Werder Bremen mit Remis gegen Hertha BSC

Mehr Glückstück als Glanzstück, aber Sargent zeigt: „Er ist halt da“

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Josh Sargent brachte Werder Bremen gegen Hertha BSC in der sechsten Minute in Führung.

Bremen – Nein, ein reines Glanzstück war sein Tor nicht. Eher ein Glückstück. Zwar war die Chance für Josh Sargent im Spiel des SV Werder Bremen gegen Hertha BSC fein herausgespielt, der Abschluss aber auch vom Zufall begünstigt.

Abgefälscht und im Bogen war der von dem Werder-Stürmer abgefeuerte Schuss über Hertha-Keeper Rune Jarstein ins Tor geflogen – es war ein Treffer, der zwar die Sargent-Geschichte der gesamten Woche abrundete, der aber nicht reichte, um den US-Nationalspieler auch zum Matchwinner zu machen. Doch das lag mehr an der Chancenverwertung der Kollegen als an Josh Sargent. Er hatte früh geliefert, in Minute sieben getroffen. Und das wertete Werder-Trainer Florian Kohfeldt nach dem 1:1 zwischen Werder Bremen und Hertha Berlin als weiteres Indiz für die fortschreitende positive Entwicklung des 19-Jährigen – zumal die Rahmenbedingungen schwierig waren.

Werder Bremen: Josh Sargent hatte nur minimale Vorbereitung 

Sie bestanden aus dem Länderspieltrip in die USA und Kanada, aus tausenden Flugkilometern noch am Donnerstag, aus einer minimalen Vorbereitung auf das Spiel, aus dem Jetlag, den Club und Spieler mit einem an die Europazeit angepassten Schlafrhythmus so gut es geht abzufedern versuchten. Das ist in der Gesamtheit nicht der Nährboden, auf dem Helden wachsen. Sargent war am Samstag auch – trotz des Tores – weit von einer solchen Rolle entfernt. „Man kann ja jetzt nicht sagen, dass es eine Josh-Sargent-Gala war“, ordnete Werder-Coach Florian Kohfeldt dessen Leistung inklusive seines zweiten Saisontors sachlich ein, „aber er war halt da, als es drauf ankam“.

So soll es sein bei einem Stürmer. Und Sargent, da ist sich Kohfeldt sicher, wird diese eine Aktion weiter geholfen haben, ein Selbstverständnis zu entwickeln, wie es gute Angreifer brauchen: „Das Spiel wird ihm das Gefühl geben, dass er in jedem Bundesliga-Spiel seine Aktionen bekommt und ein Tor schießen kann.“ Also auch, wenn er gerade noch über den großen Teich geflogen ist.

Werder Bremen: Josh Sargent ist noch ein Teenager

Josh Sargent ist noch ein Teenager, für ihn sind diese Situationen relativ neu. Er hat im Umgang mit dem Reisestress und eng getakteten Partien nicht die Erfahrungen eines 30-Jährigen. Im Moment fliegt er im Vier-Wochen-Rhythmus hin und her, auch im November wird es so sein, der internationale Spielkalender verlangt es. „Das macht es schon problematisch für uns. Aber er muss Erfahrungen damit sammeln – und wir auch“, meint Kohfeldt. Das Hertha-Spiel war eine solche Erfahrung, eine positive sogar. Wenngleich nicht verschwiegen werden darf, dass das Tor Sargents die auffälligste, fast schon einzige Szene blieb. „Nach 60 Minuten war er dann auch fix und fertig, das Programm zehrt schon an ihm“, so Kohfeldt. Nach 74 Minuten nahm er den Stürmer dann vom Platz. Job erledigt.

Sargent selbst sprach hinterher von einer „langen Woche für mich“, aber auch davon, dass er sich auf dem Platz gut gefühlt habe. Was sonst soll er auch sagen? „Ich bin den Jetlag schnell losgeworden. ich habe geschlafen und bin einfach zurück in den normalen Rhythmus.“ (kni)

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So etwas gibt es wahrscheinlich nur beim SV Werder Bremen: Erfolgs-Trainer Thomas Schaaf, der mit dem Club 2004 das Double holte, ist nun Assistent von U23-Coach Konrad Fünfstück in der Regionalliga Nord.

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