Katastrophenalarm

Lage in Australien spitzt sich zu: Flughafen in Canberra muss wegen Feuer schließen

Der Flughafen von Canberra in Australien musste wegen der Buschbrände geschlossen werden. Nun ist auch noch ein Löschflugzeug abgestürzt. 

  • Verheerende Buschfeuer in Australien
  • Flughafen von Canberra hat Flugbetrieb eingestellt
  • Bewohner der Vororte sollen Schutz suchen


Update vom Donnerstag, 23.01.2020, 10.15 Uhr: Drei Feuerwehrleute sind beim Absturz eines Löschflugzeugs in der Nähe von Sydney ums Leben gekommen. Das berichtet die dpa. Die Maschine eines japanischen Unternehmens sei südwestlich der Millionen-Metropole im Bundesstaat New South Wales abgestürzt, so der Feuerwehr-Chef des Bundesstaats, Shane Fitzsimmons. 

Die Behörden hatten vor dem Absturz den Kontakt zu der Machine vom Typ C-130 Hercules verloren. Warum es zu dem Unglück kam ist bislang noch unklar. Feuerwehrchef Fitzsimmons hatte jedoch bereits in einer früheren Stellungnahme vor starken Winden gewarnt. Diese machten das Fliegen der Löschflugzeuge „sehr schwierig“. 

Gastbeitrag auf fr.de*: Die Feuer in Australien sind ein Fenster in die Zukunft der Klimakrise

Brände in Australien: Flugzeugabsturz bei Kampf gegen Feuer

Die kanadische Firma „Coulson Aviation“, der das Flugzeug gehörte, setzte weitere Löschflugzeuge großer Maschinen in New South Wales und Victoria vorerst aus. In Australien kämpfen viele Feuerwehrleute aus anderen Ländern gegen die Brände, die seit September in dem Land wüten. 

Insgesamt wurden damit bislang schon mindestens 32 Feuerwehrleute bei ihrem Einsatz gegen die Flammen getötet. Die Brände waren in den letzten Tagen im östlichen Australien durch hohe Temperaturen und starke Winde wieder angefacht. Aufgrund von Regenfällen und kühleren Temperaturen hatte sich die Lage zwischenzeitlich entspannt. Die Buschbrände gelten als die bisher schlimmsten in der Geschichte des Landes.

Update vom Donnerstag, 23.01.20, 06.51 Uhr: Wegen der nahen Buschbrände hat der Flughafen der australischen Hauptstadt Canberra seinen Flugbetrieb einstellen müssen. Dies berichtet die Deutsche-Presse-Agentur (dpa). Aktuell starten und landen dort keine Flugzeuge mehr, wie die staatliche Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Bewohner in mehreren Vororten wurden dazu aufgerufen, Schutz zu suchen. 

Brände in Australien: Koalas - Gebeutelte Tiere

Der Brand ist am Mittwoch nahe der Hauptstadt Canberra ausgebrochen. Grasflächen auf beiden Seiten des Flughafens finden Feuer. Es herrschten zudem starker Wind und Hitze von mehr als 40 Grad. Der Terminal musste laut dem Flughafen aber nicht evakuiert werden. Am Donnerstag brach ein weiteres Feuer in der Nähe aus, für das eine untere Warnstufe galt ("watch and act"). Der Airport von Canberra wird eher für Inlandsflüge genutzt. Das wichtigste Drehkreuz Australiens ist Sydney. 

Update vom Samstag, 20.01.2020, 10.08 Uhr: Nach den verherenden Buschbränden in Australien kämpft das Land nun mit einer weiteren Extremlage: Über Teile der Ostküste zogen am Montag (20.01.2020) starke Gewitter mit heftigem Hagel hinweg. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Stürme rissen Äste von den Bäumen, über den Städten Canberra, südwestlich von Sydney, und Melbourne im Süden fielen riesige Hagelkörner.

Die Bewohner wurden aufgerufen, ihre Autos nicht unter Bäumen und Stromleitungen abzustellen. Im Bundesstaat Victoria brachte der Regen allerdings auch Entspannung. Dort schwelten nach wie vor Buschfeuer. Neue Gefahren gibt es nun aber durch Erdrutsche, einige Straßen wurden deshalb gesperrt. Der örtliche Regierungschef warnte, dass es nun schwerer sei, mit schweren Maschinen in die vom Feuer gefährdeten Gebiete vorzudringen. 

