Werder mit gleichem Spielführer

Entscheidung gefallen: Moisander bleibt Werder-Kapitän

Niklas Moisander richtet die Kapitänsbinde des SV Werder Bremen am Arm.
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Niklas Moisander bleibt auch in der kommenden Saison Kapitän des SV Werder Bremen.

Florian Kohfeldt hatte ein kleines Geheimnis daraus gemacht, wer Werder Bremen in der neuen Saison als Kapitän aufs Feld führen soll. Jetzt hat der Trainer es gelüftet: Es bleibt bei Niklas Moisander.

Der Finne geht damit in seine zweite Saison als Kapitän des SV Werder Bremen. Das gab Coach Florian Kohfeldt bei der Pressekonferenz am Donnerstag vor dem ersten Pflichtspiel am Samstag im DFB-Pokal gegen den FC Carl Zeiss Jena bekannt.

Ob Niklas Moisander wirklich im Amt bleiben würde, war zuletzt im Zweifel. Der 34-Jährige geht in seine wohl letzte Saison bei Werder Bremen und könnte seinen Stammplatz in der Innenverteidigung an den jüngeren Konkurrenten Marco Friedl verlieren. Dennoch bleibt es dabei: Moisander behält die Binde – und bekommt den Vorzug vor anderen möglichen Kandidaten wie Davy Klaassen. Den Mannschaftsrat will Kohfeldt erst zum Ende der Wechselfrist, am 6. Oktober, bekanntgeben. (han)

Zur letzten Meldung vom 5. September 2020:

Wer wird Kapitän von Werder Bremen? Coach Florian Kohfeldt lüftet in Kürze das Geheimnis

Bremen – Die neue Saison steht in den Startlöchern, noch ist aber ungeklärt, wer das Team von Werder Bremen als Kapitän durch die neue Spielzeit führen wird. Trainer Florian Kohfeldt weiß es sicher schon, macht aus dem Namen aber ein Geheimnis. Noch.

Denn vor dem DFB-Pokalspiel in Jena wird sich der Coach vermutlich äußern. „Ich kann mir vorstellen, dass ich auf der Pressekonferenz vor dem Spiel etwas dazu sage“, erklärte der 37-Jährige am Samstag.

Niklas Moisander ist der aktuelle Amtsinhaber, der Finne geht mit beinahe 35 Jahren aber in seine letzte Saison bei Werder Bremen, könnte sogar seinen Stammplatz an Marco Friedl verlieren. Das nährt Spekulationen, dass die Kapitänsbinde an einen anderen Oberarm wandert – vielleicht an den von Davy Klaassen, von Maxi Eggestein, Niclas Füllkrug oder Ömer Toprak.

Werder Bremen: Mannschaftsrat wird später bestimmt

Diese Namen stehen bei Kohfeldt auch ganz gewiss auf der Liste möglicher Mitglieder für den neuen Mannschaftsrat. Den wird Kohfeldt allerdings nicht schon in dieser Woche zusammenstellen, sondern „erst etwas später bestimmen, weil das Transferfenster in diesem Jahr länger offen ist“. Bis zum 5. Oktober kann Werder Bremen noch Spieler abgeben oder dazuholen, erst danach herrscht Kandidaten-Klarheit. Was Kohfeldt jetzt schon weiß: Der Mannschaftsrat wird kleiner werden. In der vergangenen Saison gehörten in Niklas Moisander, Davy Klaassen, Theo Gebre Selassie, Nuri Sahin, Jiri Pavlenka, Maximilian Eggestein und Sebastian Langkamp sieben Spieler dem Gremium an. Nun sollen es „fünf oder sechs“ werden, meint Kohfeldt, „auf keinen Fall mehr, sonst wird es beliebig“. (csa)

Zur letzten Meldung vom 3. September 2020:

Werder Bremen und die Kapitänsfrage: Weiterhin Niklas Moisander oder doch ein Überraschungskandidat?

Bremen – In den vergangenen beiden Jahren hat er es jeweils zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung getan: Vor dem letzten Testspiel gab Trainer Florian Kohfeldt sowohl im Sommer 2018 (Max Kruse) als auch im Sommer 2019 (Niklas Moisander) bekannt, wer Werder Bremen in der kommenden Saison als Kapitän auf den Platz führen wird.

