Auch Romano Schmid wieder nicht im Kader

Kein Platz für Neuzugang Patrick Erras beim SV Werder Bremen

Patrick Erras von Werder Bremen stützt eine Hand an der Hüfte
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Patrick Erras, Neuzugang des SV Werder Bremen, hat bei Florian Kohfeldt aktuell einen schweren Stand. Gegen Schalke 04 schaffte er es nicht einmal in den 20er-Kader.

Gelsenkirchen – Im DFB-Pokal gegen Jena hatte Patrick Erras noch in der Startelf gestanden, beim Bundesliga-Spiel des SV Werder Bremen auf Schalke reichte dagegen es nicht mal mehr für den 20er-Kader.

Der Neuzugang aus Nürnberg erlebt in seiner neuen sportlichen Heimat schwierige Zeiten – genauso wie auch Romano Schmid, der ebenfalls in Gelsenkirchen nicht mit Aufgebot des SV Werder Bremen stehen durfte. „Das war eine sehr enge Entscheidung“, meinte Sportchef Frank Baumann mit Blick auf Patrick Erras und erklärte: „Wir haben bis auf Ömer Toprak, Milot Rashica und Kevin Möhwald alle Spieler an Bord. Da ist es nicht so leicht, in den Kader zu kommen. Manchmal hat es auch mit der Taktik zu tun. Heute hat es Patrick getroffen, das kann nächste Woche schon wieder anders sein.“

Werder Bremen: Schlechte Karten für Romano Schmid und Patrick Erras

Darauf muss auch Schmid hoffen, wenngleich seine Aussichten noch schlechter sind. Der 20-Jährige, der nach seiner Ausleihe an den Wolfsberger AC, in Bremen voll durchstarten wollte und zu Beginn der Vorbereitung stark aufspielte, verpasste alle drei Pflichtspiele. Trainer Florian Kohfeldt hatte unlängst erklärt, dass Romano Schmid sich bislang nicht gegen Nick Woltemade durchsetzen konnte. (kni)

Zur letzten Meldung vom 16. September 2020:

Biederes Debüt von Patrick Erras bei Werder Bremen, Club ist auf weiteren Transfer vorbereitet

Bremen – So unterschiedlich können Debüts verlaufen: Hier Tahith Chong, der sich mit seinem Treffer für Werder Bremen zum 2:0-Endstand gegen den FC Carl Zeiss Jena gleich ins Scheinwerferlicht stellte, und dort Patrick Erras, dessen Einstand in der ersten Runde des DFB-Pokals so unauffällig verlief, dass Trainer Florian Kohfeldt nach dem Spiel nicht mal Fragen zu dem baumlangen Mittelfeldspieler beantworten musste.

Viel hatte Kohfeldt allerdings schon mitgeteilt, indem er Patrick Erras nach einer Halbzeit vom Platz geholt hatte. Nicht allein, weil der Neuzugang aus Nürnberg fürchterlich schlecht gespielt hätte, sondern auch weil das System des Trainers mit Erras in der Pendelposition zwischen der „Sechs“ und der Abwehrkette nicht aufgegangen war. Dass er dann Opfer der Umstellungen wurde, zeigt jedoch klar auf, wo der 25-Jährige zu Saisonbeginn in der Hierarchie bei Werder Bremen steht: Er ist ein Wackelkandidat.

Das wird umso mehr gelten, sollte Werder bei der Suche nach einem weiteren defensiven Mittelfeldspieler noch fündig werden. Nach einem, der die Position offensiver interpretiert als Erras. Bekannt ist, dass eine Verpflichtung nur möglich ist, wenn ein Verkauf von Milot Rashica die finanziellen Möglichkeiten dafür schafft. Nicht bekannt ist, wie weit Werder Bremen mit der der Auswahl und Vorarbeit eines Transfers schon gekommen ist.

Werder Bremen-Transfers: Bleibt Patrick Erras der einzige neue Sechser?

„Wir sind vorbereitet“, sagt dazu Clemens Fritz, der Leiter Profi-Fußball bei Werder Bremen, im NDR-Sportclub. Mehr sagt er aber auch nicht. Es gilt, was immer gilt, wenn die sportlichen Ansprüche groß, das Geld aber knapp ist: „Es kann auch sein, dass wir gar nichts mehr machen. Wir werden nur tätig, wenn wir zu hundert Prozent von den sportlichen Qualitäten überzeugt sind und es auch finanziell passt.“

