Werders Kaderplanung

Werder Bremen verkündet das Aus von Bargfrede und Langkamp, Bartels hofft noch

Philipp Bargfrede bekommt keinen neuen Vertrag beim SV Werder Bremen.
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Philipp Bargfrede bekommt keinen neuen Vertrag beim SV Werder Bremen.

Bremen – Eine Ära geht zu Ende: Philipp Bargfrede wird nicht mehr für den SV Werder Bremen spielen. Er ist ein Opfer des angestrebten Verjüngungsprozesses im Team. Das gab der Club am Montag bekannt. Der ausgelaufene Vertrag des 31-Jährigen wird nicht mehr verlängert. Gleiches gilt auch für Sebastian Langkamp (32). Fin Bartels bekommt ebenfalls keinen neuen Kontrakt, doch beim 33-Jährigen ließ Werder zumindest eine Hintertür offen.

Für Philipp Bargfrede ist dagegen bei Werder Bremen Schluss – zumindest auf dem Platz. Der Mittelfeldspieler, der vor 16 Jahren vom TuS Heeslingen an die Weser gewechselt war, besitzt einen Anschlussvertrag beim Bundesligisten, kann sich zum Trainer oder Manager ausbilden lassen. 

Doch die Karriere nach der Karriere muss wohl noch etwas warten. Kürzlich hatte Philipp Bargfrede im Gespräch mit der DeichStube deutlich gemacht: „Ich habe noch richtig Lust auf Fußball, und ich werde definitiv weiterspielen.“ Der 31-Jährige fühlt sich trotz seiner zahlreichen Verletzungen in der Vergangenheit noch fit genug für den Profi-Fußball. Er verfügt jedenfalls über ganz viel Erfahrung. 

Werder Bremen-Sportchef Frank Baumann: „Die Enttäuschung bei Philipp Bargfrede war spürbar“

„Bei Bargi gibt es keine zwei Meinungen, welche Institution er bei Werder Bremen ist und immer sein wird“, lobte Trainer Florian Kohfeldt das Bremer Urgestein. „Ein riesiges Dankeschön - nicht nur für die vergangene Saison.“ Und Sportchef Frank Baumann erklärte: „Insbesondere bei Bargi ist es menschlich eine enorm schwierige Entscheidung gewesen, zumal wir es telefonisch mitteilen mussten, weil er nicht in Bremen war und wir vereinbart hatten, dass wir es - sobald eine Entscheidung gefallen ist - kommunizieren. Natürlich hätte er gerne weitergemacht und die Enttäuschung war spürbar.“

Für Werder Bremen hat er 205 Bundesliga-Spiele (sechs Tore) bestritten. In der vergangenen Saison waren es inklusive Relegation 16 Partien, allerdings stand er dabei nur sieben Mal in der Startelf. Den Status des unangefochtenen Sechsers, der immer spielt, wenn er gesetzt ist, hat Philipp Bargfrede verloren. Nun also der Neustart. Werder möchte sich verjüngen, hat in Patrick Erras (25) vom 1. FC Nürnberg bereits einen möglichen Nachfolger verpflichtet.

Werder Bremen: Was wird jetzt aus Philipp Bargfrede?

Auch bei Sebastian Langkamp spiele das Alter eine Rolle. Mit 32 Jahren befindet sich der Innenverteidiger ebenfalls im Herbst seiner Karriere. In der vergangenen Saison war er inklusive Relegation nur in sechs Ligaspielen zum Einsatz gekommen. Deshalb überrascht es nicht, dass sich die Wege nach zweieinhalb Jahren wieder trennen. Damals war Langkamp für eine Ablösesumme von einer Million Euro von Hertha BSC zu Werder Bremen gewechselt.