Extremes Wetter in Australien: Zwei Menschen durch Blitze verletzt

Im Bundesstaat New South Wales wurden in den Blue Mountains zwei Menschen durch einen Blitzschlag verletzt. Behörden warnten für den Südosten vor weiteren schweren Gewittern, Hagel und heftigem Regen. Dieser könnte Sturzfluten mit sich bringen. Der Westen von New South Wales war außerdem am Wochenende von Sandstürmen betroffen. Das sei in dem Gebiet zwar normal, der vergangene sei allerdings „spektakulärer“ gewesen, so ein Anwohner. Anwohner berichtete, sie hätten sich mitten am Tag in völliger Finsternis gefunden. 

Die Regierung von Australien kündigte am Wochenende ein millionenschweres Hilfspaket an. Es soll der Tourismusbranche zu Gute kommen. Seit Ausbruch der Buschbrände sei die Zahl der gebuchen Reisen nach Australien um zehn bis 20 Prozent zurückgegangen. Premierminister Scott Morrison, der für sein Krisenmanagement während der Brände schwer kritisiert worden war, sprach von "einer der größten, wenn nicht sogar der größten Herausforderung", die die Branche je erlebt habe.

Australien: Die Wetterextreme gehen nach dem Feuer weiter

Update vom Samstag, 18.01.2020, 14.56 Uhr: Es regnet in Australien, endlich, findet Kolumnist Joachim Wille bei fr.de*. Doch heftige Brände kommen in Australien immer wieder vor, aber die Ausmaße der derzeitigen Katastrophe sind selten. Unklar ist weiter, ob die Feuer eine Folge des Klimawandels sind.

Update vom Samstag, 18.01.2020, 11.40 Uhr: Das seit Monaten von Dürre und riesigen Bränden heimgesuchte Australien kämpft nun auch mit Wetterextremen anderer Art. Heftiger Regen überflutete am Samstagmorgen im Bundesstaat Queensland mehrere Autobahnen und Straßen, wie die Polizei mitteilte. In einigen Gegenden fielen demzufolge bis zu 33 Zentimeter Niederschlag. Das Wetterbüro warnte vor lebensgefährlichen Springfluten. An der Goldküste südlich von Brisbane mussten zwei Menschen aus den Fluten gerettet werden.

In Queenslands südlichem Nachbarstaat New South Wales fiel in nördlichen Gegenden ebenfalls Regen, er begünstigte die Löscharbeiten vieler der 75 derzeit im Staat lodernden Buschfeuer. 25 der Brände seien aber weiter außer Kontrolle, teilte die Feuerbehörde von New South Wales, RFS, mit. Im Bundesstaat Victoria im Südosten Australiens wüteten am Samstag noch mehr als ein Dutzend Brände, allen voran in der östlichen Region East Gippsland und der Alpen-Region im Nordosten.

Australien: Endlich Regen, aber neue Sorgen um die Koalas

Update vom 17.01.2020, 13.00 Uhr:Der lang ersehnte Regen in den Brandgebieten in Australien hat die Koalas in einem Tierpark bei Sydney erneut in Gefahr gebracht: Der Australian Reptile Park in Somersby nördlich von Sydney versank am Freitag in gewaltigen Wassermassen. Der Zoo veröffentlichte Fotos von triefnassen Koalas, die sich an einen Eukalyptus-Baum klammerten oder von einem Tierpfleger auf einem überfluteten Weg in Sicherheit gebracht wurden.

Auch das Krokodil-Gehege des Zoos wurde überflutet - das Wasser schwappte fast über den Zaun. Wie auf einem Foto zu sehen war, hielt ein Tierpfleger ein Krokodil, das offenbar ausbüxen wollte, mit einem Besen zurück.

Plötzlich hat der starke Regen Australien im Griff.