Lässt sich keine Lösung finden, würde also Erras die einzige Antwort auf den Verlust von Kevin Vogt, Philipp Bargfrede und Nuri Sahin bleiben. Zu wenig möglicherweise in Qualität und Quantität für eine intensive Saison. Zumal Kapitän Niklas Moisander mit weiteren Startschwierigkeiten bei Bundesliga-Rückkehrer Patrick Erras (19 Erstliga-Einsätze für Nürnberg in der Saison 2018/19) rechnet. „Wenn man in die Bundesliga kommt, braucht man ein bisschen Zeit. Wir versuchen, ihm zu helfen“, sagt der Finne im NDR und zeigt sich mit Erras‘ Werder-Debüt in Jena gar nicht so unzufrieden: „Es geht schon sehr gut.“ (csa)

Zur letzten Meldung vom 7. September 2020:

Werder Bremen: Baustelle auf der Sechser-Position – Coach Kohfeldt über Patrick Erras: „Den Mut müssen wir haben“

Bremen – Nein, Coach Florian Kohfeldt war nicht rundum zufrieden mit dem, was er da während des Testspiels von Werder Bremen gegen Hannover 96 (2:0) von Patrick Erras zu sehen bekommen hatte.

Das lag aber nicht an der Leistung des 25-Jährigen, sondern an der taktischen Ausrichtung, für die sich Kenan Kocak entschieden hatte. Hannovers Trainer ließ nämlich nicht – wie von Kohfeldt im Vorfeld erwartet – überwiegend den groß gewachsenen Hendrik Weydandt (1,95 Meter) im Zentrum und damit im Dunstkreis von Patrick Erras (1,96 Meter) agieren, sondern hatte den deutlich kleineren Marvin Ducksch (1,88 Meter) für diese Rolle auserkoren. „Defensiv hatte ich die Hoffnung, dass sich ein großer, starker Stürmer zu ihm bewegt. Deswegen war es am Ende nicht ganz der Test, den ich für ihn wollte“, sagte Kohfeldt nach der Partie über Erras – und nutzte dann die Gelegenheit, den neuen Mann für dessen Vorbereitung beim SV Werder Bremen zu loben.

Gegentor-Gefahr? Werder Bremen braucht Mut bei Patrick Erras

„Er liest das Spiel sehr gut, weiß, wo die Räume sind und wie er sich anzubieten hat“, sagte Kohfeldt, der Erras gegen Hannover auf jener Hybrid-Position aufgeboten hatte, die im Vorjahr noch von Kevin Vogt bekleidet worden war. Heißt: Erras gab den Pendler zwischen Dreierkette, in der er den zentralen Part übernahm, und defensivem Mittelfeld, wo er an der Seite von Maximilian Eggestein spielte. In beiden Rollen agierte der Neuzugang, der Ende Juli vom 1. FC Nürnberg nach Bremen gewechselt war, solide und unaufgeregt. Vor allem mit seinem sicheren Passspiel wusste Erras zu überzeugen, was auch schon in den vorangegangenen Testspielen zu sehen war.

„Er ist schon sehr weit. Das erkenne ich im Training und in den Spielen, denn er bringt für unsere Spielentwicklung über die Sechs viel mit“, lobte Kohfeldt, dem auf der anderen Seite aber auch bewusst ist, dass bei Patrick Erras‘ derzeitigem Entwicklungsstand trotzdem ein kleines Restrisiko bleibt, wenn der ehemalige Zweitliga-Spieler demnächst dauerhaft eine Klasse höher zum Einsatz kommt. „Er hatte bisher immer ein, zwei Bälle drin, bei denen du in der Bundesliga auch mal ein Gegentor kassieren kannst“, sagte Kohfeldt – und schob direkt hinterher: „Den Mut, das auf diesem Niveau auszuprobieren, müssen wir jetzt aber alle haben.“

Werder Bremen will noch einen Sechser als Konkurrent für Patrick Erras holen

Schließlich ist auch Patrick Erras eines dieser Gesichter, die für den neuen, alten Werder-Weg stehen. Nachdem der Verein im Vorjahr bei der Kaderplanung großen Wert darauf gelegt hatte, fertig ausgebildete Spieler mit möglichst viel Erfahrung in der Bundesliga zu verpflichten (Füllkrug, Toprak, Bittencourt), setzt er nun (notgedrungen) wieder auf einen anderen Kurs, möchte jüngere Spieler holen und weiterentwickeln.

Im Vergleich zu Kollegen wie Felix Agu, Romano Schmid oder Manuel Mbom ist Erras da sogar schon einen Schritt weiter. Immerhin hat er für Nürnberg bereits 19 Mal in der Bundesliga gespielt, was ein Vorteil sein kann. Auf der anderen Seite möchte Werder Bremen aber bekanntlich noch einen gestandenen Spieler für das defensive Mittelfeld holen – gelingt das, würde es Erras‘ Chancen auf viel Spielzeit sicher nicht erhöhen. (dco)

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