Mit 15 Monaten kam Schock-Diagnose

Blind nach der Chemo: Junge hat nach Krebs-Drama einen besonderen Traum

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Maks unterwegs auf der Straße. Der Vierjährige ist mit einem Langstock unterwegs.

Mit 15 Monaten bekam der kleine Maks eine erschreckende Diagnose. Inzwischen ist der Vierjährige blind - den Alltag meistert er ebenso wie sein Zwillingsbruder. 

  • Vierjähriger bekommt mit 15 Monaten eine erschreckende Diagnose
  • Es folgt ein Kampf, bei dem der Junge seine Sehkraft verliert.
  • Jetzt blickt er in die Zukunft und will „ein Polizeimann werden“.

München/ Stockstadt am Main - Munter rennt der vierjährige Maks die Straße entlang. Was ihn von anderen Kindern unterscheidet: der Langstock in seiner Hand. Denn Maks hat trotz seines jungen Alters bereits sein Augenlicht verloren. Eine Kurz-Reportage des Bayerischen Rundfunks (BR) begleitet den Vierjährigen aus Stockstadt am Main in seinem Alltag: auf dem Spielplatz spielen, beim Kochen helfen, Bilder malen. 

Krebs als Kleinkind: Vierjähriger aus Bayern erblindet nach Kampf gegen Tumor

Doch nicht immer war der Alltag des kleinen Jungen so unbeschwert. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Marco wurde er nämlich drei Monate zu früh geboren. Das Leben der beiden Säuglinge startete deshalb unter Beobachtung von Ärzten - angeschlossen an Schläuche und Monitore. Mit 15 Monaten kam dann der nächste Schock: Ärzte entdeckten bei einer Routineuntersuchung ein Flackern in Maks Augen. Die erschreckende Diagnose folgte: Ein Tumor drückte damals auf beide Sehnerven des kleinen Maks. Seine Mutter, Anja Glavasevic, erinnert sich für den BR zurück an die dunkle Zeit und erzählt im Video, wie damals eine Welt für sie zusammengebrochen sei. 

Blind nach Tumor: Vierjähriger aus Bayern will Polizist werden 

Inzwischen hat Maks den Krebs nach zweieinhalb Jahren Chemo jedoch besiegt. Hierbei hat er allerdings seine Sehkraft verloren und so könne er jetzt nur noch zwischen hell und dunkel unterscheiden. Im Alltag versuche Maks Mutter beide Söhne gleichermaßen einzubinden. Wichtig sei dabei jedoch Ordnung und Disziplin - von der ganzen Familie. Denn alles müsse kontinuierlich am selben Platz, dass sich der kleine Maks in seinem Zuhause zurechtfindet. 

Der vierjährige Maks und seine Mutter Anja. 

Für den Alltag im Freien trainiert der blinde Vierjährige außerdem mit seiner Mobilitätstrainerin Maria Wiesner, die dem BR erzählt: „Bei vielen Kindern wird leider erst im Schulalter angefangen mit dem Langstocktraining zu beginnen. Der Maks hat schon mit zweieinhalb Jahren angefangen.“ Am Anfang gehe es nur darum, den Stock in der Hand zu halten und das mache Maks schon sehr gut - „wie ein Profi“, lobt Wiesner den Vierjährigen in der BR-Reportage. Für die Zukunft ihres Sohnes wünsche sich Mutter Anja vor allem, dass ihr Maks zur Schule gehen kann und einen Beruf erlernt. Und Maks hat auch schon Pläne für seine Zukunft und verkündet stolz: „Ein Polizeimann werden!“

Dass man auch mit einer Blindheit alles Mögliche erreichen kann, zeigte kürzlich auch ein japanischer Surfer: 

Plötzlich ist es dunkel: Als Stephan Dietrich nach zwei Wochen Koma die Augen öffnet, sieht der damals 18-Jährige nichts mehr.

Tobias Thaller aus Miesbach und Josua Kowalzik aus Hausham waren vier Tage blind – freiwillig. Sie gingen mit Augenbinden sogar wandern und schwimmen. Das haben sie dabei gelernt.*

kf

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