Vor einer Woche war der Australian Reptile Park noch von einem der im Südosten Australiens wütenden Buschfeuer bedroht worden. „Es ist unglaublich: Letzte Woche haben wir uns jeden Tag getroffen, um über die unmittelbare Bedrohung durch die Buschfeuer zu beraten“, sagte Zoodirektor Tim Faulkner. „Heute war unser ganzes Team da draußen im Regen, um unsere Tiere in Sicherheit zu bringen und den Park vor den Fluten zu retten.“

Update vom 16.01.2020, 6.50 Uhr: Viele Menschen in den Brandgebieten von Australien stehen vor den Trümmern ihrer Existenz, für die einheimischen Tiere gibt es eine besondere Gefahr. Vögel, Eidechsen und Nagetiere fallen nun leichter Raubtieren wie Füchsen und Katzen zur Beute. Die Tiere hätten bei den Bränden viel von ihren Schutzräumen verloren, sagte Sally Box, Australiens Beauftragte für bedrohte Arten, am Donnerstag dem Radiosender ABC. „Das macht sie noch verwundbarer, zur Beute zu werden.“ Das sei ein echtes Risiko. „Es ist eine der sekundären Folgen von Feuer.“

Koalas trifft es besonders hart

Koalas sind besonders verletzlich. Überstehen sie die Flammen, kommt es vor, dass sie von Autos überfahren oder von Hunden und Katzen attackiert werden. Außerdem haben sie ihre Nahrung verloren. Viele Eukalyptus-Wälder brannten nieder. Seit September, den ersten Feuern, sollen nach Schätzungen um die 33 000 Koalas verendet sein.

Die Population ist auf verschiedene Gebiete in Australien verteilt, die Folgen der Feuer sind dort jeweils unterschiedlich, wie die Expertin Sally Box erläuterte. „Es wird einige Zeit brauchen, sich anzusehen, was das für die Zahl der Koalas bedeutet.“ Vor den Feuern lag die Population der Beutelsäuger laut der australischen Koala-Stiftung bei etwas 80000 Tieren.

Der Kampf gegen die Flammen ist nicht vorbei, auch wenn der Regen den Feuerwehrleuten etwas half. Im südöstlichen Bundesstaat New South Wales etwa gab es noch etwa 80 Feuer. Der ersehnte Niederschlag und Gewitter könnten neue Risiken bringen: Überschwemmungen und umstürzende Bäume.

Australien: Seltene Bäume überleben

Eine gute Nachricht in Sachen Naturschutz kam aus dem Wollemi Nationalpark nordwestlich von Sydney, der Teil eines Unesco-Welterbe-Gebiets ist. Dort sorgten Spezialkräfte dafür, dass die Wollemien eines der „Mega-Feuer“ überlebten, wie die Regierung von New South Wales bestätigte. Diese Bäume galten bis zu ihrer Entdeckung in dem Park 1994 als ausgestorben. Sie stehen auf einem geheimgehaltenen Gebiet.

Den Helfern gelang es, sie mit einem Bewässerungssystem und Feuerschutzmitteln zu retten, sie nutzten dafür auch Hubschrauber. „Das Feuer ist durchgezogen, wir hatten ein paar Tage dichten Rauch und konnten nicht sehen, ob sie beschädigt wurden. Wir haben mit angehaltenem Atem gewartet“, sagte der zuständige Umweltminister Matt Kean dem Sender ABC. Einige Wollemien seien verkohlt, wohl zwei verbrannt. Aber der Bestand von 200 Bäumen ist demnach noch da. Die Wollemien hätten die Dinosaurier überlebt, so Kean. Jetzt sehe es so aus, als hätten sie es Dank der Feuerwehrleute geschafft.

Update vom 14.01.2020, 15.35 Uhr: Die Feuer, die Australien seit September 2019 in Atem halten, sind jetzt vor der Millionen-Metropole Melbourne angekommen. Wegen der „extrem ungesunden“ Luftqualität legt die Gesundheitsbehörde den Bürgern nahe, zu Hause zu bleiben. Doch trotzdem startete jetzt die Qualifikation der Australian Open in Melbourne. 

