News-Ticker zur Einkaufssituation

Corona-Krise trifft Supermärkte: Handelsverband entwarnt - „Alle Hamster haben jetzt genug Toilettenpapier“

Die Coronavirus-Pandemie hat massiven Einfluss auf das gesellschaftliche Leben. Wie reagieren Deutschlands Supermärkte auf Covid-19? Alle Infos im News-Ticker.

Update vom 2. April: Frohe Kunde aus dem Einzelhandel: „An der Hamsterfront kehrt endlich Ruhe ein“, teilt der Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, Bernd Ohlmann, in München mit. Die Versorgungssituation entspanne sich immer mehr. „Langsam setzt sich die Vernunft durch.“ 

Inzwischen sinke die Chance, bei besonders gesuchten Produkten vor leeren Regalen zu stehen, sagte Ohlmann. Bei den Kunden festige sich die Erkenntnis, dass die Warenversorgung gesichert sei - und sie hätten inzwischen Vorräte angelegt. „Alle Hamster haben jetzt genug Toilettenpapier“, betonte er.

Corona-Krise: Supermärkte fürchten an Ostern Run auf Filialen - und bitten Kunden eindringlich

Update vom 1. April: Die Supermärkte sind wegen der Ausgangsbeschränkungen aktuell recht leer. Das könnte sich an Ostern aber ändern - und zu erheblichen Behinderungen führen, schlägt der Handelsverband Lebensmittel (bvlh) Alarm. Ostern sei eines der wichtigsten Feste in Deutschland. Traditionell werde davor viel eingekauft, sagte der Verbands-Sprecher der Hamburger Morgenpost zufolge - und appellierte an die Kunden, die Oster-Einkäufe lieber frühzeitig zu planen. 

Corona-Krise: Rewe und Aldi Süd mit Überraschung für hart schuftende Mitarbeiter

Update vom 24. März: Mitarbeiter im Supermarkt schuften in der Corona-Krise mit am meisten - und sollen jetzt dafür belohnt werden. Rewe will seine Beschäftigten sowie die Mitarbeiter der Konzerntochter Penny für ihren Einsatz mit einem Bonus belohnen. Dafür werde der Konzern mehr als 20 Millionen Euro in die Hand nehmen, sagte ein Rewe-Sprecher auf Nachfrage der dpa.

„Das sind schnelle und unbürokratische erste Sofortmaßnahmen, um unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine klare Botschaft zu geben: Wir sagen nicht nur Danke für ihren unermüdlichen Einsatz in dieser schwierigen Ausnahmesituation, sondern wir honorieren ihr Engagement zugleich in finanziell spürbarer Weise“, betonte der Sprecher. Der jeweilige Betrag ist etwa abhängig von der Funktion und davon, ob Vollzeit oder Teilzeit gearbeitet wird. 

Supermarkt-Mitarbeiter schuften während Corona-Krise: Aldi Süd plant Prämie

Die Bonuszahlung werde als Guthaben auf die Mitarbeiterkarten gebucht. Das habe den Vorteil, dass der Betrag den Beschäftigten praktisch als Netto-Zahlung zugutekomme.

Auch bei Aldi Süd können sich die Beschäftigten vielleicht schon bald über eine Prämie freuen. „Wir machen uns derzeit Gedanken, wie wir uns bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz erkenntlich zeigen können“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Corona in Köln: Eine dm-Filiale brachte gleich acht gleiche Toilettenpapier-Hinweiszettel an.

Corona und Klopapier: Rewe-Kunde hält Anblick fest, den es eigentlich doppelt nicht geben kann

Coronavirus: Aldi zeigt sich emotional und gibt Entwarnung

Update vom 23. März 2020, 15.31 Uhr: In Zeiten der Corona-Krise müssen Supermärkte wie Aldi und Lidl eine Belastungsprobe bestehen. Besonders betroffen sind natürlich Produzenten, Lieferanten und Mitarbeiter in den Discountern. Aldi Süd bedankt sich jetzt öffentlich. „Wir glauben seit jeher daran, dass man gemeinsam alles schaffen kann.“ Mit diesen herzlichen Worten wendet sich Aldi Süd an alle Verbraucher und Mitarbeiter auf Instagram. Zudem gibt Aldi in seiner Meldung Entwarnung: Alle Märkte seien bis auf Weiteres ganz normal geöffnet. „Die Lieferketten in unseren Filialen sind insgesamt stabil“. 

