Zukunft des Urgesteins offen

Das Ende einer Ära bei Werder Bremen? Philipp Bargfredes Vertrag läuft aus

Der Vertrag von Philipp Bargfrede bei Werder Bremen läuft mit dem Saisonende aus.
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Der Vertrag von Philipp Bargfrede bei Werder Bremen läuft mit dem Saisonende aus.

Bremen – Er ist so sehr SV Werder Bremen wie kein anderer aktueller Profi im Kader: Seit 2004 trägt Philipp Bargfrede grün-weiß. Am Montag könnte diese Ära als Werder-Profi zu Ende gehen, der 31-Jährige zum letzten Mal für die Bremer zum Einsatz kommen.

Denn nach Informationen der DeichStube ist der Vertrag des Mittelfeldspielers am 30. Juni ausgelaufen und wurde vorerst nur für die Relegationsspiele des SV Werder Bremen für eine Woche verlängert. Wie es danach für Philipp Bargfrede weitergeht, ist völlig offen.

Immerhin steht fest: Für die Zeit nach der Karriere als Fußballer besitzt Bargfrede einen Anschlussvertrag – nach dem Vorbild von Torsten Frings und Clemens Fritz. Beide durchliefen im Club ein Trainee-Programm, Frings im sportlichen Bereich als Trainer, Fritz im organisatorischen Bereich. Inzwischen ist Fritz Leiter der Scoutingabteilung. In welchem Bereich sich Philipp Bargfrede weiterbilden möchte, wurde noch nicht besprochen.

Werder Bremen: Kann und will Philipp Bargfrede noch weitermachen?

Bislang konzentrierte sich der 31-Jährige voll auf seinen Job als Profi. Dabei hatte der Sechser auch in dieser Saison mit Verletzungen zu kämpfen. Erst litt er unter den Folgen einer Knieoperation, dann streikte die Wade. 15 Mal kam Bargfrede in dieser Bundesliga-Saison zum Einsatz, sechs Mal davon stand er in der Startelf. So auch im Hinspiel des SV Werder Bremen in der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim. Der Mittelfeldmann ersetzte den gesperrten Kevin Vogt. Nach 65 Minuten war Schluss, Trainer Florian Kohfeldt hatte schon im Vorfeld des Spiels berichtet, dass Bargfredes Fitnesszustand keinen Einsatz über 90 Minuten zulässt.

So langsam aber sicher scheint es so, als müsste Bargfrede den zahlreichen Verletzungen Tribut zollen. Immer und immer wieder hatte er sich zurückgekämpft – und dann war er mit seiner Leidenschaft, Cleverness und seiner Zweikampfstärke sehr oft sofort wieder eine Verstärkung gewesen. 205 Bundesliga-Spiele hat er von seinem Debüt am 8. September 2009 an bis heute bestritten. Gegen Heidenheim war bei aller Erfahrung allerdings nicht zu übersehen, dass Bargfrede das Tempo fehlt. Stellt sich also die Frage: Kann und will Philipp Bargfrede noch weitermachen? Und was möchte Werder Bremen? Darüber wollen beide Seiten ganz in Ruhe nach Saisonende sprechen, wie es sich für einen verdienten Spieler wie Bargfrede auch gehört. (kni)

Zur letzten Meldung vom 22. Juni 2020:

Werder Bremen: Immer noch nicht fit - Wie geht es weiter mit Urgestein Philipp Bargfrede?

Mainz - Es ist nicht so, dass er nicht versucht hätte, Einfluss zu nehmen. Ganz im Gegenteil: Philipp Bargfrede gab am Samstagnachmittag im Mainzer Stadion einmal mehr alles für seinen SV Werder Bremen - soweit es die äußeren Umstände für ihn eben zuließen, sprich: nicht auf dem Platz, sondern auf der Tribüne.

