Werder: Kritik nach Relegations-Hinspiel

Es brodelt bei Werder Bremen nach 0:0 gegen 1. FC Heidenheim: Trainer Florian Kohfeldt genervt, aber um Ruhe bemüht

Am Ende des Relegationsspiels von Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim gab es eine hitzige Diskussion zwischen Niclas Füllkrug und Trainer Florian Kohfeldt.
+
Am Ende des Relegationsspiels von Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim gab es eine hitzige Diskussion zwischen Niclas Füllkrug und Trainer Florian Kohfeldt.

Bremen – Werder Bremen hadert mit einem extrem enttäuschenden Relegations-Hinspiel gegen den 1. FC Heidenheim. Zwischen Trainer Florian Kohfeldt und Stürmer Niclas Füllkrug wird es laut. Der Nachbericht.

Update: Das Relegations-Rückspiel zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Heidenheim gibt es hier im Live-Ticker.

Die Augen weit aufgerissen, die Gesten wild und ausladend: Werders Niclas Füllkrug war sauer, stinksauer sogar – das war kurz nach dem Schlusspfiff am späten Donnerstagabend nicht zu übersehen. Mit seinem Trainer Florian Kohfeldt lieferte sich der Stürmer des SV Werder Bremen noch auf dem Platz eine hitzige Diskussion, Inhalt: unbekannt. Denn hinterher, im Nachgang an dieses so enttäuschende 0:0 im Relegations-Hinspiel gegen den 1. FC Heidenheim, wollte keiner der Beteiligten im Detail über die Szene sprechen.

„Das war nichts. Ich habe mich einfach geärgert, dass wir 0:0 gespielt haben“, sagte Niclas Füllkrug. Und auch Kohfeldt wiegelte ab: „Wir haben uns über das Spiel unterhalten. Wenn Niclas und ich uns streiten, sieht das anders aus.“ Eine zweifellos interessante Aussage, schließlich hatte der Coach seinen Spieler sogar kurz am Kragen gepackt, was während der Liveübertragung in Nahaufnahme zu sehen war. Es brodelte an diesem Abend bei Werder Bremen, und zwar gewaltig. Das war Florian Kohfeldt um kurz nach 23.00 Uhr bei seiner Spielanalyse noch anzumerken.

Werder Bremen in Relegation: Florian Kohfeldt übt Kritik an Mannschaft gegen 1. FC Heidenheim

Am Bistrotisch sitzend, das Mikrofon in der Hand, wirkte der 37-Jährige extrem genervt vom Auftritt seiner Mannschaft und äußerte das auch – allerdings hörbar darum bemüht, seine Kritik kontrolliert ausfallen zu lassen, um vor dem großen Finale am Montag in Heidenheim nicht zu sehr von seinen Spielern abzurücken. „Wir sind durch eine dramatisch schlechte, durch eine katastrophale Saison bis hierhin zusammen gegangen. Da werde ich jetzt nicht sagen, dass die Mannschaft es heute nicht umgesetzt hat“, betonte Kohfeldt. Zuvor hatte er mehrfach festgehalten, dass „unsere Leistung von vorne bis hinten schlecht war“ und „wir nie in unseren Plan reingekommen sind“. Konnte man getrost so stehen lassen.

Werder Bremen war gegen defensiv kompakte Heidenheimer, die überraschend mit einer Dreierkette agiert hatten, nur ein einziges Mal gefährlich zum Abschluss gekommen: Ein Kopfball von Yuya Osako ging knapp vorbei (78.). Mehr war nicht. „Wir haben viel zu zögerlich gespielt und sind nicht in die Räume gekommen. Grundsätzlich haben wir viele falsche Entscheidungen getroffen, waren nicht zielstrebig und schnell genug“, monierte Kohfeldt, was erneut nach deftiger Kritik an der Mannschaft klang und sogar mit einer leisen Androhung personeller Konsequenzen garniert wurde: „Wir müssen sehen, wer fürs Rückspiel diejenigen sind, die andere Lösungen auf den Platz bringen können.“ Jetzt gilt es, aus der Nullnummer zu lernen*.

Werder Bremen hat Plan des Trainers in Relegation gegen 1. FC Heidenheim nicht umgesetzt

Aber wie gesagt: Zu heftig wollte Florian Kohfeldt seine erste Analyse nicht ausfallen lassen, weshalb er direkt wieder relativierte. „Ich nehme auch uns als Trainerteam da mit rein. Ich kann nicht bewerten, ob unser Plan hätte funktionieren können, weil wir nie in ihn reingekommen sind. Jetzt müssen wir schauen, ob das an uns lag oder an Heidenheim.“ Sein Gefühl, diesen Hinweis konnte sich der Coach nicht verkneifen, geht in die Richtung, „dass es an uns lag“. An UNS wohlgemerkt.

Kohfeldt wollte sich und die Mannschaft auf keinen Fall auseinanderdividieren lassen und eben keine Nebenkriegsschauplätze, wozu bereits die Szene mit Niclas Füllkrug kurz nach dem Schlusspfiff sehr gut hätte werden können. Stichwort: „Wir haben uns über das Spiel unterhalten.“

Werder Bremen: Schlechte Leistung macht Florian Kohfeldt Mut für Relegations-Rückspiel gegen 1. FC Heidenheim

Das wird Werder Bremen freilich auch in den kommenden Tagen tun, ehe der Blick auf den kommenden Montag geht. „Jetzt in Panik zu verfallen, bringt niemandem etwas. Wir sind von der Ausgangslage her nicht in einer dramatisch schlechten Situation“, hielt Kohfeldt fest. Stimmt. Ein Tor im Relegations-Rückspiel gegen den 1. FC Heidenheim, und Werders Welt sieht wieder deutlich freundlicher aus.

Darauf setzt Kohfeldt, das traut er seiner Mannschaft zu – und das sorgte am späten Donnerstagabend für den mit Abstand schönsten Satz seiner Hinspiel-Analyse: „Was mir Mut macht, ist, dass wir heute katastrophal gespielt haben.“ Kurz mal sacken lassen. Okay? Dann schnell noch die erklärende Ergänzung des Trainers: „Und dass wir in der Lage sind, am Montag eine andere Leistung zu bringen.“ (dco) *24hamburg.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare