur für die elf Gastronomen, die einen Eilantrag gestellt hatten.

Auch wenn die Regel nun angezweifelt wird, ist das Infektionsgeschehen in Berlin noch immer sehr aktiv. In sieben Bezirken liegt der 7-Tages-Inzidenzwert über dem kritischen Wert von 50. In Neukölln, Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg wurde sogar die Marke 100 erreicht. Angesichts der Lage appellierte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayi an die Vernunft der Bevölkerung. „Man kann auch doppelt so viel kontrollieren, aber die Politik ist auch von Eigenverantwortung der Menschen abhängig“, sagte die SPD-Politikerin gegenüber RadioEins.

Folgende 7-Tages-Inzidenzien meldet das RKI für die Berliner Bezirke (Datenstand: 16.10., 00.00 Uhr):

  • Neukölln: 150,4
  • Mitte: 124,5
  • Friedrichshain-Kreuzberg: 101,0
  • Tempelhof-Schöneberg: 100,9
  • Reinickendorf: 76,6
  • Charlottenburg-Wilmersdorf: 64,6
  • Spandau: 50,2
  • Pankow: 46,0
  • Steglitz-Zehlendorf: 43,7
  • Lichtenberg: 38,0
  • Treptow-Köpenick: 33,4
  • Marzahn-Hellersdorf: 31,2

Corona-Inzidenz weit über 100: Berliner Bezirk ist jetzt DER Hotspot in Deutschland - Neue Regeln kommen

Update vom 15. Oktober, 16.48 Uhr: In Berlin könnte eine ergänzende Maskenpflicht für öffentliche Plätze oder stark frequentierte Einkaufsstraßen beschlossen werden. Das ist eines von mehreren Ergebnissen der Bund-Länder-Konferenz von Mittwoch. Darüber will der Berliner Senat beraten. Gegenüber dem Tagesspiegel erklärte die Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci, dass 95 Prozent der beim Treffen im Bundeskanzleramt verabschiedeten Beschlüsse von Berlin bereits umgesetzt würden.

„Es ist die Bestätigung, dass Berlin auf dem richtigen Weg ist. Wir wissen nicht, ob die Maßnahmen wirken. Das entscheiden die kommenden Tage“, sagte Kalayci. „Ich fürchte, dass weitere Maßnahmen erforderlich sein werden wie zum Beispiel eine erweiterte Maskenpflicht im öffentlichen Raum, wo Abstand nicht möglich ist.“ Auch Grüne und Linke stehen einer solchen Regelung grundsätzlich offen gegenüber. „Wenn sich die Zahlen so entwickeln, muss man über eine erweiterte Maskenpflicht nachdenken, um einen zweiten Lockdown zu verhindern“, sagte Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek dem Tagesspiegel. Eine solche Regelung müsse aber klar kommunizierbar sein.

Corona in Berlin: Neukölln ist DER Hotspot in Deutschland

Update vom 15. Oktober, 12.27 Uhr: Der Berliner Bezirk Neukölln gilt momentan als DER Hotspot in Deutschland. Die 7-Tage-Inzidenz liegt nach Angaben des Senats bei 173,1. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt nach den aktuellen Daten einen Wert von 153,2 an. Der zuständige Amtsarzt von Berlin-Neukölln spricht im Tagesspiegel über die Lage und die rasant steigenden Corona-Zahlen in seinem Bezirk.

„Stellen Sie sich einen Waldbrand vor: Wir haben nicht mehr einen Brandherd, sondern multiple Glutnester - nicht Dutzende, sondern Hunderte“, sagte Dr. Nicolai Savaskan im Tagesspiegel-Interview. 70 Prozent der Corona-Infektionen ließen sich nicht mehr bis zum Infektionsherd zurückverfolgen. „Was wir jetzt schon in Neukölln erleben, sind nur die Vorboten von dem, was wir wahrscheinlich in allen Metropolen des Landes erleben werden. Neukölln ist der Sensor für das ganze Land“, so Dr. Savaskan.

Das Virus habe bereits breit in die Peripherie gestreut. Zwar habe diese Hochzeiten und Ausbrüche in Bars gegeben, doch diese Fälle konnten eingedämmt werden. Der Mediziner geht davon aus, dass es seit Wochen ein asymptomatisches Infektionsgeschehen gegeben habe, dass im Verborgenen ablief.