Und die Tennis-Profis litten unter der schlechten Luft. So musste die Slowenin Dalila Jakupovic nach einem Hustenanfall bereits in der ersten Runde das Match abbrechen. Und die Weltranglisten-Fünfte Elina Switolina klagte auf Twitter: „Warum müssen wir darauf warten, dass etwas Schlimmes passiert, um in Aktion zu treten?“ 

Unterdess warnte der Lungenspezialist Dr. Elmar Storck gegenüber dem Sport-Informations-Dienst vor Langzeitfolgen für die Tennis-Profis: „Je nach Veranlagung kann eine hohe sportliche Belastung im Freien bei diesen Bedingungen zu chronischen Symptomen und Erkrankungen führen.“ Der Turnierchef der Australian-Open Craig Tiley, sagte gegenüber der dpa, dass notfalls in die drei mit einem Dach verschließbaren Arenen oder in nahe gelegenen Hallen ausgewichen werden könne. Wann ein Notfall vorläge präzisierte er nicht.

Australien: Neues „Megafeuer“ ausgebrochen- Weiterer Feuerwehrmann tot

Update vom 12.01.2020, 11.58 Uhr: Gute Nachrichten aus Australien - zumindest teilweise. Ein Riesenbrand ist seit Sonntag (12.01.2020) unter Kontrolle. Zweieinhalb Monate hatte das Feuer nordwestlich von Sydney auf mehr als einer halben Million Hektar gewütet. Ein Blitzeinschlag hatte das Megafeuer ausgelöst. Entwarnung gibt es in Australien trotzdem nicht. Denn im Südosten des Kontinents bildet sich dafür gerade ein neues „Megafeuer“. 

An den Grenzen der beiden Bundesstaaten New South Wales und Victoria vereinten sich in der Nacht zum Samstag drei Buschfeuer zu einem "Megabrand" mit einer Fläche von 600 000 Hektar*. Das entspricht etwa einem Drittel der Größe von Rheinland-Pfalz. In einigen Gebieten hatten die Temperaturen zuvor 44 Grad erreicht. 

Der Einsatz bleibt gefährlich. Das jüngste Opfer wurde von einem Baum getroffen. Der Feuerwehrmann, der Erfahrung aus 40 Jahren hatte, starb nahe der Kleinstadt Omeo in Victoria, wie Feuerwehrchef Chris Hardman sagte.

Australien in Flammen: Wütende Proteste gegen die Regierung

Update vom 10.01.2020, 16.10 Uhr: Die Menschen in Australien haben die Nase voll. Wut und Unverständnis treiben sie jetzt auch auf die Straße: Angesichts der dramatischen Lage in den Brandgebieten Australiens regt sich in Teilen der Bevölkerung lauter Widerstand. Aus Protest gegen die Politik von Premierminister Scott Morrison kamen am Freitag landesweit mehrere Tausend Menschen zu Protesten zusammen. Die Demos richteten sich dagegen, wie die Regierung mit den Feuern umgeht. Außerdem forderten die Demonstranten ein schnelles Handeln in Sachen Klimawandel.

In Sydney und Melbourne brachten die Proteste zeitweise den Verkehr in den Städten zum Stehen. Ein Teilnehmer äußerte dem Sender ABC gegenüber seine Wut auf die Regierung, die ihn erstmals dazu gebracht habe, sich einem solchen Protest anzuschließen: „Ich bin absolut angewidert von 20 Jahren politischer Lähmung. Tatsächlich tue ich das jetzt hier für meine Tochter.“

Die Demonstranten forderten neben einem schnellen Handeln in Sachen Klimawandel konkrete Hilfe bei der Bekämpfung der Brände - etwa durch eine Entlohnung aller Freiwilligen Feuerwehrleute und Entschädigungszahlungen für die Brand-Betroffenen. Viele forderten auf Plakaten und Transparenten auch den Rücktritt von Premier Morrison. 

Der betrachtet den Klimawandel nur als eine von vielen Ursachen für die verheerenden Buschbrände in seinem Land. Die Regierung müsse in dieser Frage auch wirtschaftliche Abwägungen berücksichtigen. Die Vorstellung, klimapolitische Maßnahmen hätten direkten Einfluss auf die Feuer, sei „lächerlich“, sagte Morrison dem Radio-Sender 2GB Sydney.

