Enger Jubel in Coronavirus-Krise

Werder-Trainer Florian Kohfeldt ärgert sich über Hertha-Coach Bruno Labbadia

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Florian Kohfeldt, Cheftrainer des SV Werder Bremen (li.), ist nicht glücklich mit den Jubelszenen der Hertha aus Berlin und den anschließenden Aussagen von Coach Bruno Labbadia.

Bremen – Der sehr enge Torjubel der Hertha-Profis beim 3:0-Sieg in Hoffenheim hat in Zeiten der Coronavirus-Krise für große Diskussion gesorgt – in der Bundesliga, aber auch in der Politik. Florian Kohfeldt, der Coach des SV Werder Bremen, hat dazu ebenfalls eine klare Meinung und kritisiert dabei seinen Berliner Kollegen Bruno Labbadia.

„Ich kann die Aussage von Bruno durchaus verstehen, der sagt: ,Na ja, das ist Fußball.' Ganz verbieten ist auch schwierig“, sagte Florian Kohfeldt in einer Video-Pressekonferenz über Hertha-Trainer Bruno Labbadia und erklärte: „Aber andersherum bringt Bruno damit jeden anderen Trainer wieder in Erklärungsnot. Denn es wurden nun mal Vorgaben missachtet, die relativ klar sind. Das wird dann schon zum Problem im Umgang mit der Mannschaft.“

Werder Bremen-Trainer Florian Kohfeldt wenig begeistert von Hertha-Jubel in Coronavirus-Krise

Die Berliner hatten beim Torjubel die gewünschte Zurückhaltung vergessen – übrigens als einziger Club beim Re-Start am Samstag. „Emotionen kann man wirklich nicht verstecken. Ich habe unseren Doktor vor dem Spiel gefragt, ob das Tor zählt, wenn man das macht. Das war für mich das Allerwichtigste“, berichtete anschließend Kapitän Vedad Ibisevic. Und Bruno Labbadia merkte an: „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Wir sind alle getestet worden und umarmen uns nur selber und nicht den Gegner.“

Es ist nicht das erste Mal, dass die Berliner aus der Reihe tanzen. Salomon Kalou hatte in einem Facebook-Video aus der Kabine Anfang Mai gezeigt, wie locker der Verein in der Hauptstadt ganz offensichtlich mit den Hygieneregeln umgeht. Daraufhin war der Spieler suspendiert worden, seine Kollegen zeigten sich davon nun allerdings wenig beeindruckt.

Werder Bremen: Florian Kohfeldt lobt Einhaltung der Corona-Regeln

Anders die Situation bei Werder Bremen vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. „Die Jungs haben sich seit dem ersten Tag an alles gehalten“, betonte Florian Kohfeldt in Bezug auf sein Team: „Wir sind definitiv eine der Bundesliga-Mannschaften, die sich sehr, sehr akribisch an alle Vorgaben halten, sowohl seitens des Gesetzgebers als auch der DFL. Da kann ich den Jungs und dem Staff nur ein großes Kompliment machen.“ Und der 37-Jährige geht auch fest davon aus, dass es nicht zu irgendwelchen Vorfällen kommen wird. Am Samstagabend sei darüber noch einmal ausführlich mit der Mannschaft gesprochen worden. „Unser Hygienebeauftragter Dr. Daniel Hellermann ist da sehr akribisch. Ich als Trainer habe es aber auch noch mal klar formuliert. Denn es liegt am Ende auch an dem in der sportlichen Verantwortung stehenden Person, der Sache die richtige Bedeutung zu verleihen.“

Marcus Söder dürfte das gefallen. Der bayerische Ministerpräsident war vom Berliner Torjubel ebenfalls wenig begeistert und nahm die Deutsche Fußball-Liga (DFL) im „Doppelpass“ von Sport1 in die Pflicht: „Die Liga wird noch mal nachschärfen, da bin ich relativ sicher, um das klarer zu machen. Der Fußball hat eine extreme Vorbildfunktion in jeder Beziehung.“ (kni)

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