Erstes Spiel nach Wechsel aus Dortmund

Werder Bremen verliert Test gegen Emmen: So lief das Sahin-Debüt in Leer

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Nuri Sahin hat gegen Emmen sein Debüt für Werder Bremen gegeben. Das Testspiel ging mit 1:2 verloren.

Das erste Spiel im Trikot von Werder Bremen hat Nuri Sahin nach seinem Wechsel aus Dortmund verloren. Im Test gegen den FC Emmen in Leer setzte es am Dienstag eine 1:2-Niederlage. Sahin blieb unauffällig, doch Trainer Florian Kohfeldt weiß, was von seinem neuen Sechser zu erwarten ist.

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Die Verpflichtung von Nuri Sahin war so gut wie perfekt. Ein paar Kleinigkeiten waren noch zu klären. Aber so lange wollte Florian Kohfeldt nicht warten. Werders Cheftrainer bat Philipp Bargfrede deshalb frühzeitig zum Gespräch. Schließlich hätte eine Verpflichtung Sahins Auswirkungen auf das Gefüge in Werders Mittelfeld gehabt. Sahin spielt am liebsten auf der Position, die bei Werder Philipp Bargfrede bekleidet. Bargfrede war bei Werder zuletzt nahezu konkurrenzlos im zentralen defensiven Mittelfeld.

Da Sahin in der Vergangenheit aber mehrfach bewiesen hat, dass er auf dieser Position bisweilen großartig spielen kann, hatte Bargfrede von jetzt auf gleich einen Konkurrenten auf Top-Niveau bekommen. Keine ganz konfliktfreie Konstellation. Deshalb war Kohfeldt der Austausch mit einem Etablierten, wie es Bargfrede einer ist, auch so wichtig.

Bargfrede über Sahin-Wechsel zu Werder Bremen: "Geil."

Philipp Bargfrede hätte, als er die Nachricht vom künftigen Kollegen und Konkurrenten Nuri Sahin erhalten hatte, sauer sein können. Weil ihm der Verlust des Stammplatzes droht. Er hätte auch schweigen können, weil man manchmal lieber gar nichts sagt. Philipp Bargfrede hat aber etwas gesagt. „Er hat gesagt: Geil.“ So schilderte es Kohfeldt wenige Stunden, bevor Nuri Sahin am Abend in Leer seinen Einstand als Werder-Profi gab. Kohfeldt freut es, wenn Spieler wie in diesem Fall Bargfrede, erkennen, dass es nicht nur um sie selbst, sondern um das große Ganze geht. Hier also um die Steigerung der Qualität im Werder-Mittelfeld.

Sahin spielt bei Debüt für Werder Bremen gegen Emmen in der Raute

Beim Test in Ostfriesland gegen den niederländischen Erstliga-Aufsteiger FC Emmen hat Kohfeldt in der ersten Halbzeit die gute, alte Rautenformation im Mittelfeld zum Einsatz gebracht. Sahin, Davy Klaassen, Yuya Osako und Kevin Möhwald bildeten das Mittelfeld, Bargfrede fehlte gänzlich. Spielfreude wolle er von ihm sehen, hatte Kohfeldt vor der Partie gesagt, „Passspiel, Zusammenspiel“, so der Werder-Trainer, „er soll das einbringen, was ihn auszeichnet.

Sein unglaubliches Gefühl für den Spielrhythmus. Ich hoffe, dass er seinen Mut beibehält, sich in engen Räumen anspielen zu lassen. Er ist einer dieser klassischen Sechser, die vertikal, halbdiagonal und diagonal die Bälle spielen können.“

Sahin setzt bei Debüt für Werder auf sichere Pässe

Sichere Pässe bevorzugt Gegen Emmen hat er diese Qualitäten noch nicht wirklich gezeigt. Allzu auffällig war das Debüt des Ex-Dortmunders nämlich nicht. Genauer gesagt war es sogar ziemlich ruhig. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Sahin verzichtete auf großartige Kommandos oder taktische Anweisungen, stattdessen wählte er zunächst einmal den sicheren Pass zu den noch relativ unbekannten Kollegen.

Eine Grätsche zu Beginn, ein sehenswerter Ball in die Spitze auf Josh Sargent und ein eigener Abschluss in die Wolken – das waren sie, die auffällig unauffälligen ersten 45 Minuten Sahins im Werder-Dress.