Buschfeuer in Australien: Blitze lösen zwei neue Flammenwalzen aus

Derweil rissen die schlechten Nachrichten aus den betroffenen Regionen nicht ab: Im Grenzgebiet der Bundesstaaten Victoria und New South Wales trafen nach Behördenangaben zwei Brände aufeinander und bildeten ein Riesenfeuer - betroffen waren demnach ein halbe Million Hektar. In New South Wales lösten zudem Blitze nach Angaben der Feuerwehr zwei neue Flammenwalzen aus. 240.000 Menschen erhielten im Südosten Australiens wegen der Brände einen Notfall-Alarm per Handy. 

Nach bis zu 40 Grad Hitze wurde teils starker Wind erwartet, was die Lage verschärfen könnte. Auch in anderen Gegenden ist die Lage schlimm. Auf Bildern von der besonders verwüsteten Känguru-Insel im Süden des Kontinents ist zu sehen, wie Tierärzte und Freiwillige verletzte Koalas behandeln. Feuerwehrleute lagen erschöpft am Boden.

Update vom 09.01.2020, 10.45 Uhr: Australien brennt, Menschen und Tiere leiden. Ein Thinktank fordert nun, auch die Kohleindustrie an den Kosten für den Wiederaufbau in Australien zu beteiligen.

Buschfeuer in Australien: Neue Hitzewelle verschärft Lage 

Update vom 09.01.2020, 08.05 Uhr: Die Behörden in Australien haben zu Beginn einer neuen Hitzewelle vor einer Ausbreitung der verheerenden Buschbrände gewarnt. Die Lage im Bundesstaat Victoria im Südosten des Landes sei in den kommenden zwölf bis 36 Stunden „sehr gefährlich und dynamisch“, sagte Andrew Criscp vom örtlichen Katastrophenschutz. Die Behörden verlängerten den Katastrophenzustand vor dem erwarteten Temperaturanstieg am Freitag um weitere zwei Tage.

Die Lage in Australien wird immer extremer.

In einigen Teilen Victorias wurden nach Behördenangaben „extreme“ Bedingungen erwartet. Victorias Polizeiministerin Lisa Neville warnte davor, die Auswirkungen der jüngsten Regenfälle zu überschätzen. Die Buschbrände breiteten sich weiter aus, sagte sie. Zuvor waren in Victoria bereits weitere Evakuierungen angeordnet worden.

Auch der Regierungschef des Bundesstaats, Daniel Andrews, warnte vor weiteren Zerstörungen. „Wir befinden uns erst am Anfang von etwas, was ein wirklich, wirklich herausfordernder Sommer sein wird“, sagte er. Vielleicht wird es dann noch heißer als 2019. Das vergangene Jahr war das wärmste und trockenste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Das Dschungelcamp, das morgen in Australien starten soll, steht wegen der Dürre und Buschbrände unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen.

Update vom 08.01.2020, 14.50 Uhr: Scharfschützen sollen in Australien bis zu 10.000 Kamele töten* - der Hintergrund für diese Aktion ist die extreme Dürre auf dem Kontinent.

Update vom 08.01.2020, 14.28 Uhr: Durch die verheerenden Buschfeuer in Australien sind nach der jüngsten Schätzung eines Wissenschaftlers mindestens eine Milliarde Tiere ums Leben gekommen. Alleine im Bundesstaat New South Wales an der Ostküste seien mehr als 800 Millionen Säugetiere wie Koalas und Kängurus sowie Reptilien und Vögel umgekommen, sagte Chris Dickman, Ökologe und Professor an der Universität Sydney laut einer Mitteilung. Viele der Tiere seien wahrscheinlich direkt durch Feuer getötet worden, andere möglicherweise durch Mangel an Nahrung oder andere brandbedingte Umstände.

Seine jüngste Schätzung basiert auf einem Bericht der Tierschutzorganisation WWF von 2007 mit Zahlen zur Dichte der in der Wildnis lebenden Säugetiere (ausgenommen Fledermäuse), Reptilien und Vögel im Staat New South Wales. Nicht mitgezählt wurden demnach Frösche, Insekten und andere wirbellose Tiere. Bei diesen Zahlen handele es sich um sehr vorsichtige Schätzungen, die tatsächliche Anzahl der toten Tiere dürfte deutlich höher liegen, sagte Dickman.

Vor einigen Wochen hatte Dickman die Zahl der verendeten Tiere in New South Wales noch auf 480 Millionen geschätzt. Doch die Buschfeuer halten an und haben sich seitdem ausgedehnt.