Und was wird aus Fin Bartels? Nach seiner langen Verletzungspause hat Bartels zwar im erfolgreichen Endspurt um den Klassenerhalt noch mal angedeutet, wie wertvoll der 33-Jährige sein kann, aber reicht das wirklich für einen neuen Vertrag. Werder will das Team verjüngen – und wartet deshalb im Fall Fin Bartels ab, was der Markt noch hergibt. Und der Außenstürmer muss schauen, ob er noch eine neue sportliche Herausforderung findet. Zweitligist Holstein Kiel, sein einstiger Jugendclub, gilt als heißer Kandidat. Oder es geht nach 120 Bundesliga-Spielen (22 Tore) für Werder Bremen zurück zum FC St. Pauli, von dem Bartels 2014 nach Bremen gewechselt ist. (kni)

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Philipp Bargfrede ist schon weg, Milot Rashica soll noch gehen: Dafür hat Werder Bremen in Kamil Jozwiak aber offenbar schon einen Nachfolger an der Angel. Der Linksaußen soll an die Weser wechseln. 

Letzte Meldung vom 13. Juli 2020:

Für Philipp Bargfrede steht fest: „Ich spiele weiter!“ Aber Werder Bremen hat sich noch nicht gerührt

Die Situation ist völlig neu für Philipp Bargfrede. Erstmals in seiner Karriere als Fußball-Profi ist der 31-Jährige vertragslos – und damit auch kein Spieler mehr des SV Werder Bremen. „Schon komisch“, nennt Bargfrede diesen Zustand.

Schließlich hat Philipp Bargfrede seit 16 Jahren grün-weiß getragen, elf davon in der Bundesliga. Dass vor dem Relegations-Finale des SV Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim über sein Karriereende spekuliert wurde, hat ihn ein bisschen geärgert – und so stellt er im Gespräch mit der DeichStube unmissverständlich klar: „Ich habe noch richtig Lust auf Fußball, und ich werde definitiv weiterspielen.“

Am liebsten würde Philipp Bargfrede das natürlich bei seinem SV Werder Bremen tun, daraus macht er keinen Hehl: „Das ist doch nach meiner Geschichte mit diesem Verein klar.“ Aber sein Vertrag ist nun mal am Dienstag ausgelaufen und bislang nicht verlängert worden. Was allerdings auch kein Problem sei, so der Defensivspezialist. Der Abstiegskampf habe absolute Priorität genossen. „Danach musste ich erst mal ein paar Tage weg“, gesteht Bargfrede und verrät: „Wir werden in den nächsten Tagen mit Werder Gespräche führen. So haben wir es vereinbart.“

Vertragsverlängerung oder Wechsel? Philipp Bargfrede will zeitnah Gespräche mit Werder Bremen führen

Dabei wird es natürlich auch darum gehen, ob sich Philipp Bargfrede noch fit genug für eine weitere Saison bei Werder Bremen fühlt. Auch in dieser Saison hatte der Mittelfeldspieler mit Verletzungen zu kämpfen. Erst verzögerten die Folgen einer Knieoperation am Ende der Vorsaison einen pünktlichen Einstieg in die Serie, dann machten ihm im Winter Wadenprobleme zu schaffen. 15 Bundesligaspiele stehen auf seinem Konto, im Hinspiel der Relegation gegen Heidenheim war er ebenfalls dabei. Gerade nach der Coronapause habe er sich sehr gut gefühlt, berichtet der 31-Jährige: „Natürlich war diese Saison für uns und für mich nicht zufriedenstellend. Aber ich bin fit und freue mich auf die neue Saison.“

Bis dahin ist allerdings noch Erholung mit der Familie angesagt. Zu verarbeiten gibt es noch genug. „Der Druck war wirklich enorm“, erklärt Philipp Bargfrede: „Nach der Niederlage in Mainz war da so eine komplette Leere, da hatten wir es nicht mehr in der eigenen Hand – und dann so ein Spiel gegen Köln und die Hilfe von Union.“ Auf der anschließenden Autofahrt vom Weserstadion nach Hause sei ihm noch einmal bewusst geworden, wie sehr diese Stadt Werder Bremen liebt. „Natürlich wusste ich das. Aber dann tanzten die Leute vor meinem Auto, ballten die Faust, um zu zeigen: Wir schaffen das! Da war ich mir wieder ganz sicher, dass wir das wirklich packen.“ So kam es dann auch in der Relegation gegen Heidenheim. Und Bargfrede ist heilfroh, mit seinem Herzensverein dem Abstieg entkommen zu sein. Wie es für ihn mit Werder weitergeht, ob zu seinen 205 Bundesligaspielen für Werder noch weitere dazu kommen werden, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. (kni)