Der Berliner Amtsarzt fordert in absehbarer Zeit eine neue Strategie, um einen zweiten Lockdown zu verhindern. Besonders Risikogruppen sollten jetzt geschützt werden, beispielsweise durch Schutzausrüstung oder durch Zeit-Korridore beim Einkaufen.

Corona in Berlin - Fallzahlen steigen immer weiter

Update vom 15. Oktober, 10.35 Uhr: Schon seit Tagen verzeichnet die Bundeshauptstadt Berlin hohe Corona-Zahlen. Sieben Bezirke haben aktuell den kritischen Grenzwert von 50 Neuninfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Das vermeldet das Robert-Koch-Institut (RKI). In Neukölln und Mitte liegt der Wert sogar über 100.

Die 7-Tage-Inzidenz-Werte der Corona-Risikogebiete der Hauptstadt im Überblick:

  • Neukölln: 153,2
  • Mitte: 116,7
  • Tempelhof-Schöneberg: 87,2
  • Friedrichshain-Kreuzberg: 83,7
  • Reinickendorf: 80,9
  • Charlottenburg-Wilmersdorf: 68,8
  • Spandau: 59,4

Nach Gipfel mit Angela Merkel: Neue Corona-Regeln in Berlin

Angela Merkel und die Ministerpräsidenten konnten sich beim Corona-Gipfel auf bundesweite Regeln einigen. Darunter fallen eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästeanzahl bei Privatfeiern, Kontaktbeschränkungen und eine Sperrstunde für die Gastronomie. Viele der Maßnahmen galten in Berlin bereits vor dem Gipfel.

Berlins Bürgermeister Michael Müller lobte die Vereinbarung als „Schritt nach vorn“. Wichtig sei nun, dass die Regeln auch eingehalten und kontrolliert würden, so Müller im RBB-Inforadio am Donnerstagmorgen (15. Oktober). „Es wird wieder ernst. Und wer seine Oma, Opa oder andere Familienmitglieder nicht gefährden will, der macht keine Feiern mit 30, 40 Leuten“, so der Stadt-Chef. Und: „Es kann noch erheblich dramatischer enden, als wir es jetzt beschlossen haben. Da müssen wir nur in andere Länder schauen.“

Corona-Hotspot Berlin: Senatsverwaltung beschließt neue Krankenhaus-Regeln

Die Stadt Berlin hat im Zuge der Corona-Pandemie wieder strengere Besuchsregeln in Krankenhäusern beschlossen. Dies ist einer Pressemitteilung zu entnehmen. Folgende Regeln sollen ab 17. Oktober gelten.

  • Patientinnen und Patienten dürfen einmal am Tag durch eine Person für eine Stunde Besuch empfangen.
  • Personen mit Symptomen, die auf eine Erkrankung mit COVID-19 im Sinne der dafür jeweils aktuellen Kriterien des Robert Koch-Instituts hinweisen, dürfen Patientinnen und Patienten nicht besuchen.
  • Gebärende dürfen sich zur Geburt in einem Krankenhaus durch eine Person eigener Wahl begleiten lassen.
  • Neugeborene und deren Mütter dürfen einmal am Tag durch eine Person für eine Stunde Besuch empfangen. Geschwister des Neugeborenen unter 16 Jahren dürfen die besuchende Person begleiten.
  • Keine Einschränkungen gibt es für den des Besuch Schwerstkranker und Sterbender.
  • Besuche durch mit der Seelsorge betrauten Personen und durch Urkundspersonen sind ebenfalls zulässig.
  • Der Leitung des Krankenhauses obliegt mit Genehmigung des Gesundheitsamtes die Möglichkeit weiterer stations- und bereichsbezogener Einschränkungen

Corona: Berlin meldet Rekordzahlen - und besorgniserregende Beobachtung

Erstmeldung vom 14. Oktober, 12.39 Uhr:

Berlin - Die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages ist in Deutschland laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) erstmals seit Mitte April über 5.000 gestiegen. Am Mittwochmorgen meldete das RKI insgesamt 5.132 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus. In Berlin wurde mit 706 gemeldeten Neuinfektionen binnen 24 Stunden ein neuer Höchstwert erreicht. Zudem verzeichnen die Intensivstationen in der Hauptstadt einen deutlichen Anstieg an schwer erkrankten Covid-19-Patienten.