Buschbrände in Australien: Neue Hitzewelle befürchtet - Anwohner sollen Häuser verlassen

Update vom 08.01.2020, 12.35 Uhr: Angesichts einer bevorstehenden neuen Hitzewelle haben die australischen Behörden die Menschen in den von Buschbränden bedrohten Gebieten erneut zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert. „Gehen Sie - und vor allem: Gehen Sie rechtzeitig“, forderte die Polizeiministerin des Bundesstaates Victoria, Lisa Neville. Mit der erneuten Evakuierungsaktion hätten die Behörden „schlicht und ergreifend ein einziges Ziel: Leben retten“.

Die neue Evakuierungsanordnung betrifft vor allem mehrere Ortschaften im Osten des Bundesstaates Victoria. Dort werden für die kommenden Tage neue Hitzewellen vorhergesagt, die die heftigen Brände in der Region anzufachen drohen. Auch auf der bei Touristen beliebten Känguru-Insel südlich von Adelaide wurden Menschen aus ihren Häusern geholt und an sichere Ort gebracht.

Update vom 08.01.2020, 07.20 Uhr: Etwas Regen und Temperaturen um 23 Grad haben den Feuerwehrleuten im Südosten Australiens eine kleine Atempause beschert. Der Kampf gegen die Flammen ist aber noch lange nicht vorbei: Im besonders betroffenen Bundesstaat New South Wales tobten am Mittwoch noch mehr als 120 Feuer. 

Brände in Australien: Rauch des Feuers umhüllt Sydneys Oper

In der Küstenmetropole Sydney umhüllte Rauch die berühmte Oper, die Luft war nach Angaben der Gesundheitsbehörden zum Teil gefährlich schlecht. In der rund 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Canberra war es 34 Grad heiß. Die Menschen trugen nach wie vor Schutzmasken.

Die berühmte Oper der Stadt ist im Morgenlicht nur durch den Rauch zu sehen, der nach den Buschfeuern in der Umgebung über der Stadt liegt.

Unterdessen hat die Rauchfahne der Buschbrände in Australien Chile und Argentinien erreicht. Der Rauch überquerte über 11.000 Kilometer den Pazifischen Ozean bis an die chilenische Küste. Der wolkenlose Himmel erschien am Dienstag in Zentral-Chile durch die Rauchpartikel ergraut. Auch in Argentinien ist der Rauch vom südlichen Patagonien bis in die zentralen Provinzen Córdoba und Buenos Aires sichtbar, wie die argentinische Wetterwarte SNM berichtete. Die Rauchfahne weht nach Angaben der Meteorologen auf einer Höhe von rund 5000 Metern. Sie sei kein Gesundheitsrisiko. Nur der Himmel ergraue und am Abend scheine die Sonne etwas rötlicher. 

Australien: Flammenherde drohen zu Riesenfeuer zu verschmelzen

Update vom 07.01.2020, 10:50 Uhr: Die Schäden der riesigen Brände in Australien haben sich bereits auf mehrere hundert Millionen Euro summiert. Bislang seien im Zusammenhang mit den Feuern Schadensmeldungen in Höhe von 700 Millionen australischen Dollar (435 Millionen Euro) eingegangen, erklärte der Rat der Versicherungen von Australien am Dienstag.

Völlig erschöpfte Helfer sind laut Fitzsimmons dabei, Eindämmungslinien neu zu ziehen und kontrollierte Gegenfeuer zu legen. In einigen schwer betroffenen Gemeinden konnte derweil die Stromversorgung wieder hergestellt werden, wie die Energieversorger mitteilten.

Die Behörden erwarten zum Freitag hin einen erneuten Temperaturanstieg. Dutzende riesige Feuer waren trotz der leichten Regenfälle am Montag weiterhin völlig außer Kontrolle. Zudem wächst die Furcht, dass sich zwei Brände in New South Wales und Victoria zu einem weiteren Riesenfeuer verbinden könnten.

Buschbrände in Australien rauben Menschen den Atem

Update vom 06.01.2020, 07:00 Uhr: Die Buschbrände in Australien rauben den Menschen in den betroffenen Gebieten weiter den Atem. In der Hauptstadt Canberra war die Luft am Montag durch den Rauch gefährlich verschmutzt. Die Stadtregierung rief die Menschen dazu auf, drinnen zu bleiben. Einige Flüge wurden gestrichen. Museen, Geschäfte und Universitäten blieben geschlossen. 

