Nach Baumann-Aussage

Kritischer Klaassen: „Was heißt dominant?“

Davy Klaassen ist mit seiner Hinrunde bei Werder Bremen sehr unglücklich.
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Davy Klaassen ist mit seiner Hinrunde bei Werder Bremen sehr unglücklich.

Palma – Als Davy Klaassen am Ende seines Medientermins auf Mallorca gefragt wird, ob er noch auf eine EM-Teilnahme hoffe, da ist der Profi des SV Werder Bremen etwas irritiert.

„Ich war lange nicht mehr dabei. Ich bin auch nicht in meiner besten Situation. Es wäre jetzt nicht gut, daran zu glauben, dass ich eine Chance habe“, sagt der Niederländer und lebt damit vor, was im Abstiegskampf extrem wichtig: erst der Verein, dann das eigene Ego.

Für den 26-Jährigen ist die aktuelle Lage bei Werder Bremen besonders unschön. Vor einigen Wochen hatte er noch behauptet, die Mannschaft sei zu gut für den Abstiegskampf. Diese Worte holen ihn nach dem Sturz auf Rang 17 jetzt ein. „Das ist mir egal“, betont er: „Ich sage, was ich in dem Moment denke, und nicht das, was die Leute hören wollen. Nur, wenn ich das jetzt immer noch sagen würde, wäre es blöd.“ Denn inzwischen ist auch Davy Klaassen im Abstiegskampf angekommen: „Wenn wir so weiterspielen, wird es schwierig.“

Werder Bremen: Davy Klaassen „noch unzufriedener als jeder Fan“

Doch das Vertrauen in die Mannschaft und Trainer Florian Kohfeldt ist weiterhin groß. Klaassen lobt die gute Chemie im Team. Die müsse aber auch genutzt werden, um noch deutlicher Fehler anzusprechen. „Es war nicht alles direkt super“, sagt er zum mageren 2:2 im Test gegen Drittligist AC Monza: „Da müssen wir auch realistisch sein: Es geht nicht, von ganz unten zu kommen und auf einmal wieder top zu spielen. Natürlich ist das frustrierend, aber es geht eben nur Schritt für Schritt.“

So sieht er das auch bei sich selbst. „Ich bin noch unzufriedener als jeder Fan“, sagt er mit Blick auf seine Hinrunde. Dass Sportchef Frank Baumann dominante Typen im Kader vermisst, kann Klaassen nicht wirklich nachvollziehen: „Was heißt dominant? Früher gab es viele Führungsspieler, die rumgeschrien haben. Ich glaube nicht, dass das hilft. Natürlich musst du vorangehen. Aber am Ende zählt die Qualität.“ (kni/csa)

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