Aldi teilte in seiner Meldung mit, dass alle notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um in dieser schweren Situation unterstützen zu können. Der Discounter hatte schon Anfang März zu einer Maßnahme gegriffen:

Desinfektionsmittel

waren im Sonderverkauf.  

Die G20-Staaten und die europäischen Staaten stimmten sich in einem Gipfel zur Coronakrise ab. Angela Merkel informiert in einem Video-Statement über die Ergebnisse.

Update vom 21. März 2020, 14.41 Uhr: Aldi, Lidl, Netto, Rewe und Penny lassen derzeit Plexiglasscheiben an den Kassen vieler Filialen installieren - zum Schutz vor Tröpfcheninfektionen. „Als eine von vielen Präventionsmaßnahmen werden kurzfristig zusätzliche Desinfektionsmittel sowie Einmalhandschuhe zum Schutz unserer Mitarbeiter zur Verfügung gestellt“, erklärte ein Sprecher von Aldi Nord. Lidl hat laut einer Sprecherin eine interne Hotline für die Mitarbeitenden eingerichtet. Allgemein werden Hygiene- und Abstandsregeln auch durch Hinweisschilder und Bodenmarkierungen verdeutlicht.

Lesen Sie auch: Das Coronavirus hat überall Einfluss, nicht nur bei der Gesundheit. Viele Menschen tätigen jetzt Coronavirus-Hamsterkäufe. Im Internet wird vor allem Klopapier danach oft überteuert angeboten. Ein Edeka-Chef greift jetzt hart dagegen durch - mit Vor- und Nachteilen.

Update vom 20. März 2020, 15.35 Uhr: Die Corona-Krise verändert vieles, notgedrungen müssen Restaurants nun schließen oder sich den neuen Bedingungen anpassen. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Lebensmitteln stark gestiegen. Die ungewöhnliche Situation führte nun zu einer Personalpartnerschaft zwischen dem amerikanischen Fast-Foot-Giganten McDonald‘s und der deutschen Supermarkt-Kette Aldi.

Künftig können Mitarbeiter von McDonald‘s also gezielt an den Discounter vermittelt werden. Dies würde, so McDonald‘s Deutschland-Chef Holger Beeck eine „Win-win-Situation“ schaffen. „Unsere Mitarbeiter können - wenn sie das wollen - weiter beschäftigt werden. Gleichzeitig profitiert Aldi von zusätzlichen Ressourcen,“ erklärte Beeck weiter. Die Arbeiter der Fast-Food-Kette könnten bei Aldi zu den dort üblichen geltenden Konditionen befristet eingestellt werden und könnten auch wieder zurückkehren.

Nicolás de Lope, Sprecher der Verwaltungsratsbevollmächtigen von Aldi Nord, sieht der Umsetzung des neuen Konzepts positiv entgegen. „Wir sind überzeugt, dass wir mit unkonventionellen Lösungen und einem starken Zusammenhalt diese Krise bewältigen können.“ Laut de Lope erfordern „besondere Zeiten besondere Lösungen.“

Supermärkte in der Corona-Krise: Edeka muss Hilfs-Aktion in Deutschland absagen

Update vom 20. März 2020, 11.50 Uhr: In vielen Ländern reagieren erste Supermarkt-Ketten bereits auf die Corona-Krise* und modifizieren ihre Geschäftszeiten und Bedingungen. Besonders auf die Bedürfnisse von Senioren wird in einigen Ländern geachtet. In Irland beispielsweise bietet Lidl für seine 163 Filialen eine Extra-Einkaufszeit für ältere Menschen an. Zu diesem Service erklärten sich auch andere Ketten wie Tesco und Iceland in Großbritannien, sowie Woolworth in Australien, bereit.  

In Deutschland wurde eine geplante Hilfs-Aktion der Kette Edeka trotz großer Ankündigung im Vorfeld abgesagt. Wie der Facebookseite der Edeka-Filiale „Heitmann Große Bergstraße“ in Hamburg zu entnehmen ist, sollten die Läden Sonntags für einen bestimmten Zeitraum ausschließlich für Senioren geöffnet werden. 

„Zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ habe man sich dagegen entschieden, wie die Filiale auf Facebook argumentiert. Ein weiterer Arbeitstag sei den Mitarbeitern nicht zuzumuten, „da jetzt schon viele Kolleginnen und Kollegen an den Grenzen ihrer Belastbarkeit angekommen sind.“ In dem Statement wird außerdem zu lesen, dass dies alle Edeka-Filialen im norddeutschen Absatzgebiet gelte. 

