Sparen im Cent-Bereich 

Mehrwertsteuersenkung: Absurde Angebote für Verbraucher - über diese Dreistigkeit ärgern sich viele

Seit dem 1. Juli zahlen Kunden im Supermarkt oder Discounter weniger Mehrwertsteuer. Doch viele Angebote erscheinen geradezu absurd und viele Verbraucher ärgern sich.

  • Bis Ende des Jahres sollen Verbraucher durch die Mehrwertsteuersenkung entlastet werden
  • Bei Alltagseinkäufen spart man oft jedoch nurCent-Beträge
  • Irrwitzige Angebote sorgen bei den Kunden für Unmut

München - Seit wenigen Tagen füllen sich die Einkaufswagen in Deutschland zu theoretisch niedrigeren Preisen. Grund dafür ist die Senkung der Mehrwertsteuer, die am 1. Juli 2020 in Kraft getreten ist. Bis Ende des Jahres wird der Steuersatz von 19 auf 16 Prozent gesenkt, der ermäßigte Steuersatz liegt nur noch bei fünf Prozent. Die Maßnahme wurde im Rahmen des Konjunkturpaketes des Bundes beschlossen, um die Wirtschaft nach den Corona*-Einbußen wieder anzukurbeln. 

Doch bereits im Vorhinein war klar: Bei Alltagsprodukten im Supermarkt oder im Discounter werden die Einsparungen gering ausfallen. Zumal die Händler nicht einmal verpflichtet sind, die Mehrwertsteuersenkung an die Verbraucher weiterzugeben. Viele Ketten wie beispielsweise Aldi*, Lidl, Edeka, Netto oder Kaufland haben aber erklärt, ihren Kunden den Preisvorteil verschaffen zu wollen. 

Mehrwertsteuersenkung nach Corona: Absurde Angebote ärgern die Verbraucher

Den meisten Kunden war wohl klar, dass es bei Produkten wie Milch, Käse, Fleisch und Gemüse oft nur um wenige Cent Unterschied geht. Richtig lohnen würde sich die Mehrwertsteuersenkung nur für größere Anschaffungen, berichtet auch die Verbraucherzentrale NRW auf ihrer Webseite. 

Doch worüber sich die Kunden mehr ärgern als über die niedrigen Sparbeträge, ist die Tatsache, dass diese minimalen Preisreduzierungen in den Märkten oft groß angepriesen werden. Auffällige rote Schilder versprechen große Einsparungen, wo kaum welche sind. Ein Kunde zeigt auf seinem Twitter-Account zum Beispiel, wie mit knalligen, roten Schildern ein tolles Angebot suggeriert wird, das sich eigentlich nur auf eine Einsparung von einem Cent beläuft. 

Corona-Mehrwertsteuersenkung: Der Preis bleibt gleich, das „Angebot“ wird angepriesen

AndereVerbraucher teilen auf dem sozialen Netzwerk auch Bilder von Angeboten, die beworben werden, bei denen sich der Preis aber gar nicht geändert hat. Der durchgestrichene Preis ist exakt derselbe wie der Angebotspreis. Viele Kunden sind deshalb vom Verhalten der Händler merklich irritiert. Bei Aldi ärgerte sich eine Kundin über einen ewig langen Kassenzettel. Auch das lag an der Mehrwertsteuersenkung. (mam) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital Netzwerkes

Rubriklistenbild: © dpa / Sven Hoppe

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