Nach Premiere als (Vize-)Kapitän in Freiburg

Stolzer Theo Gebre Selassie mit einem klaren Appell an seine Werder-Jungs

Theodor Gebre Selassie am Ball.
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Theodor Gebre Selassie feierte beim Unentschieden in Freiburg sein Debüt als (Vize-)Kapitän des SV Werder Bremen.

Bremen – Im 241. Bundesliga-Spiel war plötzlich alles ganz anders als sonst: Theodor Gebre Selassie führte in Freiburg die Mannschaft des SV Werder Bremen erstmals als Kapitän auf das Grün. „Auf jeden Fall“ sei er stolz darauf, sagte der 33-Jährige in den Club-Medien nach dem 1:1: „Es war ein besonderer Moment für mich. Mit einem Sieg wäre es aber noch schöner gewesen.“

Theodor Gebre Selassie nutzte seine neue Rolle als Vize-Kapitän und damit als Nachfolger des nach Amsterdam abgewanderten Davy Klaassen auch für einen Appell an die Kollegen - speziell an die, die bei Werder Bremen aktuell nicht erste Wahl sind. „Wir haben nun auf der Bank mehr Möglichkeiten, die uns im Spiel helfen können. Wir müssen das als Mannschaft sehen – gerade die Jungs, die nicht von Anfang an spielen. Die müssen bereit sein, uns zu helfen“, forderte der Tscheche und setzte damit eine erste Duftmarke in seiner neuen Rolle.

Werder Bremen: Theodor Gebre Selassie nach Debüt als Vize-Kapitän stolz über persönlichen Aufstieg

Da Kapitän Niklas Moisander dauerhaft die Bank droht, weil Marco Friedl seine Sache in der Innenverteidigung gut macht, dürfte die Bedeutung von Theodor Gebre Selassie weiter wachsen. Nach über acht Jahren bei Werder Bremen empfindet der Tscheche diesen persönlichen Aufstieg „als Wertschätzung. Es ist ein sehr gutes Gefühl, mit der Binde zu spielen.“ Und es sei ein genauso gutes Gefühl, dass nach vier Spielen schon sieben Punkte auf dem Werder-Konto sind.

„Die Leistung war zwar nicht optimal“, urteilte der Außenverteidiger über den Auftritt beim SC Freiburg: „Aber wir sind für unsere harte Arbeit belohnt worden. Ich will nicht sagen, dass wir jetzt mehr Ruhe haben, aber wir haben vielleicht nicht den ganz großen Druck, so wie es wäre, wenn wir schon wieder ganz unten stehen würden. Ich hoffe, dass wir in der kommenden Woche gut arbeiten – auch an der spielerischen Seite.“ Hoffenheim sei am Sonntag ein Gegner, „gegen den wir in einem Heimspiel den Anspruch haben müssen zu gewinnen“. (kni)

Zur letzten Meldung vom 15. Oktober 2020:

„Gute Seele“ Theo Gebre Selassie neuer Vize-Kapitän beim SV Werder Bremen - Eggestein rückt in Hierarchie auf

Bremen - Theodor Gebre Selassie ist neuer Vize-Kapitän des SV Werder Bremen. Das hat Trainer Florian Kohfeldt entschieden und bei der Pressekonferenz am Donnerstag mitgeteilt.

„Theo ist ein absolutes Gesicht von Werder Bremen geworden“, erklärte Kohfeldt, der auf seine „bewegte Geschichte“ mit dem 33-jährigen Tschechen verweist. Theodor Gebre Selassie habe sich über die Jahre zu einem Spieler mit einer klaren Meinung entwickelt, sei dabei aber „ein höflicher Mensch und eine richtig gute Seele“. Kohfeldt: „Er hat viel Verantwortung übernommen, daher ist er für mich die logische Wahl als Nachfolger von Davy Klaassen.“ Gebre Selassie spielt schon seit acht Jahren bei Werder Bremen.

