Verbraucher gewarnt

Drastischer Fleisch-Rückruf: Behörden lösen sogar per „Katwarn“ Alarm aus

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Katwarn hat eine Warnung herausgegeben, weil Fleisch in Ostfriesland mit Listerien versucht ist.

Normalerweise lösen Behörden mit der App „Katwarn“ Katastrophen-Alarm aus. In einer aktuellen Warnung geht es aber um einen Produktrückruf. Das ist eher ungewöhnlich.

  • Die Behörden in Ostfriesland haben einen ungewöhnlichen Katastrophen-Alarm herausgegeben.
  • Konkret geht es um einen Produktrückruf.
  • Die App wird normalerweise für andere bedrohliche Lagen verwendet.

Update vom 25. November 2019: Ob ein Zusammenhang besteht ist noch unklar - in jedem Fall ist im niedersächsischen Moormerland eine weitere Fleischerei von einem Listerien-Fund betroffen: Der Hersteller Eckhoff hat nun knapp 30 Fleischprodukte zurückgerufen. Daneben findet aktuell ein Iglo-Rückruf statt, da ein falscher Artikel abgepackt wurde.

Drastischer Rückruf - Behörden lösen sogar per „Katwarn“-App Alarm aus

Moormerland/Ostfriesland - An Produktrückrufe der verschiedensten Lebensmittelhändler haben sich Verbraucher in Deutschland längst gewöhnt. Über das Internet werden die Rückrufe schnell weiterverbreitet, in den Supermärkten selbst werden Aushänge angebracht. Im Falle eines Produktrückrufs in Norddeutschland lösten die Behörden nun aber sogar einen Gefahren-Alarm aus - mit der App „Katwarn“. Währenddessen ruft die Solidargemeinschaft Unser Land Hühnereier der Güteklasse A zurück. Betroffen sind die Supermärkte Edeka und Rewe sowie mehrere Landkreise im Umkreis von München.

Video: Listerien - wie gefährlich sind sie?

Katwarn-Warnung: Fleisch-Rückruf wegen Listerien

Konkret geht es um den Rückruf von Fleisch aufgrund von Gefahr durch Listerien. Eine Naturschlachterei namens „Lay“ aus dem kleinen Moormerland (Ostfriesland), 100 Kilometer nordwestlich von Bremen gelegen, hatte das mit den gefährlichen Bakterien verunreinigte Fleisch in Umlauf gebracht. Nach Angaben des Betriebes liege eine „mögliche Gesundheitsgefährdung durch Listerien“ vor, heißt es in der Katwarn-Meldung. Auch wegen einer Käsesorte wurde kürzlich Katwarn ausgelöst - ebenfalls wegen Listerien.

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Billig, egal ob bei Lebensmittel oder anderen Waren, ist immer mehr gefragt. Kein Wunder also, dassEin-Euro-Shops so beliebt geworden sind.

Listerien in Fleisch - Ostfriesland gibt Katwarn-Warnung heraus

Die Menschen im betroffenen Ostfriesland dürften sich über die Katwarn-Warnung gewundert haben. Denn normalerweise meldet die Behörden-App Warnungen vor Bränden, schweren Unwettern oder unerwarteten Gefahrensituationen - etwa Terror. In diesem Fall droht zwar auch Gefahr für Leib und Leben - Listerien können unter Umständen tödlich sein - aber ungewöhnlich ist die Meldung angesichts „gewöhnlicher“ Katwarn-Warnungen (Brände, Unwetter, etc.) schon.

Zuletzt hatte es in Deutschland einen Rückruf aufgrund von Listerien auch beim Wursthersteller Wilke in Hessen gegeben. Das Ausmaß dort war allerdings deutlich größer als beim aktuellem Fall in Norddeutschland: Drei Todesfälle und insgesamt 37 Krankheitsfälle sind nach dem Wilke-Skandal bisher bekannt. Hunderte Supermärkte mussten verseuchtes Fleisch aus dem Verkehr ziehen. Möglicherweise aufgrund dieser Vorgeschichte nutzten die Behörden in Ostfriesland nun die Katwarn-App.

Mehrere Geschäfte brachten Fleisch mit Listerien in Umlauf - Rückruf!

Doch beim dortigen Fall stellt sich der Sachverhalt aktuell nicht ganz so krass dar wie bei Wilke. Zwei Geschäfte in der Region, ein Partyservice und Händler einer Adventausstellung könnten das betroffene Fleisch in Umlauf gebracht haben. Um die Bevölkerung zu warnen, nutzten die Behörden in Ostfriesland die Warnstufe 2, also die erste von zwei Warnstufen. 

Einen Rückruf gab es bei Rewe, Edeka und weiteren Supermärkten. Betroffen war eine beliebte Wurstsorte. Und ein deutscher Fleisch-Hersteller musste wegen Schädlingen in seinem Betrieb vorübergehend die Produktion stoppen. Auch ein Käse-Produkt von Rewe war betroffen. 

Katwarn: „Hohe Warnstufe“ bedeutet akute Gefahr

Krasser wird es bei der sogenannten „Hohen Warnstufe“, wenn akute Gefahr und hoher Handlungsbedarf herrscht. Außerdem nutzt Katwarn Push-Nachrichten, um die Bevölkerung mit einer „Information“ über Sicherheitsrelevante Lagen ohne direkte Bedrohung in Kenntnis zu setzen. Zuletzt war das zum Beispiel bei einem im Handel verkauften Mürbeteig, der mit Fäkalien verunreinigt war.

Kuriose Meldungen bei Katwarn kommen immer mal wieder vor  - München etwa staunte kürzlich über eine Warnung, die zunächst niemand so richtig einordnen konnte, wie Merkur.de* berichtete. Am Ende stellte sich das Ganze allerdings als harmlos heraus.

Ein Unternehmen muss zwei beliebte Eissorten einem Rückruf unterziehen. Allergikern könnte es gesundheitliche Probleme bereiten

Selbst das Warn-System KATWARN alarmiert: Aufgrund Verunreinigung mit Bakterien ruft eine Metzgerei zahlreiche Wurstprodukte zurück.

Aldi Nord ruft beliebte Produkte zurück. In ihnen können sich Metalldrähte befinden. Es besteht Verletzungsgefahr.

Drastische Maßnahme: Wegen einer Vermisstensuche haben Behörden KATWARN ausgelöst - normalerweise weist das System auf Gefahren für die Bevölkerung hin.

Kurz vor Weihnachten wird außerdem eine bei Kindern besonders beliebte Süßigkeit wegen Erstickungsgefahr zurückgerufen. Bundesweit im Handel. 

Eine Edeka-Filiale in Cottbus hat mit einer Aktion für Aufsehen gesorgt. Weil dabei polnische Mitbürger diskriminiert wurden, rief dies sogar die Botschaft in Berlin auf den Plan.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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