Studie aus Großbritannien

Wissenschaftler entdecken Zusammenhang zwischen Corona und Krebs - und sprechen Empfehlung aus

Wer an Krebs erkrankt war, hat ein höheres Risiko, schwer an einer Grippe zu erkranken. Das könnte auch für Corona gelten, weswegen Forscher nun Impfungen empfehlen.

  • Wer an Krebs erkrankt war, hat laut einer Studie ein höheres Grippe-Risiko.
  • Die Forscher vermuten nun, dass das Risiko auch für Corona* gilt.
  • Es wird empfohlen, dass sich frühere Krebspatienten gegen die Grippe und Covid-19 impfen lassen.

Kassel - Wer einst an Krebs erkrankt war und mittlerweile wieder genesen ist, hat offenbar ein höheres Risiko als der Durchschnitt der Bevölkerung, schwer an der Grippe zu erkranken. Bei einem schweren Verlauf ist des Öfteren eine Behandlung in einer Klinik nötig, zudem kann eine schwere Grippeerkrankung sogar zum Tod führen. Könnte dasselbe auch für eine Corona-Infektion gelten?

Veröffentlicht wurden die Ergebnisse des Forschungsteams der London School of Hygiene & Tropical Medicine im Fachjournal „EClinicalMedicine“. Die Wissenschaftler vermuten nun, dass das gleiche Risiko für Covid-19 gilt, also dass Überlebende einer Krebserkrankung stärker gefährdet sind, einer schweren Corona-Verlauf zu erleiden.

Wer Krebs hatte, hat ein höheres Grippe-Risiko: Gilt das auch für Corona? - Forscher empfehlen Impfungen

Diese Vermutung begründen die Forscher damit, dass es sich bei Influenza, also der Grippe, sowie bei dem Coronavirus um ernste, durch Viren hervorgerufene Erkrankungen der Atemwege handelt. Sie empfehlen daher, dass sich Menschen, die einst an Krebs erkrankt waren, sowohl gegen die Grippe als auch gegen Covid-19 impfen lassen sollten.

Wer Krebs überstanden hat, könnte anfälliger für eine Grippe- oder Corona-Infektion sein. (Symbolbild)

Studie aus England: Auch wer den Krebs besiegt hat, hat wohl ein erhöhtes Grippe- und Corona-Risiko

Bisher war die Annahme, dass nur akute Krebspatienten zur Risikogruppe für einen schweren Verlauf bei einer Corona-Infektion zählen, deren Immunsystem durch die Erkrankung und der Chemotherapie enorm geschwächt ist. Doch auch im Fall der Grippe galten Menschen, die zuvor an Krebs erkrankt waren, bislang nicht als besonders gefährdet.

Die Studie aus England sei die Erste, die sich mit der Frage beschäftigt, wie sich eine vergangene Krebserkrankung auf den Verlauf einer Grippe auswirkt, so die Londoner Forscher. Dafür analysierten die Wissenschaftler medizinische Berichte aus den Jahren 1990 bis 2014 von insgesamt 630.000 Menschen aus Großbritannien. Darunter waren über 100.000 Menschen, die unterschiedliche Krebsarten besiegt hatten.

Krebs erhöht Risiko für Komplikationen bei Grippe - Auch bei Corona der Fall?

Darüber hinaus entdeckten die britischen Mediziner, dass bestimmte Krebsarten das Risiko für Komplikationen bei einer Grippe besonders stark erhöhen, teilweise um das Neunfache im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung. Dazu zählen Leukämie, Lymphome und das Multiple Myelom.

Dieses Risiko soll nach Angaben des Forschungsteams auch noch zehn Jahre nach der Diagnose Krebs bestehen. Im Zusammenhang mit Corona könnte das Risiko ähnlich für Krebspatienten aussehen, dies ist allerdings noch nicht geklärt. (Nail Akkoyun) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck/dpa

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