Werder Bremen: Theodor Gebre Selassie jetzt Vize-Kapitän - Maximilian Eggestein vertritt ihn

Kohfeldt hat außerdem noch einen dritten Mann in der Kapitäns-Hierarchie hinter Spielführer Niklas Moisander und Gebre Selassie benannt: Maximilian Eggestein. Der 23-Jährige spielt als Sechser die zentralste Position auf dem Platz, jetzt wird er auch offiziell zu einem der wichtigsten Spieler bei Werder Bremen befördert. „Er ist bereit, noch ein bisschen mehr Verantwortung zu übernehmen, auch dokumentiert durch das Amt, aber ohne, dass alle Verantwortung auf seinen Schultern liegt.“ Die Bekanntgabe des Mannschaftsrats hat Trainer Florian Kohfeldt derweil vertagt. „Es bedarf noch ein, zwei Gespräche“, erklärte der Coach am Donnerstag vor dem Spiel gegen den SC Freiburg. (han)

Zur ersten Meldung vom 9. Oktober 2020:

Mannschaftsrat und neuer Vize-Kapitän: Coach Florian Kohfeldt bei Werder Bremen vor „wichtigen Entscheidungen“

Bremen - Theodor Gebre Selassie würde es ja machen, würde mit Freude der Nachfolger von Davy Klaassen als Vize-Kapitän des SV Werder werden. Die Spielführerbinde zu tragen, sei schließlich - wenn auch nur vertretungsweise - „eine unglaubliche Ehre“. Aber ob Trainer Florian Kohfeldt den Tschechen tatsächlich zum zweiten Mann hinter Kapitän Niklas Moisander macht, ist noch nicht entschieden.

Über das freie Wochenende „lasse ich mir das mal ganz in Ruhe durch den Kopf gehen“, sagt Florian Kohfeldt, der nach dem Transfer von Klaassen zu Ajax Amsterdam um die Statik der Hierarchie im Team fürchten muss. Der Coach räumt ein: „Wir haben in Davy einen absolut gesetzten Stammspieler verloren, der Vize-Kapitän und in der Kabine sehr wichtig war.“ Der zudem vermutlich auf dem Platz zum eigentlichen Chef des SV Werder Bremen geworden wäre, da Moisanders Stammplatz derzeit heftig wackelt.

Werder Bremen: Florian Kohfeldt bestimmt erst Mannschaftsrat und dann den Vize-Kapitän

Dass der Finne in der Innenverteidigung dauerhaft nicht mehr erste Wahl sein könnte, muss nun auch bei der Auswahl seines Vertreters berücksichtigt werden. Es müsste also jemand sein, der nach außen Verantwortung übernehmen kann - gerade, wenn es nicht gut läuft. Theodor Gebre Selassie könnte dafür zu ruhig sein, Niclas Füllkrug zum Beispiel nicht. Maximilian Eggestein kommt ebenfalls infrage, zumal er als neuer Sechser immer im Zentrum des Platzes agiert.

Florian Kohfeldt wird nun in zwei Schritten vorgehen: Erst wird der Mannschaftsrat zusammengestellt, dann daraus der Vize-Kapitän rekrutiert. Der Mannschaftsrat wird von zuletzt sieben Profis auf fünf oder sechs Spieler verkleinert. „Auf keinen Fall mehr, sonst wird es beliebig“, hatte Kohfeldt bereits im Sommer angekündigt. Nach Abschluss der Transferphase kann er nun die Mitglieder benennen. „Es sind wichtige Entscheidungen, was den Mannschaftsrat und die Struktur des Teams betrifft“, so Kohfeldt. Kandidaten für den Mannschaftsrat sind neben Gebre Selassie sowie Füllkrug und Eggestein auch Jiri Pavlenka, Ludwig Augustinsson, Ömer Toprak oder Marco Friedl. (csa)

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