DeichBlick-Kolumne: Kultreporter Rolf „Rollo“ Fuhrmann schreibt für die DeichStube

Rolf Fuhrmann: „Ein Kompliment an die Nervensäge Werder Bremen“

Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes und Nils Petersen schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.
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Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes und Nils Petersen schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.

Hallo hallo! Ich gebe es ja zu: Oft habe ich gezweifelt und tue es irgendwie ja immer noch. Warum, wieso, weshalb macht Werder Bremen dies und das? Warum trieben die Bremer uns fast zur Verzweiflung, wieso kassierten sie so viele Standard-Tore, weshalb verletzten sich zentrale Stützen der Mannschaft andauernd – und überhaupt: Warum war Werder offensiv echt kopflos und verballerte die Chancen?

Werder spielte oft sehr ansehnlich und manchmal desolat! Und zu allem Überdruss dann noch die Diskussionen um Trainer, Manager und eigentlich alle Führungsgremien. Klar, so eine Saison wie die letzte zerrt an den Nerven aller Beteiligten, auch an meinen. Ich war wohl manchmal auch zu ungeduldig und zu ungerecht. Wenn es so empfunden wurde, möchte ich mich entschuldigen.

Gleichwohl ist eine kritische Begleitung von Entwicklungen immer notwendig, und wenn sie konkret begründet wird, auch konstruktiv. Natürlich positiv wie negativ. Gut, es waren der Lage entsprechend oft negative Beurteilungen. Umso besser, dass es jetzt sehr viel Positives gibt. Es ist wie in der Wissenschaft: Wenn es neue Erkenntnisse gibt, muss man Urteile auch revidieren oder zumindest in Frage stellen können. Und Fakt ist, dass Werder 21 Punkte hat, sechs Zähler vor dem Relegationsplatz steht und vor allem in Gladbach besseren und in Berlin auch mal richtig effektiven Fußball gespielt hat. Und das wieder mal ohne Niclas Füllkrug und mit den Verletzungen im Spiel von Davie Selke und Ömer Toprak. Andere waren gefordert und sicherten den Dreier. Großartig der Pass von Maxi Eggestein auf Leonardo Bittencourt, auch das Tor von Josh Sargent und die Paraden von Jiri Pavlenka!

Werder Bremen: Abstiegskampf in der Bundesliga schon bald kein Thema mehr?

Im Nachhinein war es wohl richtig, an Florian Kohfeldt und an Frank Baumann festzuhalten. Eine Garantie für längeren Erfolg gibt es für niemanden. Es werden auch wieder kritischere Augenblicke kommen. Wir sollten, wenn immer möglich, etwas geduldiger bleiben. Sieht man sich die Entwicklung an, muss man der sportlichen Führung ein Kompliment machen: Sie hat es geschafft (zumindest bis jetzt), eine Mannschaft zu präsentieren, die eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen, sehr entwicklungsfähigen Spielern ist. Ich möchte nur mal Romano Schmid, Manuel Mbom, Felix Agu und Eren Dinkci hervorheben. Wenn es gelingt, Effizienz und Spielstärke zusammenzubringen, dürfte der Abstiegskampf in dieser Saison schon bald kein Thema mehr sein.

Natürlich wünschen wir uns gegen Schalke 04 einen Sieg, und sollte es auch noch ein tolles Spiel werden, wäre es auch für Fußballromantiker sehr erholsam! Meine Erkenntnisse sind auf jeden Fall gewachsen und mein Optimismus ist es auch. Für die tollen Fans wünsche ich mir Zutrauen statt Zweifel. Ich für meinen Teil will wieder mehr vertrauen.

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