Berlin hat einen neuen Rekord an gemeldeten Corona-Neuinfektionen verzeichnet.

Zur Einordnung des neuen Rekordwerts von 706 Neuinfektionen innerhalb eines Tages muss erwähnt werden, dass am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter in Berlin besetzt sind und somit auch Nachmeldungen vom Sonntag einen Einfluss auf die Zahl haben. Dennoch sind die Corona*-Zahlen der Hauptstadt weiterhin erschreckend hoch. Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für Berlin liegt insgesamt bei 71,5.

Corona in Berlin: Rekordwert an Neuinfektionen - acht Bezirke überschreiten Grenzwert

Acht Bezirke der Hauptstadt gelten als Corona-Risikogebiet. Das geht aus dem aktuellen Corona-Lagebericht hervor. Am stärksten betroffen ist weiterhin Neukölln. Dort ist der 7-Tage-Inzidenz-Wert* im Vergleich zu Montag deutlich auf 171,3 angestiegen. Deutlich unter dem kritischen Grenzwert liegen die vier Bezirke Pankow, Lichtenberg, Marzahn-Hellersberg und Treptow-Köpenick im Osten Berlins. Die 7-Tage-Inzidenz-Werte der Corona-Risikogebiete der Hauptstadt im Überblick:

  • Neukölln: 171,3
  • Mitte: 117,2
  • Tempelhof-Schöneberg: 92,9
  • Friedrichshain-Kreuzberg: 83,0
  • Reinickendorf: 73,6
  • Spandau: 69,3
  • Charlottenburg-Wilmersdorf: 60,2
  • Steglitz-Zehlendorf: 55,1

Corona in Berlin: Belegung der Intensivbetten nimmt zu

In Berlin lässt sich ein weiterer besorgniserregender Trend erkennen. Auf den Intensivstationen gibt es einen deutlichen Anstieg an schwer erkrankten Covid-19-Patienten. Derzeit werden 49 Corona-Patienten in der Hauptstadt intensivmedizinisch behandelt - zehn Menschen mehr als noch am vergangenen Sonntag und die meisten seit dem 27. Mai. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sieht die Entwicklung mit Sorge: „Langsam aber sicher nehmen auch die Krankenhausbehandlungen von Covid-19-Patienten zu. Und das sollte uns eine Warnung sein.“ Gegenüber dem Tagesspiegel ergänzte sie: „Es ist keine Zeit für Verharmlosungen, sondern für große Vorsicht.“

Corona in Berlin: Polizei warnt vor Fake-Plakat

Die Polizei Berlin warnt aktuell vor einem Fake-Plakat. Es ruft, vermeintlich im Namen der Polizei, zur Einhaltung der Sperrstunde auf und dazu, Verstöße gegen die geltenden Corona*-Regeln zu melden. Als Belohnung werden Beträge von bis zu 500 Euro versprochen. Auf Twitter teilte die Polizei mit, dass es sich dabei um einen Fake handelt.

Eine Polizeisprecherin erklärte gegenüber dem Tagesspiegel: „Es gab vor Monaten schon solche Plakate.“ Dieses Mal sei bislang nur ein Foto eines Plakates bekannt, das über Twitter verbreitet werde. Für die Einhaltung der Sperrstunde für Gastronomie und Spätis seien grundsätzlich die Bezirksämter verantwortlich, erklärte die Sprecherin weiter. Jedoch könne man Verstöße auch bei der lokalen Polizeidienststelle melden. „Es gibt aber auch die Möglichkeit, erst einmal persönlich mit dem Wirt zu sprechen und ihn auf die Regeln aufmerksam zu machen“, betonte sie. (ph) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

In Berlin findet am Mittwoch (14. Oktober) das Treffen der Landeschefs mit der Kanzlerin statt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will dort eine einheitliche Corona-Richtlinie für alle Bundesländer durchsetzen.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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