Supermärkte in der Corona-Krise: Erste Angriffe auf Mitarbeiter in Deutschland 

Update vom 19. März 2020, 17.33 Uhr: In Deutschland kommt es weiterhin zu Hamsterkäufen. Ein Produkt, das sich dabei besonderer Begierede erfreut ist Klopapier. Seit dem Ausbruch des Coronavirus ist der Absatz von Toilettenpapier bundesweit gestiegen, zeitweise sind Regale in Läden leer. Einzelne Kunden haben wegen der Rollen Mitarbeiter angegriffen.

In einem Mannheimer Supermarkt wollte ein 47-Jähriger laut Polizei mehrere Packungen Toilettenpapier kaufen. Weil zwei Angestellte ihm das verwehrten, beleidigte der Mann diese zunächst und versuchte dann, sie mit der Faust zu schlagen. Ein weiterer Kunde mischte sich den Angaben zufolge ein und trat einem der Verkäufer mit dem Knie gegen die Stirn

In Bremen wollte eine Kundin eine Kaufbeschränkung auf nur eine Einzelpackung nicht akzeptieren, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die 41-Jährige habe sich deshalb in einem Supermarkt mit der Verkäuferin angelegt und sie geschubst. Ihr 45 Jahre alter Begleiter habe einem Kollegen der Angestellten mehrere Faustschläge versetzt. Die Frau bekam Hausverbot, gegen den Mann wird wegen Körperverletzung ermittelt.

Supermärkte reagieren auf Corona: Kommen die Sonntagsöffnungszeiten?

Update vom 19. März 2020, 13.13 Uhr: Die Lebensmittelhändler wollen trotz Lockerung des Sonntagsöffnungsverbots ihre Läden weiterhin nur an sechs Tagen pro Woche geöffnet halten. Rewe (und der Discountableger Netto), Edeka (und der Discountableger Penny) sowie Aldi, Lidl und Kaufland sagten in einer dpa-Umfrage, dass auch mit den bestehenden Öffnungszeiten die Kunden bedarfsgerecht bedient werden könnten. Die Entscheidung fällt klar zugunsten der Mitarbeiter, wie Rewe-Chef Lionel Souque betont: „Mit dem gegenwärtigen Pensum verlangen wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Märkten bereits Erhebliches ab. Und wir haben aktuell wenig Grund zu der Annahme, dass sich daran binnen sehr kurzer Frist etwas verändert.“ 

Aldi, Lidl & Co: Coronaviruskrise ändert nichts an Versorgung mit Grundnahrungsmitteln

Update vom 18. März, 15.56 Uhr: „Deutschland ist mit heimischen Lebensmitteln gut versorgt“, stellt Bauernpräsident Joachim Rukwied gegenüber der Deutschen Presse-Agentur klar, „Grundnahrungsmittel wie Getreide, Kartoffeln, Obst und Gemüse wird es weiterhin in ausreichender Menge geben.“

Deutschland sei nicht nur autark, sondern übertreffe den Selbstversorgungsgrad teilweise sogar - er zeigt an, wie viel Prozent des deutschen Verbrauchs im eigenen Land produziert wird. Bei Weizen wurden 117 Prozent gemessen, Kartoffeln erreichen sogar 148 Prozent. Die Supermärkte müssen sich also nicht um den Nachschub der Grundnahrungsmittel sorgen.

In einer Lidl-Filiale gingen die Hamsterkäufer nun in die Vollen undkauften ein pikantes Produkt komplett auf. Mit Grundnahrungsmitteln hat es allerdings überhaupt nichts zu tun.

Um die Grundversorgung zu gewährleisten sollen auch diese Verkaufsstellen weiterhin geöffnet bleiben.

Update vom 19. März, 11:00: Viele Supermärkte und Discounter haben Maßnahmen getroffen , um ihre Mitarbeiter zu schützen. So werden einige Backtheken kurzfristig geschlossen. Kunden erhalten nur noch verpacktes Brot und Backteile. Des Weiteren haben Rewe-Filialen in Bayern und NRW aufgrund von Vorsichtsmaßnahmen Salatbars, bei denen sich Kunden normalerweise den eigenen Salat zusammenstellen, in Einzelfällen geschlossen.

