Bei 2:1-Sieg gegen Union Berlin

Bittencourts Werder-Debüt: Stark am Ball, hart gegen die Bande

Neuzugang Leonardo Bittencourt legte ein sehr ordentliches Bundesliga-Startelfdebüt für den SV Werder Bremen hin. Er war immer um Tempoverschärfungen bemüht.
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Neuzugang Leonardo Bittencourt legte ein sehr ordentliches Bundesliga-Startelfdebüt für den SV Werder Bremen hin. Er war immer um Tempoverschärfungen bemüht.

Bremen – Exakt 50 Sekunden – mehr Zeit benötigte Leonardo Bittencourt bei seiner Premiere im Trikot des SV Werder Bremen nicht, um das erste Mal so richtig im Fokus zu stehen.

Nach Zuspiel von Yuya Osako hängte der 25-Jährige während des Auswärtsspiels bei Union Berlin seinen Gegenspieler ab, flitzte die linke Außenbahn entlang und schlug eine Flanke in den Strafraum, wo Davy Klaassen Sekunden später einen Elfmeter herausholte. Für Werder Bremen war es der erfreuliche Auftakt einer ereignisreichen Partie, für Leonardo Bittencourt die erste von mehreren starken Szenen und womöglich der Grund dafür, dass er in der Folge ordentlich auf die Socken bekam.

Werder Bremen: Schmerzhafter Banden-Crash von Leonardo Bittencourt nach rüdem Foul von Neven Subotic

„Es war sehr anstrengend, weil das hier kein normales Spiel war“, sagte der Mittelfeldmann, der während der Partie sechs Mal – und zum Teil sehr heftig – gefoult worden war. Trainer Florian Kohfeldt mutmaßte deshalb, Bittencourt werde sich jetzt „ein dreitägiges Eisbad“ gönnen, schlug dann aber auch ernstere Töne an: „Er ist zweimal gegen die Bande geflogen, das war gefährlich.“ Vor allem der Einsatz von Neven Subotic, in dessen Folge Leonardo Bittencourt in die Spielfeldbegrenzung krachte, hatte die Bremer Gemüter erzürnt (89.). 

Der Neuzugang des SV Werder Bremen nahm es nach dem Spiel aber locker. „Ich kenne ihn, er will niemandem wehtun. Ich war einfach eher am Ball“, sagte Bittencourt – und fügte mit einem Schmunzeln an: „Die Werbebanden sind in Berlin offenbar ein bisschen näher am Platz.“ Verletzt habe er sich bei der Aktion jedenfalls nicht. Lediglich Schulter und Po hätten ein bisschen ‘was abbekommen, „nichts Dramatisches“.

Leonardo Bittencourt von Werder Bremen machte im Auswärtsspiel bei Union Berlin schmerzhafte Bekanntschaft mit der Werbebande.

Werder Bremen: Sportchef Frank Baumann lobt „ständigen Unruheherd“ Leonardo Bittencourt

Bei Werder dürften sie das gerne hören. Zum einen, weil die Personallage derzeit ohnehin angespannt genug ist, und zum anderen, weil Bittencourt direkt bei seinem ersten Auftritt gezeigt hatte, dass er die Mannschaft in der Offensive besser, weil unberechenbarer macht. Der Deutsch-Brasilianer wählt eben auch mal die ungewöhnliche Variante, ist trickreich, auf der anderen Seite aber auch robust und durchaus ein Kämpfer in der Defensive. 

„Er hatte viele Aktionen nach vorne, war ein ständiger Unruherd und hat seine Aufgabe auch defensiv gut bewältigt“, sagte Sportchef Frank Baumann, der Leonardo Bittencourt erst am letzten Tag der Transferphase von 1899 Hoffenheim verpflichtet hatte. Trainer Florian Kohfeldt widersprach da freilich nicht: „Ich glaube, man hat gesehen, wieso ich so von ihm geschwärmt habe. Leo passt einfach perfekt zu unserer Spielweise.“ (dco)

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