„Wir müssen auf dem Teppich bleiben"

Nach 4:0-Gala gegen Hannover 96: Kruse und Kohfeldt warnen vor zu viel Euphorie

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Bremens Max Kruse jubelt über sein Tor zum 3:0.

Werder Bremen feiert den ersten Saisonsieg und den Dreifach-Torschützen Max Kruse. Die Bremer schlugen Hannover 96 mit einem 4:0. Doch alle warnen vor zu viel Euphorie.

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Werder Bremen jubelt nach dem ersten Saisonsieg - und Dreifach-Torschütze Max Kruse wird von den Fans als Held des Abends gefeiert. Nach der Gala rücken die Bremer auf den Relegationsplatz vor und bis auf zwei Punkte an den Nordrivalen HSV heran.

Probe-Trainer Florian Kohfeldt wusste, bei wem er sich besonders bedanken musste. Hattrick-Held Max Kruse durfte nach seiner Gala beim 4:0 (1:0)-Sieg gegen Hannover 96 schon kurz vor dem Abpfiff die Ovationen der fast 40 000 Werder-Fans genießen. Der zunächst für sechs Spiele engagierte Coach nahm den Hauptdarsteller kurz vor dem Schlusspfiff vom Platz und ermöglichte ihm so den Sonderapplaus. Der Held beim ersten Sieg unter Kohfeldt war Kruse, der drei Tore (55., 59., 78. Minute) selber schoss und den Treffer von Fin Bartels (39.) vorbereitete. So kam Werder am Sonntagabend beim ersten Sieg seit 204 Tagen zu genauso viel Toren wie in elf Spielen zuvor und rückte in der Fußball-Bundesliga auf den Relegationrang 16 vor.

„Es bleibt der Punkt, da sollten wir realistisch sein“

Jubel und Freude hielten nur kurz an. Auch der Hattrick-Held Max Kruse war nach dem ersten Sieg nach mehr als 200 Tagen um Zurückhaltung bemüht. „Wir müssen auf dem Teppich bleiben", mahnte der dreifache Torschütze beim 4:0 (1:0)-Erfolg des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen gegen Hannover 96: „Wir haben acht Punkte und nicht mehr." Die Werder-Fans feierten noch den ersten Sieg der Bremer nach mehr als 200 Tagen, als Spieler und Verantwortliche trotz der Kruse-Gala die Euphorie zu bremsen versuchten. „Wir sind erleichtert, dass wir erstmals gewonnen haben", sagte Fin Bartels, der vor Kruses Hattrick (55., 59., 78.) gegen den Nordrivalen aus Niedersachsen in der 39. Minute das erste Werder-Tor erzielt hatte.

„Das heißt aber nicht, dass es automatisch in den nächsten Wochen so weitergeht", mahnte Bartels, der zwei Vorlagen für Kruse-Treffer gegeben hatte. „Wir stehen immer noch unten drin, daran hat sich nicht viel verändert." Immerhin überholten die Bremer den SC Freiburg in der Tabelle. Sie rückten auf den Relegationsplatz vor und bis auf zwei Punkte an den Nordrivalen Hamburger SV heran.

Auch Florian Kohfeldt war um Mäßigung bemüht. „Wir haben jetzt ein Spiel gewonnen und sollten das vernünftig einschätzen", sagte der Probe-Coach, der vorerst nur einen Vertrag bis zur Winterpause hat und im zweiten Spiel seinen ersten Bundesliga-Sieg feierte. Der Nachfolger von Alexander Nouri erinnerte an die Riesen-Chance des ehemaligen Werder-Spielers Martin Harnik kurz nach der Pause. „Es bleibt der Punkt, da sollten wir realistisch sein, es hätte auch in andere Richtung kippen können", betonte Kohfeldt mit Blick auf die Chance des 96-Angreifers. Ihm scheint klar zu sein, wie fragil das Werder-Konstrukt ist. Ähnlich sah es Hannovers Coach Andre Breitenreiter, bei dem Kohfeldt einst als Praktikant arbeitete. „Wenn da der Ausgleich fällt, wissen wir alle, dass es auch anders ausgehen kann", betonte der 96-Coach.

(dpa)

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