Update vom 16. März, 13.27: Aldi Süd schickt eine eindringliche Bitte an alle Kunden. Über Instagram lässt das Unternehmen wissen: „Unsere Filialen haben weiterhin für euch geöffnet. Entlang der gesamten Produktions- und Lieferkette arbeiten alle Menschen daran, die Versorgung aufrechtzuerhalten, damit niemand leer ausgeht.“ 

Aldi: Covid-19 macht keine Hamsterkäufe notwendig - „Seid solidarisch“

Das klappt auch sehr gut“, beruhigt der Discounter, „es gibt daher keinen Grund, sogenannte ‚Hamsterkäufe‘ zu tätigen. Seid solidarisch und denkt auch an eure Mitmenschen, die durch unnötiges Lagern vielleicht nichts mehr bekommen. Kauft daher nur ein, was ihr wirklich im Haushalt benötigt. Die Versorgung ist sichergestellt.“

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Corona: Aldi stellt Verhaltensregeln im Markt auf

Außerdem werden kurze Verhaltensregeln aufgelistet. Ein Mindestabstand von ein bis zwei Metern zueinander wird empfohlen, nichts soll unnötig angefasst werden und die Kunden werden gebeten, wenn möglich, mit Karte oder ganz kontaktlos zu bezahlen. Diese Bitten überschreibt Aldi mit einem großen „Danke!

Update vom 16. März: Im Internet kursieren wilde Gerüchte bezüglich der Reaktion des Einzel- und Großhandels auf die Verbreitung des Coronavirus. Leider werden über Whatsapp und Co. auch falsche Informationen verbreitet. Ein besonders schwerwiegendes Beispiel liefert ein gefälschter Focus-Artikel

Neue Öffnungszeiten von Aldi, Lidl, Edeka? Fake-News über Schließungen

Neue Öffnungszeiten von Aldi, Lidl, Edeka, Kaufland, Penny, Netto und Real werden beschrieben. Angeblich seien sie nur noch Montags und Freitags für sehr kurze Zeit geöffnet. Doch dabei handelt es sich schlicht um Fake-News. Aldi reagierte bereits mit einer offiziellen Richtigstellung.

Corona: Schließen jetzt die Supermärkte? Das Gegenteil ist der Fall

Fakt ist, dass jetzt das Gegenteil zu erwarten ist - zumindest in Bayern. Ministerpräsident Söder ruft den Katastrophenfall aus. Während etliche öffentliche Treffpunkte wie Tagungsräume, Schwimmbäder sowie Spiel- und Sportplätze geschlossen werden, kommt dem Lebensmittelhandel eine besondere Rolle zu. 

Die Öffnungszeiten der Supermärkte werden im Freistaat ausgeweitet. Die Geschäfte dürfen zwei Stunden länger geöffnet haben. Erst um 22 Uhr müssen sie schließen. 

Reaktion auf Coronavirus: Rewe und Penny suchen neue Mitarbeiter - Fake-News „widerwärtig“

Natürlich müssen die Firmen aber auch darauf erst einmal reagieren. Rewe und Penny suchen bereits neue Mitarbeiter. Die Frequenz der Warenlieferung sei erhöht, zusätzliches Personal sei für die Versorgung von Nöten, teilte ein Sprecher mit. Die Fake-News bezeichnete er unterdessen als „zynisch und widerwärtig“.

Corona: Gewerkschaft kritisiert längere Ladenöffnungszeiten

Die Gewerkschaft Verdi äußerte sich ebenfalls zu den Beschlüssen. „Weitere Belastungen durch unnötige Öffnungszeiten gefährden die gesamte Personalbesetzung und damit die Grundversorgung unserer Bevölkerung", schimpfte Sprecher Hubert Thiermeyer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. 

Es sei genügend Zeit zum Einkaufen vorhanden, außerdem leisteten die Beschäftigten im Lebensmittelhandel derzeit Übermenschliches. Nun fühlen sie sich von der Politik außen vor gelassen, da durch die angepassten Öffnungszeiten nicht nur die Arbeitsbelastung steige. Hygienischer Schutz fehle häufig und die Mitarbeiter seien der Gefahr nun sogar noch länger ausgesetzt.

Hamsterkäufe, Engpässe und Notfälle - wie reagieren Deutschlands Supermärkte auf das Coronavirus?

Erstmeldung vom 14. März: München - Die Coronavirus-Pandemie beeinflusst das gesellschaftliche Leben. Nachdem zuletzt bereits Großveranstaltungen abgesagt* und Schulen geschlossen wurden, bekräftigte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Samstag in einer Videobotschaft an die Bevölkerung, dass auch auf sozialen Kontakt verzichtet werden sollte. Was bedeutet die Corona-Krise für unser Einkaufverhalten? 

