Werder Bremen schon heiß auf Siege

Romano Schmid, Manuel Mbom und Co. fallen beim Werder-Test gegen Braunschweig sofort auf

Im Kampf um den Ball schmissen sich die Neuzugänge von Werder Bremen, Felix Agu (links) und Romano Schmid, voll rein und leiteten damit in dieser Szene sogar das 2:0 ein.
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Im Kampf um den Ball schmissen sich die Neuzugänge von Werder Bremen, Felix Agu (links) und Romano Schmid, voll rein und leiteten damit in dieser Szene sogar das 2:0 ein.

Bremen – Vielleicht lag es daran, dass Werder Bremen in der vergangenen Saison nicht ganz so oft gewonnen hat – nicht mal in der Relegation.

Jedenfalls waren Trainer Florian Kohfeldt und sein Team am Sonntag beim ersten Test in der Vorbereitung auf die neue Saison gegen Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig richtig heiß auf den Sieg. „Männer, wir wollen noch ein Tor schießen, es steht noch 0:0“, brüllte Kohfeldt kurz vor Schluss – wohl wissend, dass das Ergebnis zu diesem Zeitpunkt eigentlich 2:0 lautete. Doch der Coach hatte für die beiden Hälften zwei völlig unterschiedliche Teams aufgeboten – und die zweite Truppe eben noch nicht getroffen.

Werder Bremen: Romano Schmid am auffälligsten  

Tore waren an diesem warmen, aber dank einer Wolkendecke nicht ganz so heißen Sonntagmittag nur Ludwig Augustinsson (15.) und Davy Klaassen (21.) vergönnt gewesen. Beiden nach Vorarbeit eines gewissen Romano Schmid, dem auffälligsten Akteuer des Aufgalopps. Der Rückkehrer vom Wolfsberger AC überzeugte mit großer Spielfreude und trotz seiner nur 1,74 Meter Körpergröße mit einem bemerkenswerten Durchsetzungsvermögen. Wenn ihm das auch in der Bundesliga gelingt, kann vom 20-Jährigen einiges erwartet werden.

„Ich möchte nach einer Woche Training noch nicht über einzelne Spieler sprechen und mich zu euphorisch äußern“, lehnte Kohfeldt ein Sonderlob kategorisch ab. Er freute sich über „die ordentliche Spielfreude“ und die „gute Balance im Spiel“, aber noch mehr imponierte ihm: „Wir waren sehr konsequent, haben hier kein Freundschaftsspiel gemacht. Diese Mentalität wollen wir behalten.“

Werder Bremen: Niclas Füllkrug flippte aus

Werder Bremen will in der neuen Saison mehr zur Sache gehen. Davy Klaassen und Ömer Toprak waren da zwei gute Beispiele. Die beiden erfahrenen Profis ließen den Gegner fast schon etwas zu deutlich für einen Test spüren, dass Spiele in Bremen keinen Spaß machen. Und als dann mal der Gegner hinlangte und Josh Sargent schreiend zu Boden ging, flippte Niclas Füllkrug aus, suchte den Nahkampf mit einem Braunschweiger und verteidigte damit demonstrativ seinen Teamkollegen. „Niclas hat mir schon vor dem Spiel gesagt, dass das für ihn ein Derby ist“, berichtete Kohfeldt später und lachte. Füllkrug stammt aus Hannover, da wird die Eintracht so gar nicht gemocht.

Nicht nur deshalb war es ein sehr umkämpfter Test. Neben Füllkrug, Klaassen und Toprak gab es noch weitere Bremer, die schon ordentlich on fire waren. Jean Manuel Mbom zum Beispiel. Der 20-Jährige ist quasi als Türsteher aus seiner Ausleihe an den Drittligisten KFC Uerdingen zurückgekehrt, allerdings nicht als unbeweglicher Muskelprotz, sondern als robuster Mittelfeld-Mann, der seinen Körper geschickt einzusetzen weiß und auch mit der Kugel umgehen kann.

Werder Bremen: Felix Agu macht ordentlich Dampf

Einen guten Eindruck hinterließ auch Felix Agu. Der ablösefreie Außenverteidiger vom VfL Osnabrück machte auf der rechten Seite ordentlich Dampf. Bei einem Patrick Erras sieht Vollgas dagegen ganz anders aus, was bei einer Körpergröße von 1,96 Metern auch wenig überrascht. Der Neuzugang aus Nürnberg agierte als Pendler zwischen Abwehrkette und Mittelfeld noch etwas vorsichtig, aber dafür auch ziemlich umsichtig.

Julian Rieckmann bekam nach den Ausfällen in der Abwehr die Chance, sich zu beweisen. Und der 20-Jährige, der weiter in der U23 Spielpraxis sammeln soll, machte seine Sache als Innenverteidiger ordentlich und könnte vielleicht auch noch im Trainingslager im Zillertal dabei sein.

Bis dahin wird noch in Bremen gearbeitet – und das ein bisschen härter als bisher. In der zweiten Trainingswoche will Kohfeldt die Zügel anziehen, was bei zu erwartenden Temeperaturen von über 30 Grad eine Schweiß treibende Angelegenheit für die Profis werden dürfte. Am 19. August steht für Werder Bremen dann das nächste Testspiel gegen den Linzer ASK auf dem Plan. (kni)

SV Werder Bremen (erste Hälfte): Pavlenka – Agu, Rieckmann, Friedl, Augustinsson – Erras, Schmid, Klaassen, Osako – Füllkrug, Sargent

SV Werder Bremen (zweite Hälfte): Dos Santos Haesler – Gebre Selassie, Toprak, Groß, Straudi – Mbom, M. Eggestein, J. Eggestein, Bittencourt – Selke, Woltemade

Eintracht Braunschweig (erste Hälfte): Engelhardt – Nikolaou, Kessel, Wydra, Kobylanski, Putaro, Y. Otto, Kijewski, Schultz, Proschwitz, Kammerbauer

Eintracht Braunschweig (zweite Hälfte): Fejzic – Schlüter, Nehrig, Ademi, Klaß, Bär, Burmeister, Schwenk, Wiebe, Bürger, Ziegele

Tore: 1:0 Augustinsson (15.), 2:0 Klaassen (21.)

Hier gibt es den Liveticker vom Testspiel zwischen Werder Bremen und Eintracht Braunschweig zum nachlesen.

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