Ein Zeitpunkt, der natürlich nicht zufällig gewählt war – schließlich konnte sich der neue Kapitän so während des noch folgenden „Tags der Fans“ ganz offiziell präsentieren. Im Sommer 2020 ist nun alles anders. Der „Tag der Fans“ lief nur digital ab – und die Kapitänsfrage bei Werder Bremen ist bisher noch unbeantwortet. Gut möglich, dass es bis nach dem abschließenden Testspiel gegen Hannover 96 (Samstag, 5. September, 15.30 Uhr, „Platz 11“) so bleibt. Die DeichStube hat die möglichen Kandidaten für das Amt vorab schon mal etwas genauer unter die Lupe genommen.

Niklas Moisander - bleibt er Kapitän beim SV Werder Bremen?

Als Amtsinhaber ist er natürlich erster Anwärter auf die Binde, zumal der 34-jährige Finne alle Attribute erfüllt, die ein Kapitän erfüllen sollte. Moisander gilt als sehr besonnener, reflektierter Profi, der bei Trainer und Mannschaft sowohl auf als auch neben dem Platz hoch angesehen ist. Warum so einem Mann also den Status des Kapitäns nehmen? Möglicherweise, um ihn damit in seinem letzten Vertragsjahr etwas zu entlasten, damit sich Niklas Moisander nach einer von Verletzungen geprägten Vorsaison voll und ganz auf seine Gesundheit und seine sportlichen Leistungen konzentrieren kann.

Davy Klaassen

In der vergangenen Saison war der Niederländer erster Stellvertreter von Moisander, und angesichts seiner Erfahrung sowie sportlichen Bedeutung für die Mannschaft wäre er in diesem Sommer auch ein passender Nachfolgekandidat. Davy Klaassen pflegt ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zu Trainer Florian Kohfeldt, bei dem er absolut gesetzt ist. Sollte der 27-Jährige in Bremen bleiben – und das hatte sein Berater zur Überraschung Klaassens schließlich schon versprochen –, könnte Kohfeldt den Spieler durch die Beförderung endgültig zum Gesicht der Mannschaft machen und aus ihm dadurch leistungstechnisch vielleicht noch etwas mehr herauskitzeln.

Maximilian Eggestein

Seit vielen Jahren im Verein, vom Nachwuchstalent zum Bundesligaspieler aufgestiegen und vom Trainer enorm geschätzt – Maxi Eggestein ist bei seinem Werder-Werdegang prädestiniert dafür, eines Tages Kapitän der Mannschaft zu werden. Nur in diesem Sommer ist es vermutlich noch nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Nach einer durchwachsenen bis schwachen Vorsaison dürfte Eggestein zunächst einmal genug damit zu tun haben, sportlich selbst wieder an seine starken Leistungen aus der Serie 2018/2019 anzuknüpfen, die ihn sogar in den Dunstkreis der Nationalmannschaft befördert hatten. Davon ist der 23-Jährige derzeit weit entfernt.

Jiri Pavlenka

Während des Testspiels gegen Groningen durfte er sie tragen, die Kapitänsbinde, und ein Foto von sich mit dem Stück Stoff am Arm postete der Tscheche danach prompt bei Instagram. Jiri Pavlenka dürfte also stolz darauf gewesen sein, was verständlich ist, weil es – wenn auch nur im Kleinen – als Belohnung für seine Entwicklung betrachtet werden kann. Der Torhüter ist lauter geworden, so die Beobachtung während der Vorbereitung, er spricht auf dem Platz deutlich mehr mit seinen Vorderleuten – und das sogar auf Deutsch. Ein Außenseiter in der Kapitänsfrage bei Werder Bremen bleibt er aber trotzdem. Zum einen, weil noch nicht ganz sicher ist, ob er überhaupt im Verein bleibt. Und zum anderen, weil er als Torhüter durch seine Position während des Spiels nicht den allergrößten Einfluss auf seine Mitspieler nehmen kann.