Das Innenministerium forderte seine Mitarbeiter auf, für 48 Stunden zu Hause zu bleiben. An der Südostküste gab es Regen, was den Kampf der Feuerwehr etwas erleichterte. Eine Entwarnung ist nicht in Sicht.

Update vom 04.01.2020, 14:46 Uhr:  Wegen der verheerenden Buschbrände hat die australische Regierung die größte Zwangseinberufung von Reservisten in der Geschichte des Landes gestartet. 

Premierminister Scott Morrison mobilisierte am Samstag rund 3000 Reservisten der Armee, damit diese die Feuerwehrleute im Kampf gegen die Flammen unterstützen. Im Bundesstaat New South Wales legten Brände zwei Umspannwerke und Hochspannungsleitungen lahm, so dass der Millionenmetropole Sydney Stromausfälle drohten.

Australiens Premier steht wieder in die Kritik

Indes war Morrison  in die Kritik geraten, weil er die Verkündung der Reservisten über den Kurznachrichtendienst Twitter mit Fotos und Videos der Brandkatastrophe verband.

Seine Liberale Partei prahlte ebenfalls in einer Art Werbeanzeige mit den Ankündigungen des Premiers. Morrison versuche, "eine nationale Tragödie auszuschlachten", kritisierte der Labor-Abgeordnete Pat Conroy. Dies sei ein "neuer Tiefpunkt". Sein Parteikollege Murray Watt forderte die Partei des Regierungschefs aus, den Beitrag von ihrer Internetseite zu nehmen.

Die Lage in Australien droht derweil noch dramatischer zu werden. Die Wettervorhersage erwartet Temperaturen von bis zu 50 Grad, was die Buschfeuer noch weiter anheizen könnte.

Katastrophenalarm im Südosten Australiens

Erstmeldung vom 03.01.2020, 11:21 Uhr: Im Südosten Australiens herrscht Katastrophenalarm: Tausende Menschen sind auf der Flucht vor den verheerenden Buschbränden. In den Bundesstaaten New South Wales und Victoria musste mehr als ein halbes Dutzend Städte evakuiert werden, darunter beliebte Touristenorte. Am Freitag bildeten sich lange Staus, das Benzin wurde knapp. Die Polizei eskortierte die Autos aus den Feuergebieten. Im Küstenort Mallacoota, wo Urlauber und Bewohner an den Strand geflüchtet waren, brachte die Marine Eingeschlossene in Sicherheit - Bilder zeigen Szenen wie aus einem staubigen Wüstensturm.

Australien: Brandsaison führt zu Notstand

In New South Wales ist es bereits das dritte Mal in dieser Brandsaison, dass der Notstand verhängt wurde, für Victoria ist es das erste Mal in der Geschichte des Bundesstaates. Dort allein werden nach Angaben der Regierung 28 Menschen vermisst. Die für Katastrophen zuständige Ministerin, Lisa Neville, rief die Bewohner dringend dazu auf, die Feuergebiete zu räumen. „Sie sollten weg, um Ihr Leben zu retten. Wenn Sie das nicht tun, schicken wir die Polizei, damit Sie diese Botschaft verstehen.“ Der Ausnahmezustand erlaubt Zwangsevakuierungen, also Räumungen gegen den Willen der Bewohner. Die gab es aber laut Polizei bislang nicht.

Der Buschbrand in Australien wütet bereits seit Oktober. Landesweit starben mindestens 19 Menschen. Samstag könnte sich die Lage bei Temperaturen von bis zu 46 Grad weiter zuspitzen. Blitze könnten neue Feuer entfachen. In New South Wales und Victoria wüteten am Freitag fast 200 Feuer, landesweit waren es mehr als 300. Wissenschaftler schätzen, dass Hunderte Millionen Tiere umkamen.