Coronavirus in Deutschland: Supermarkt-Filialen erleben Nachfrageschub

Die Einschränkungen im sozialen Leben können für den Lebensmitteleinzelhandel aus Sicht von Branchenexperten einen Nachfrageschub auslösen. Da derzeit viele Menschen zu Hause blieben sowie Restaurantbesuche verstärkt gemieden würden „steigt die Nachfrage nach frischen Produkten wie Obst, Gemüse und Fleisch - aber auch Fertiggerichten, weil vermehrt zu Hause gekocht wird“, wie Einzelhandelsexperte Markus Hepp gegenüber der Deutschen Presse-Agentur betont.

Ein derartiger Nachfrageschub ist in den letzten Tagen auch daran zu erkennen, dass Menschen vermehrt sogenannten Hamsterkäufen tätigen. Müssen sich die Bürgerinnen und Bürger also Sorgen machen, bei künftigen Einkäufen leer auszugehen ? Ein Überblick über die Lage bei Deutschlands Supermarktketten.

  • Aldi Süd: Die 1.930 Filialen bleiben definitiv geöffnet. Zudem arbeite man daran, „die Warenverfügbarkeit sicherzustellen.“ Gleichzeitig stellte der Discounter-Riese klar, dass es bei vereinzelten Produkten vorübergehend zu Lieferengpässen kommen könnte. Zuletzt wurden bei Aldi Süd etwa Milch, Konserven, Nudeln oder Klopapier knapp. 
Klopapier gab es bei Aldi Süd zuletzt nur noch in geringen Mengen.
  • Kaufland: Schließt Kaufland wegen der Coronavirus-Pandemie sämtliche Filialen? Diese Meldung sorgte zuletzt für Schlagzeilen, entspricht jedoch nicht der Wahrheit. Wie das Unternehmen am Freitagabend richtig stellte, hätten sämtliche Läden auch weiterhin „regulär geöffnet.“

Corona-Krise: DM und EDEKA beschränken Stückzahl bei bestimmten Artikeln

  • DM: Beim Drogerie-Markt sind die Auswirkungen der Hamsterkäufe offenbar besonders spürbar. In einer Filiale in Pasing hängt sogar eine Kundeninformation aus, welche die Menge an Einkäufen regeln soll. Demnach dürften pro Kunde beispielsweise nur zwei Stück Desinfektionsmittel oder eine Packung Klopapier gekauft werden. DM möchte damit die „Versorgung vieler Haushalte gewährleisten.“
In Pasing hat DM für Artikel mit besonders großer Nachfrage die Abgabemengen pro Kunde beschränkt.
  • EDEKA: Auch bei einigen EDEKA-Filialen gibt es derartige Kaufbegrenzungen. Eine Filiale in Sachsen-Anhalt beschränkt die Mengenanzahl pro Kunde auch auf weitere, nicht hygienebezogene Artikel. Die Produkte entsprechen zum Teil dem sogenannten Notfallset, das man laut Experten für Krisenzeiten zu Hause haben sollte. Bei EDEKA wird teilweise auch darauf geachtet, mit Kreditkarte anstelle von Bargeld zu bezahlen, da so das Ansteckungsrisiko* minimiert werden könne.

Coronavirus: Scheuer stellt klar: „Für panische Reaktionen und Hamsterkäufe gibt es keinen Anlass“

Alles in allem scheinen Deutschlands Supermärkte die Corona-Krise zwar zu spüren, daraufallerdings wohl gut vorbereitet, was Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) gegenüber der Bild bekräftigt: „Für panische Reaktionen und Hamsterkäufe gibt es keinen Anlass. Wir haben im Blick, wie die Versorgung nach und die Produktion in Deutschland funktioniert.“ Sollte sich die Lage allerdings zuspitzen, könnte ein spezieller Notfallplan greifen. 

Corona-Krise in Deutschlands Supermärkten? Notfallplan Bundeswehr

Sollten nach Polen weitere Nachbarländer Deutschlands die Grenzen schließen, käme es zu Engpässen in der Zulieferung, Dieses müsste die Bundeswehr kompensieren und die Versorgung schließlich gewährleisten. Scheuer spricht in diesem Zusammenhang allerdings von einem „Worst-Case-Szenario“, das vorerst zumindest nicht eintrifft - aber irgendwann wohl eintreffen könnte.

as

Rubriklistenbild: © dpa / Sebastian Gollnow

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