Spaziergang

„Tiere leiden still“: Gassi-Gehen wird bei hitzigem Wetter für den Hund zur Qual

Ein Spaziergang bei hohen Temperaturen mit dem Hund? Davon raten Experten ab. Denn: Der Asphalt kann bei dem Vierbeiner schnell zu ernsthaften Verletzungen führen.

  • Die Sonne erhitzt den Asphalt enorm.
  • Hohe Temperaturen können für den Hund schmerzhaft werden.
  • Wer bei heißem Wetter einen Spaziergang mit dem Hund macht, muss einiges beachten.

Kassel - Ein Tag am Strand - die Sonne scheint, doch auf dem Weg zum Meer wird die Freude auf die baldige Abkühlung plötzlich getrübt. Denn der Sand ist heiß. So heiß, dass man anfängt zu rennen, um diesen nur wenige Sekunden zu berühren. Kommt bekannt vor? Ungefähr so müssen sich Hunde bei heißem Wetter fühlen.

Heißes Weter: Hund kann sich schmerzhaft verbrennen

Denn bei heißem Wetter erhitzt sich der Asphalt bereits ab 25 Grad massiv. Was sich für uns im Freien nach einer angenehmen Sommer-Temperatur anfühlt, kann bei Hunden üble Folgen haben. Sogar Verbrennungen dritten Grades sind möglich. Das schreibt die international tätige, österreichische Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“.

Der Temperaturunterschied zwischen Luft und Asphalt kann laut „Vier Pfoten" gravierend sein. Denn bei einer Außentemperatur von 35 Grad erwärmt sich der Bodenbelag fast bis auf das Doppelte: 65 Grad. Das hält die empfindliche Pfote eines Hundes nicht aus - und verbrennt. Heißes Wetter kann so zur Gefahr werden.

Luft-TemperaturAsphalt-Temperatur
25 Grad52 Grad
31 Grad62 Grad
35 Grad65 Grad

Hitziges Wetter: Hund hat auf heißem Asphalt keinen Schutz

Eine Tierärztin aus Lohfelden bei Kassel berichtet, dass der Großteil der Hundebesitzer sich ihrer Erfahrung nach der Gefahr durch heißes Wetter für ihre Hunde bewusst seien. Sie habe glücklicherweise selten mit solchen Verbrennungen zu tun - wenn, würden diese im Zusammenhang mit dem Fahrrad fahren stehen, also wenn der Hund neben dem Menschen herläuft. Grund ist, dass der Hund dann länger auf dem Asphalt läuft und nicht auf Grasflächen ausweichen kann.

Die Symptome bei einer Verbrennung durch das heiße Wetter sind bei einem Hund laut „Vier Pfoten“ folgende:

  • Eine Verbrennung ersten Grades: Hautstelle an der Pfote ist gerötet und geschwollen.
  • Eine Verbrennung zweiten Grades: Auf der Pfote sind deutliche Brandblasen zu sehen.
  • Eine Verbrennung dritten Grades: Die Haut an der betroffenen Stelle ist verkohlt.

Heißes Wetter: Sieben-Sekunden-Regel kann Hund vor Verletzungen schützen

Doch ein einfacher Trick kann „Vier Pfoten" zufolge dabei helfen, die Gefahr des heißen Wetters für den Hund abschätzen zu können: die sogenannte Sieben-Sekunden-Regel. Tatsächlich ist sie sehr simpel. Indem der Mensch seine Hand sieben Sekunden auf den Asphalt legt, kann eingeschätzt werden, ob dieser für den Hund zu heiß ist. Denn was uns Schmerzen verursacht, hat eine ähnliche Wirkung auf unseren Vierbeiner.

Insgesamt sollte bei heißem Wetter folgendes im Umgang mit dem Hund beachtet werden: Am besten sind Spaziergänge am frühen Morgen und späten Abend, wenn die Temperaturen bereits gesunken sind. Dadurch ist auch die Oberfläche des Bodenbelages niedriger. Eine weitere Möglichkeit erwähnt die Tierärztin aus Lohfelden bei Kassel: Auch Überschuhe für den Hund können helfen, auf diese würden jedoch nur wenige Hundebesitzer zurückgreifen.

Verbrennungen dritten Grades möglich: Heißes Wetter kann für Hund zur Gefahr werden

Spaziergang mit Hund bei heißem Wetter: Besser in Wald und auf Wiesen laufen

Wiesen, Wälder und Rasenfläche bieten sich besonders an, da sie keine Gefahr durch Verbrennungen für den Hund bedeuten. Die Tierärztin aus Lohfelden betont, dass viele Hundebesitzer im Sommer den Wald für Spaziergänge mit ihrem Hund vorziehen - dort, wo es schattig und der Boden weich ist.

Doch was tun, wenn der Hund sich durch das heiße Wetter Verbrennungen zugezogen hat? Hier heißt es schnell handeln, um die Schmerzen zu lindern und die Pfoten zu versorgen. Die Tierärztin aus Lohfelden rät zu folgenden Maßnahmen:

  • Betroffene Pfoten unter Wasser halten - dieses darf nicht eiskalt sein.
  • Die betroffenen Pfoten bandagieren. Jedoch muss man dabei aufpassen, dass der Verband nicht zu fest sitzt. Denn durch Schwitzen kommt Feuchtigkeit in die Wunde und es können sich Bakterien ansiedeln. Daher: lieber den Verband häufig wechseln.

Verbrennungen beim Hund durch heißes Wetter: „Tiere leiden still“

Das Schlimme bei Verletzungen beim Hund durch das heiße Wetter ist, dass die Tiere selten auf ihre Schmerzen aufmerksam machen würden, sagt die Lohfeldener Tierärztin. Sie würden nur in akuten Fällen jaulen. „Tiere leiden still", sagt sie weiter. Zurückzuführen sei das auf das Rudelverhalten der Hunde. Sie wüssten instinktiv, dass sie in einem Rudel immer weiter laufen müssten, um Teil zu sein, so die Tierärztin.

Dem ersten Impuls, die Verletzungen an der Pfote durch das Wetter mit Eis zu kühlen, sollte keinesfalls nachgegeben werden. Denn Eis wie beispielsweise bei Eiswürfeln kann bei den Pfoten der Hunde zu Gewebeschäden führen, schreibt „Vier Pfoten“. Salben, die vor Verbrennungen schützen beziehungsweise bei Verbrennungen helfen, können bei einem Tierarzt erfragt werden. (Katharina Ahnefeld)

Heißes Wetter kann für Hunde sehr gefährlich sein

Den Hund bei heißem Wetter im Auto zulassen, kann lebensgefährlich sein, wie dieser Fall aus Kassel zeigt: Ein Hund sitzt bei großer Hitze im Auto fest. Nur durch Zufall stoßen zwei Beamte der Stadt Kassel auf das Auto und schreiten ein.

Pralles Sommerwetter ist nicht für alle eine Freude: Gerade Hunde vertragen das heiße Wetter nicht* - das kann sogar lebensgefährlich werden. Doch was können Haltern jetzt tun? *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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