Australien: Bewohner wegen Bränden in Notquartieren untergebracht

An der Küste halfen private Fischerboote laut Medienberichten dabei, die festsitzenden Bewohner mit Wasser zu versorgen und Menschen in Sicherheit zu bringen. Viele mussten sich auf der Flucht vor den Flammen Notquartiere suchen und konnten nicht weiter reisen. Die Urlauber Elena und Gabriel Jones traf es beim Neujahrs-Trip, sie mussten in Victoria von einer Stadt in die nächste ausweichen. „Es war eine sehr beängstigende Reise. Mit tun die vielen Familien leid, die dort festsitzen“, sagte Gabriel Jones der Deutschen Presse-Agentur.

Der Deutsch-Australier Frank Klostermann und seine Familie haben eine Odyssee vom Küstenort Batemans Bay Richtung Sydney hinter sich. „Wir sind mit sehr viel Glück da raus.“ Die verbrannten Eukalyptuswälder sähen aus wie verbrannte Streichhölzer, erzählte er der dpa.

Während der tagelangen Flucht vor den Flammen erlebte Klostermann viel Verzweiflung von Betroffenen, aber auch Hilfsbereitschaft. So wurde seine Familie mit zwei weiteren Familien von einer fremden Frau aufgenommen: „Wenn das Schlimmste passiert, holt es das Beste aus den Leute raus.“ Die Australier seien Naturkatastrophen gewöhnt. Aber diese Brände und die Wetterlage schilderte Klostermann als besonders schlimm. An einem Morgen sei es um 8 Uhr schon 34 Grad heiß gewesen.

Australien und die Brände: Tennisturnier in Canberra nach Bendigo verlegt

Die Brände haben Auswirkungen bis hin zu Sport-Events: Das Internationale Tennisturnier in der Hauptstadt Canberra, das am Montag starten soll, wird wegen der Brände in der Region in die rund 620 Kilometer westlich gelegene Stadt Bendigo verlegt, wie die Veranstalter mitteilten.

In Australien sind die Feuer auch ein Politikum. Premierminister Scott Morrison, ein Kohle-Förderer, sieht die Brände als Naturkatastrophe und lehnt es ab, seine Klimapolitik zu ändern. Er wurde dafür kritisiert, dass er während der Krise nach Hawaii fuhr, er brach seinen Urlaub ab. Bei einem Besuch im Feuergebiet, in Cobargo, wurde Morrison am Donnerstag beschimpft. Während eines anderen Ortstermins, am Freitag in Lucknow, war der Empfang freundlicher.

Feuerwehrmann stirbt beim Kampf gegen die Brände

Im Kampf gegen die Flammen bekommen die erschöpften Feuerwehrleute Unterstützung aus den USA und Kanada. „Es sind beispiellose Zeiten“, sagte der Premier von Victoria, Daniel Andrews. Ein besonders bewegendes Bild gab es diese Woche bei einer Trauerfeier in Buxton für einen Feuerwehrmann, der im Einsatz ums Leben kam. Dort wurde dem kleinen Sohn stellvertretend für seinen Vater eine posthume Auszeichnung für dessen Mut und Dienst überreicht.

Am Freitag gab es für die Feuerwehrleute einen besonderen Dank, wie der „Sydney Morning Herald“ berichtete: Stadionbesucher applaudierten ihnen bei einem Cricket-Spiel.

dpa/afp/mse/vb

Die Buschbrände in Australien wüten bereits seit Oktober. Das ist in Australien bei den Bränden bisher geschehen.*

Ein Grund für die massiven Brände in Australien ist der Klimawandel*, der das Land im Griff hat - von zu warmen Meeren bis hin zu Dürren. In Australien setzen die Brände jede Menge Kohlendioxid frei. Das ist so viel, wie das Land das ganze Jahr über erzeugt.

Millionen Hektar Land sind mittlerweile in Australien verbrannt. Der Rauch zieht in die Städte und sorgt für gesundheitliche Probleme. Ein Arzt erklärt die Gefahren. Währenddessen leiden Tausende Tiere unter den Folgen der Brände. Die Regierugn des Bundesstaates Victoria hat dennoch einen grausamen Rat an die Rettungskräfte: Sie sollten Baby-Koalas besser töten

Im Osten von Afrika bahnt sich eine Hungersnot an. Schuld sind Heuschrecken und das selbe Wetterphänomen, das auch die Buschbränge in Australien begünstigt.

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Liu Changchang/dpa

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare