Woher kommt die Gegentor-Flut?

Schon acht Werder-Gegentore nach drei Spielen: Kohfeldt auf Ursachenforschung

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Schon acht Gegentore für Werder Bremen - und das in nur drei Spielen. Trainer Florian Kohfeldt will die wacklige Defensive in der Länderspielpause stabilisieren. 

Bremen – Es war alles eindeutig besprochen. Kurz und knapp nur, viel Zeit war schließlich nicht – aber dennoch: eindeutig. In der Halbzeitpause des Heimspiels gegen den FC Augsburg hatte sich Werder Bremen einen Plan zurechtgelegt, wie aus der knappen 2:1-Führung am Ende ein möglichst souveräner Sieg werden kann.

„Weiterspielen, gute Konterabsicherung“, zählt Trainer Florian Kohfeldt auf – „und dann passiert so etwas!“ Gemeint war das schnelle Augsburger 2:2, erzielt exakt 52 Sekunden nach Wiederanpfiff. „Da möchtest du eigentlich nochmal zurück in die Kabine und den Schiedsrichter fragen, ob er nochmal neu anpfeifen kann“, ärgert sich Kohfeldt, für dessen Mannschaft dieses 2:2 am dritten Spieltag bereits das achte Gegentor war. Nur Augsburg (9) und Mainz (12) haben noch mehr kassiert als Werder Bremen. Der Trainer hatte seine große Aufgabe für die Länderspielpause also gefunden.

„Die Sache macht mir natürlich Sorgen. Man bekommt nach drei Spielen das Gefühl, dass es kein Zufall mehr ist. Wir verschließen vor diesem Thema aber nicht die Augen, denn uns muss klar sein, dass wir nicht jedes Mal drei Tore schießen“, betont Kohfeldt. Gemeinsam mit seinem Trainer- und Analystenteam wird er in diesen Tagen auf Ursachenforschung gehen. 

Werder Bremen: Florian Kohfeldt will „berechtigte Entschuldigungen“ nicht durchgehen lassen

Leicht machen will es sich der 36-Jährige dabei nicht. „Ich könnte tausend berechtigte Entschuldigungen anbringen, aber das möchte ich nicht“, sagt er und schiebt die Argumente „ Abstimmungsprobleme“, „neue Spieler“ und „verschiedene Positionen“ erstmal beiseite. Natürlich gehört es auch zur Wahrheit, dass in Michael Lang gegen Augsburg ein neuer Mann in der Viererkette stand und dass Theodor Gebre Selassie erneut in ungewohnter Rolle als Innenverteidiger aushelfen musste. Florian Kohfeldt möchte das aber nicht als Alibi verstanden wissen. 

Seine Spieler übrigens auch nicht. „Wir haben zwei dumme Tore bekommen. Das darf uns nicht passieren“, bringt es Lang auf den Punkt. Nachdem Werder Bremen an den ersten beiden Spieltagen drei Gegentreffer nach Standards hatte hinnehmen müssen, passierte gegen Augsburg nach ruhenden Bällen nichts. „Das ist gut“, sagt Kohfeldt, hat dafür aber andere Fehler ausgemacht: „Einmal spielen wir auf Abseits, obwohl wir nicht auf Abseits spielen dürfen. Und einmal haben wir die Mannorientierung im Strafraum nicht.“ Das war beim ersten Gegentreffer der Fall, genau wie der zweite erzielt von Ruben Vargas – und zwar mit dem Kopf. 

Werder Bremen: Bereits das vierte Kopfball-Gegentor in drei Spielen

Auffällig: Für Werder Bremen war es schon das vierte Kopfball-Gegentor in der noch jungen Spielzeit. Auch das ein Thema, das Florian Kohfeldt beschäftigen wird. Insgesamt geht es dem Coach darum, dass sich bei seinen Spielern ob der vielen Gegentore keine generelle Verunsicherung breitmacht. 

„Man sieht, dass wir gerade nicht unbedingt vor Selbstvertrauen strotzen, wenn wir ein Gegentor bekommen“, berichtet Nuri Sahin. Dem möchte Kohfeldt möglichst schnell entgegenwirken. Und am besten geht das nunmal, wenn besagte Gegentore weniger werden. „Es ist unser Job, dass wir das hinkriegen. Daran werden wir weiter arbeiten“, sagt Kohfeldt. (dco)

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