Niclas Füllkrug

Sagt seine Meinung, wenn er es für nötig hält, hat Erfahrung und das entsprechende Standing in der Mannschaft – so gesehen würde Niclas Füllkrug durchaus einen guten Kapitän abgeben. Es gibt aber auch Gründe, die gegen den Angreifer sprechen. Nach seiner von einer langen Verletzung überschatteten Vorsaison wäre es schon eine Überraschung, sollte Kohfeldt ihm die Bürde der Binde auferlegen. Fit bleiben und bei Werder zum erhofften Torjäger werden – das ist der vornehmliche Auftrag für Füllkrug, dessen Kapitänschancen bei Werder Bremen während der Vorbereitung auch nicht gerade gestiegen sein dürften. Zur Erinnerung: Im Trainingslager im Zillertal leistete er sich einen Disput mit Kohfeldt und brach eine Einheit vorzeitig ab. Privat sind die beiden Männer eng befreundet, was bei einem Kapitän Füllkrug sicher keine einfache Konstellation wäre.

Theodor Gebre Selassie - kann er Werder Bremen-Kapitän?

Eigentlich müsste er es werden. Bei seiner Geschichte im Verein, bei seiner Beliebtheit bei den Fans und bei seiner sportlichen Bedeutung – der 33-Jährige ist spätestens nach den Abgängen von Philipp Bargfrede und Claudio Pizarro zum „Mister Werder“ geworden. Es gibt da nur diesen kleinen Haken: Theodor Gebre Selassie ist schlicht nicht der Typ dafür, um Kapitän zu sein, sieht sich selbst nicht in dieser Rolle, weil er eher der Mann für die leiseren (und wenigen) Töne ist. (dco)

Zur letzten Meldung vom 8. August 2020:

Bleibt Niklas Moisander Werder-Kapitän? Coach Kohfeldt will sich noch nicht festlegen

Neue Saison, neuer Kapitän? Diese Faustregel galt beim SV Werder Bremen zumindest in den vergangenen drei Spielzeiten. Auf Zlatko Junuzovic, der zu RB Salzburg wechselte, folgte 2018 Max Kruse. Auch Kruse verließ den Club bekanntlich nach einem Jahr als Spielführer in Richtung Istanbul. Nach Kruses Abgang übernahm Niklas Moisander die Binde.

Zwar ist aktuell nicht davon auszugehen, dass Niklas Moisander Werder Bremen in diesem Sommer verlässt, offen ist aber, ob der Finne in seine zweite Amtszeit als Kapitän der Grün-Weißen gehen wird.

„Ich bin mit Niklas sehr zufrieden, aber wie jedes Jahr werde ich den Kapitän erst zum Ende der Vorbereitung bestimmen und bekanntgeben“, sagt Florian Kohfeldt zur Kapitänsfrage. Und der Bremer Chefcoach liefert sogleich die passende Erklärung für sein Vorgehen: „Im Profifußball ist es einfach so, dass es jedes Jahr eine andere Konstellation innerhalb einer Gruppe, die sich gerade neu zusammenfindet, gibt.“

Werder Bremen: Ernennt Trainer Florian Kohfeldt einen anderen Spieler zum Kapitän?

Heißt: Kohfeldt will sich bei der Entscheidung Zeit lassen - und ganz genau überlegen. Alternativen stünden im Kader des SV Werder Bremen jedenfalls bereit: Da wäre als erstes Moisanders Stellvertreter Davy Klaassen zu nennen, der die Rolle in der vergangenen Katastrophen-Saison schon häufiger ausfüllte, weil der Finne verletzungsbedingt insgesamt nur 22 Mal in der Bundesliga auflaufen konnte. Vorstellbar wäre auch, dass Stürmer Niclas Füllkrug, der zu den Lautsprechern im Team zählt, oder der gereifte Maximilian Eggestein, dessen Wort in der Kabine ebenfalls Gewicht hat, in die Rolle des Kapitäns schlüpfen könnten.

Vor dem Trio Moisander, Kruse, Junuzovic herrschte bei den Werder-Spielführern übrigens wesentlich mehr Kontinuität: Von 2011 bis 2017 hatte Clemens Fritz, der Leiter Scouting und Profifußball der Grün-Weißen, das Kapitänsamt inne. Fritz folgte 2011 auf Torsten Frings, der inzwischen als Coach des SV Meppen arbeitet und bei den Bremern von 2009 bis 2011 die Binde trug. Noch länger im Amt als Fritz war Frank Baumann. Der heutige Bremer Sportchef führte das Team von der Weser gleich neun Jahre in Folge aufs Feld (2000-2009). (mwi)

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