Soli-Aktionen im Weser-Stadion

Werder will „klare Kante gegen Nazis“ zeigen und unterstützt Kampagne von Babelsberg 03

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Ab sofort oder ab März im Weser-Stadion könnt Ihr die „Nazis raus aus den Stadien“-Kampagne unterstützen

Werder Bremen unterstützt ab sofort die Kampagne „Nazis raus aus den Stadien“, die vergangenes Jahr beim Potsdamer Regionalliga-Club SV Babelsberg 03 entstand. Damit soll „für gemeinsame Werte der beiden Klubs wie Vielfalt, Toleranz und Weltoffenheit geworben“ werden.

Schon jetzt könnt Ihr mit Spenden die Kampagne unterstützen. Die Soli-Aktionen im Weser-Stadion beginnen dann mit dem Heimspiel gegen Köln am 12. März, wo Ihr „Nazis raus aus den Stadien!“-Kampagnen-Shirts und Jutebeuteln kaufen könnt. 

Spendenkonto:

Mittelbrandenburgische Sparkasse

  • IBAN: DE 51 1605 0000 3504 0018 35
  • BIC: WELADED1PMB

Zu erstehen sind die limitierten Utensilien dann am Aktionsstand auf dem Kassenvorplatz und in der WERDER Fan-Welt. Die Erlöse sowie die aus dem Verkauf der „Werderfans gegen Rassismus“-Schals werden für die Sache gespendet. Und auch über eine Spendensammelaktion könnt Ihr mitmachen. Eine Spenden-Box findet Ihr ab kommender Woche am Empfang der Geschäftsstelle und auch am Aktionsstand am 12. März 2018.

Werder-Präsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald über die Aktion: „Unser Ziel ist es, klare Kante gegen Nazis zu zeigen, gerade weil wir in einer Zeit leben, in der die Trennschärfe zwischen rechtsradikalen Parolen und bürgerlich-konservativem Gedankengut immer mehr verschwimmt. Massenwirksame Bühnen wie die Fußballstadien unseres Landes dürfen nicht von Nazis missbraucht werden. Das ist unsere Verantwortung und der wollen wir uns stellen. Wir wollen alle unterstützen, die den Mut haben, darauf aufmerksam zu machen und sich aktiv gegen die erneute Ausbreitung dieser menschenverachtenden Haltung zu wehren.“

Ein Teil des Erlöses der Spenden-Aktion soll letztendlich auch für die rechtlichen Auseinandersetzungen des SV Babelsberg 03 mit dem Nordostdeutschen Fußballverband NOFV benutzt werden.

Den Brandenburgern droht ein Ausschluss aus der Regionalliga. Sollte das tatsächlich passieren, will der Club abseits der Sportjustiz klagen. „Wir würden uns in diesem Falle sofort an ein ordentliches Gericht wenden“, sagte Vorstandschef Archibald Horlitz der „Welt“. „Wir sind bereit, alle Register zu ziehen.“

Babelsberg war vom Verband nach Spiel gegen Energie Cottbus im April 2017 zu einer Geldstrafe in Höhe von 7000 Euro verurteilt worden, weil Fans während der Partie Pyrotechnik abbrannten. Der Club zahlte allerdings nicht. Der Verein beklagt vor allem Teile der Urteilsbegründung, in der es heißt, ein Babelsberger Fan habe „Nazischweine raus“ gerufen. „Solange in der Urteilsbegründung des NOFV auch nur der leiseste Anschein erweckt wird, dass das sanktioniert wird, können wir das Urteil nicht akzeptieren“, sagte Horlitz. „Die Sanktion für das Abbrennen von Pyrotechnik nehmen wir hingegen hin.“

Cottbus musste wegen unsportlichen Verhaltens in mehreren Fällen 6000 Euro zahlen. Ein zweites Urteil wegen „rechtsradikaler und antisemitischer Verfehlungen“ mit einer Strafzahlung von 5000 Euro wurde nach Energie-Berufung aber aufgehoben. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bunds hatte daraufhin Revision eingelegt.

Babelsbergs Trainer Almedin Civa kritisierte die Strafe und den NOFV scharf. „Ich schäme mich aus meinem tiefsten Herzen mit solchen Menschen Kontakt haben zu müssen“, sagte der Coach nach einem 4:0-Sieg gegen Chemie Leipzig. „Vielleicht sollten wir konsequent sein und sagen: wir machen das von alleine und gehen in die Oberliga, vielleicht ist das ein Zeichen. Aber ich glaube, dann wird nur sieben Tage darüber geredet und dann ist wieder gut.“ Dass bei einem Fußballspiel der Hitlergruß gezeigt werde, sei „eine Beleidigung der Geschichte, eine Beleidigung der Menschen, die damals gestorben sind“, betonte Civa.

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