Philipp Bargfrede feuerte an, klatschte in die Hände und sprang aus seinem Sitz - genützt hat es am Ende nichts. Aber dafür die Frage aufgeworfen, warum der Routinier eigentlich schon wieder nicht gespielt hatte? Sein Name - Bargfrede! - steht bei Werder Bremen schließlich seit vielen Jahren für Kampf, Einsatz und Aufopferungswillen, für Tugenden, die es im Tabellenkeller dringend braucht.

Vor diesem Hintergrund war es am Samstagnachmittag, gegen 14.30 Uhr, schon eine Überraschung, dass anstelle des verletzten Kevin Vogt bei Werder eben nicht Philipp Bargfrede, sondern Christian Groß auf dem Aufstellungsbogen stand. 14 Bundesligaspiele an Erfahrung statt 204, Spätstarter statt Urgestein. Cheftrainer Florian Kohfeldt erklärte seine Entscheidung im Anschluss an die Partie.

Werder Bremen: Kann Philipp Bargfrede dem Verein noch helfen?

„Für Grosso hat seine Körperlichkeit im Luftduell gegen Mateta gesprochen“, sagte der 37-Jährige. Auch der Wechsel zwischen Dreier- und Viererkette im Spielaufbau sowie gegen den Ball sei ein Argument pro Groß gewesen. „Er hat gegen Gladbach in der gleichen Rolle ein überragendes Spiel gemacht“, erinnerte Kohfeldt. Gegen Mainz 05 war Groß das nicht gelungen. Am zweiten Gegentreffer hatte der 31-Jährige zumindest eine Teilschuld getragen, weil auch er sich von Vorbereiter Latza viel zu leicht hatte austanzen lassen. Es ist natürlich müßig, darüber zu diskutieren, wie Bargfrede in dieser Situation ausgesehen hätte, ob er Latza hätte stoppen können. Viel interessanter ist die Frage, ob der Abräumer Werder Bremen überhaupt noch einmal helfen kann.

Werder Bremen: Philipp Bargfrede mit unzähligen gesundheitlichen Rückschlägen

Nachdem Kohfeldt seine sportlichen Beweggründe für die Aufstellung von Groß genannt hatte, schob er noch einen weiteren nach, der aufhorchen ließ: „Bargi ist momentan einfach nicht in der Lage, länger als 45 Minuten zu spielen.“ Fünf Einsätze hat der Profi nach seiner auskurierten Wadenverletzung inzwischen wieder bestritten, den längsten davon beim 0:1 gegen Wolfsburg über 61 Minuten. Ausgereicht hat das augenscheinlich nicht, um wieder vollkommen fit zu werden. Um seiner Mannschaft im Abstiegssumpf mehr auf dem Platz und weniger auf der Tribüne helfen zu können. 

Bargfrede - dieser Name steht bei Werder Bremen eben nicht nur für Kampf, Einsatz und Aufopferungswillen, sondern auch für immer neue gesundheitliche Rückschläge, für Verletzungen und Ausfallzeiten, die seine gesamte Karriere begleiten wie ein dunkler Schatten. Auch am letzten Spieltag im Werder-Spiel gegen Köln (Samstag, 15.30 Uhr) dürfte der Mann mit der Nummer 44 höchstens Teilzeitkraft sein. Und dann?

Werder Bremen: Ein großer Kader-Umbruch steht an

Vor der neuen Saison steht bei Werder Bremen - egal, ob die Mannschaft wie zu erwarten absteigt oder doch das Wunder schafft - ein großer Umbruch an. Viele Spieler werden gehen, viele Neue kommen. Philipp Bargfrede wäre wegen seiner Spielweise, seiner Erfahrung und nicht zuletzt großen Identifikation mit dem Verein ein toller Stützpfeiler für den Neuaufbau. Ob er seinem Körper die hohen Belastungen des Profifußballs allerdings noch eine weitere Saison, die für Werder zudem sehr wahrscheinlich in der deutlich rustikaleren zweiten Liga abläuft, tatsächlich zumuten will, wird sich zeigen müssen. (dco)

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