Update: Haben die Grün-Weißen etwa schon einen Nachfolger für Philipp Bargfrede an der Angel? Der defensive Mittelfeldspieler Patrick Erras könnte vor einem ablösefreien Wechsel vom 1. FC Nürnberg zu Werder Bremen stehen.

Zur letzten Meldung vom 6. Juli 2020:

Philipp Bargfrede vor Karriereende? Werder-Trainer Kohfeldt: „Besprechen, wie die Zukunft aussieht“

Dass Claudio Pizarro, die große Vereinslegende, mit dem Relegations-Rückspiel gegen den 1. FC Heidenheim Abschied nehmen wird vom SV Werder Bremen, ist klar. Möglicherweise dankt am Montagabend aber auch jemand ab, der es auf der Legendenleiter zwar nicht ganz so hoch geschafft hat wie Pizarro, der dennoch in vielen Werder-Jahren eine prägende Figur gewesen ist: Philipp Bargfrede.

Philipp Bargfrede steht nach 16 Jahren im Verein vor dem Ende seiner Zeit als Profi des SV Werder Bremen. Vielleicht sogar vor dem Ende seiner von schweren und langwierigen Verletzungen geprägten Karriere. Der Vertrag des 31-Jährigen läuft – anders als stets angenommen – nicht erst 2021 aus, sondern erlischt bereits mit dem Ende der Relegation. Was dann passiert, ist die große Frage.

Bargfrede besitzt die Möglichkeit, sofort oder später einen Anschlussvertrag bei Werder Bremen zu bekommen. Als Trainee im Sport- und/oder Management-Bereich – es wäre ein Programm, das vor ihm schon einige andere verdiente Spieler absolviert haben. Eher unwahrscheinlich ist es indes, dass Werder den Mittelfeldspieler noch mit einem neuen Arbeitspapier als Spieler ausstatten wird. Jedenfalls nicht als aktiver Spieler. An Philipp Bargfrede nagen nicht nur die ständigen kleinen und großen Verletzungen, sondern mittlerweile auch das Alter. Es fällt ihm nicht mehr so leicht wie früher, nach Zwangspausen sofort zu Form und Fitness zu finden.

Werder Bremen: Philipp Bargfrede vor Karriereende als aktiver Profi?

Allerdings mag aktuell auch noch niemand das Thema öffentlich behandeln. Sportchef Frank Baumann verschiebt alle Auskünfte über die Kaderplanung und Vertragsverlängerungen in die Tage nach dem Saisonende, und Trainer Florian Kohfeldt lässt sich auch nicht mehr als eine allgemeine Wertschätzung für Philipp Bargfrede entlocken. Die sei jedoch „immens. Ich kenne ihn seit sehr langer Zeit. Ich glaube, dass man sich mit Bargi, unabhängig wie der Montagabend ausgeht, zusammensetzen und besprechen wird, wie die Zukunft aussieht“, sagt Kohfeldt und betont, dass Bargfrede selbst erstmal Farbe bekennen muss, ob er noch weitermachen will oder nicht: „Das ist eine Frage, die er für sich beantworten muss.“

Der Mittelfeld-Abräumer hat in seiner Karriere für keinen anderen Profi-Verein gespielt als den SV Werder Bremen. 239 Pflichtspiele sind so seit seinem Bundesliga-Debüt 2009 zusammengekommen. In der abgelaufenen Spielzeit setzte Kohfeldt 17 Mal auf Bargfrede, zuletzt noch am Donnerstag im Relegations-Hinspiel des SV Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim. (csa)

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