Kruse und Sargent vergeben für Werder gute Chancen

Gefallen waren in dieser Zeit zwei Tore. Die Bremer hatten den niederländischen Erstligisten von Beginn an im Griff gehabt, waren trotz der vielen Wechsel im Team klar besser. Da Max Kruse und Josh Sargent allerdings einige gute Gelegenheiten vergaben, stand es vorerst 0:0. Bis zur 28. Minute.

Dann versuchte sich Emmen erstmals mit einer Offensivaktion. Der Ball segelte hoch und weit in die Spitze, Nachwuchs-Verteidiger Malte Karbstein sah nicht wirklich gut aus und Sebastian Langkamp kam zu spät, um den Fehler seines jungen Nebenmannes auszubügeln. Und so gab Alexander Bannink denn ersten Torschuss der Niederländer ab – und hatte sofort Erfolg.

Werder-Trainer Kohfeld über das Sahin-Debüt gegen Emmen: "Ein Spiel, dass du nie verlieren darfst"

"Ein Spiel, dass du nie verlieren darfst" Werder wirkte kurz etwas konsterniert, übernahm aber sofort wieder das Kommando. Nach 39 Minuten landete der Ball über Kruse und Sargent bei Klaassen, der sicher zum Ausgleich traf. Kurz nach der Pause gab es aber gleich den nächsten Rückschlag. Emmen führte einen Freistoß schnell aus, während der Schiedsrichter eigentlich noch mit Sebastian Langkamp diskutierte – und das Spiel trotzdem weiter laufen ließ. Reuven Niemeijer gelang so problemlos der Siegtreffer.

„Das ist ja irre. Tut mir leid, auch in einem Freundschaftsspiel kann ich da nicht aus meiner Haut“, sagte Florian Kohfeldt später. „Ansonsten haben wir viele Chancen gehabt, müssen aber die Tore natürlich machen. Und so verlierst du dann ein Spiel, dass du nie verlieren darfst.“

Sahin steht für Werder 90 Minuten auf dem Platz

Und es war auch ein Spiel, das Nuri Sahin die kompletten 90 Minuten auf dem Platz verbrachte. „Genau das ist sehr wichtig für mich, damit ich die anderen Spieler und die Abläufe kennenlerne“, sagte er. „Von heute auf morgen geht’s nicht. Ich brauche jetzt die nächsten Einheiten und das Testspiel am Samstag. Dann sind wir, glaube ich, einen großen Schritt weiter.“ Heißt: Genau dann kann er Werder schon eher so helfen, wie er sich das vorstellt.

Sahin bei Werder ganz selbstbewusst: „Es ist auch nicht ungewöhnlich, drei Spiele zu gewinnen"

Auf den Platz soll Sahin also Spielkultur bringen. In die Werder-Kabine hinein soll er seine Siegermentalität tragen. „Für Nuri ist Erfolg etwas ganz Normales“, sagte Kohfeldt und hatte noch eine kleine Geschichte parat. „Ich habe zu ihm gesagt: Für dich ist es nicht ungewöhnlich, zwei Spiele zu gewinnen. Da hat er gesagt: „Es ist auch nicht ungewöhnlich, drei Spiele zu gewinnen.“ Genau dieses Selbstverständnis, das auch Spieler wie Claudio Pizarro oder Davy Klaassen besitzen, soll Sahin bei Werder vorleben.

Werder Bremen vs. FC Emmen: Aufstellung und Tore

SV Werder Bremen – FC Emmen 1:2 (1:1)
Werder: Plogmann (46. Drobny) – Vollert, Karbstein (46. Bünning), Langkamp, Jacobsen, Möhwald (56. Straudi), Klaassen, Sahin, Osako (71. Ronstadt), Kruse, Sargent (71. Young)

FC Emmen: Telgenkamp - Bakker, Klok, Marinus (76. De Vos), Bannink (61. Bourdouxhe), Niemeijer (76. Bijlsma), Veendorp, Slagveer, Chacon, Cavlan, Bijl

Tore: 0:1 Alexander Bannink (28.), 1:1 Davy Klaassen (39.), 1:2 Reuven Niemeijer (51.)

Übrigens: Für die Jubiläums-Platte „Lauter“ zum 120. Geburtstag von Werder Bremen gibt es weitere Zusagen von prominenten Musikern.

Und so kam ein Zocker aus NRW zu wahnsinnig viel Geld: Beim Sportwetten kassierte er 250.000 Euro - dank Milot Rashica von Werder Bremen.

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