Eggestein-Treffer gegen den FC Bayern

Warum Maximilian Eggestein bei Werder Bremen plötzlich wieder aufblüht

Maximilian Eggestein vom SV Werder Bremen bejubelt sein Tor gegen den FC Bayern München.
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Maximilian Eggestein vom SV Werder Bremen bejubelt sein Tor gegen den FC Bayern München.

München – Die Hände tief in den Hosentaschen des Trainingsanzugs, der Blick über die leeren Ränge schweifend – an der Seite von Christian Groß war Maximilian Eggestein am Samstagnachmittag der erste Profi vom SV Werder Bremen, der den Rasen der Allianz Arena eine Stunde vor dem Anpfiff zur obligatorischen Platzbegehung betrat. Langsam, fast schlendernd drehten die beiden Männer ihre Kreise, vor allem Eggestein war die gute Laune dabei anzusehen. Vielleicht hat er ja geahnt, dass es für Werder im Allgemeinen und für ihn im Speziellen ein ziemlicher guter Nachmittag in München-Fröttmaning werden sollte.

Zunächst kurz zu den Zahlen, weil sie beeindruckend sind und es da eben diesen einen Wert gibt, den Maximilian Eggestein in schöner Regelmäßigkeit anführt: die zurückgelegte Laufdistanz. 12,33 Kilometer ist Werders Mann mit der Rückennummer 35 während des Auswärtsspiels beim FC Bayern (1:1) über den Rasen gepflügt – mehr als jeder andere Spieler auf dem Platz. Dazu kamen 22 seiner 26 Pässe an, was einer Quote von 85 Prozent entspricht, und auch Eggesteins Anteil der gewonnenen Zweikämpfe (70 Prozent) konnte sich sehen lassen. Noch viel entscheidender waren aber folgende Ziffern: 1 und 1, ein Torschuss, ein Tor, mit dem der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen seine mit Abstand beste Saisonleistung krönte.

„Er arbeitet viel für die Mannschaft, hat diese wahnsinnig gute Eigenschaft, dass es ihm nicht wichtig ist, wie er aussieht, sondern wie die Mannschaft aussieht“, sagte Trainer Florian Kohfeldt nach dem Spiel, was natürlich ausdrücklich als Lob gemeint war und darüber hinaus ziemlich treffend Eggesteins Auftritt beschrieb: Mit Ausnahme seines schönen Führungstreffers, den er – übrigens genau wie sein erstes Saisontor - mit dem linken Fuß erzielte, agierte Maximilian Eggestein viel im Verborgenen. Lief Wege ab. Stellte Räume zu. Grätschte. Legte quer. Ordnete das Spiel von Werder Bremen. Mittlerweile, so scheint es, findet der 23-Jährige in dieser Rolle auf der Doppel-Sechs zu alter Stärke zurück.

Maximilian Eggestein blüht bei Werder Bremen wieder auf - Trainer Florian Kohfeldt erklärt den Formanstieg

„Ich mache das selten, aber ich muss Maxi Eggestein herausheben. Alle waren gut, doch er war ein überragender Spieler in beide Richtungen. Maxi hat die Umstellung auf eine Doppel-Sechs sehr gut getan. Damit kommen seine Stärken mehr zum Tragen“, sagte Kohfeldt – und erinnerte daran: „Wir haben über zwei Jahre immer mit einer Sechs gespielt, hatten da sehr tragende Spielerpersönlichkeiten in Philipp Bargfrede, Kevin Vogt und Nuri Sahin. Da musste er sich erst reinfinden.“ Eggesteins neue Rolle umriss der Coach des SV Werder Bremen mit „mal gehen, mal bleiben“, was den Wechsel zwischen Offensiv- und Defensivgedanken meint, aus dem der Profi offenbar Kraft schöpft, weil er dem Spiel damit einen Rhythmus geben kann.
 
Er selbst, diese Bemerkung gestattete sich Kohfeldt noch, sei immer der Ansicht gewesen, dass Maxi Eggestein in der öffentlichen Bewertung in Phasen, in denen es für Werder Bremen nicht rund lief, zu schlecht weggekommen sei: „Ich bleibe dabei, dass Maxi zu kritisch gesehen wurde.“ Nach dem Bayern-Spiel vergrößerte das die Freude des Trainers nur noch: „Ich freue mich einfach, dass er wieder diese Anerkennung bekommt, die er verdient hat.“

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