Werder Bremen hat Kaufpflicht für Selke

Werder bei Davie Selke zu überteuertem Kauf verpflichtet

Davie Selke kam im Winter von Hertha BSC zum SV Werder Bremen.
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Davie Selke kam im Winter von Hertha BSC zum SV Werder Bremen.

Bremen - Viel besser hätte es für ihn nun wirklich nicht losgehen können: Im ersten Spiel an einem Tor beteiligt, im zweiten dann selbst getroffen – Davie Selke hat beim SV Werder Bremen zu Jahresbeginn einen Einstand nach Maß gefeiert.

„Wegen solcher Abende bin ich froh, dass ich wieder hier in Bremen bin“, sagte der Stürmer Anfang Februar, nachdem er während des 3:2-Erfolgs im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund das frühe 1:0 für Werder Bremen markiert hatte. Was Davie Selke in diesem Moment noch nicht wissen konnte: Besser sollte es für ihn bis zum Saisonende nicht mehr werden.

Es folgten zehn Einsätze in der Bundesliga, in denen der 25-Jährige torlos blieb. Am letzten Spieltag gegen Köln sowie in der Relegation gegen Heidenheim – in der für Werder so heißen Schlussphase also – verzichtete Trainer Florian Kohfeldt sogar freiwillig auf Selke, berief ihn erst gar nicht mehr in den Kader. Was die Rückholaktion des Stürmers plötzlich in einem anderen ganz Licht erscheinen ließ: Hat sich Werder Bremen bei Davie Selke etwa verzockt?

Werder Bremen-Transfers: Davie Selke zu teuer?

Nur zur Erinnerung: Den 1,94-Meter-Mann, der schon zwischen 2013 und 2015 das Bremer Trikot getragen hatte, hat Werder Bremen in der Winterpause bis zum 30. Juni 2021 von Hertha BSC ausgeliehen. Sollten die Grün-Weißen dann noch erstklassig sein, greift eine Kaufverpflichtung in Höhe von zehn Millionen Euro. Die Summe könnte sogar noch bis auf 15 Millionen Euro ansteigen, sollte Werder etwa das internationale Geschäft erreichen. 

Das Problem für die Bremer: Als Werder Davie Selke im Winter ausgeliehen hat, betrug der Marktwert des Werder-Profis noch stolze zehn Millionen Euro (Quelle: „transfermarkt.de“). Auf dieser Basis wurde der Deal fixiert. Nach einer schwachen Rückrunde in Bremen und natürlich auch wegen der Corona-Krise ist Selkes Wert inzwischen jedoch auf fünf Millionen Euro gesunken, sodass die Bremer nach heutigem Stand im kommenden Jahr einen komplett überteuerten Stürmer kaufen müssten.

Werder Bremen: Soll der Leihvertrag von Davie Selke juristisch geprüft werden?

Der Fernsehsender „Sky“ hatte kürzlich berichtet, bei Werder Bremen gäbe es intern Überlegungen, den Leihvertrag mit der Hertha juristisch noch einmal überprüfen und gegebenenfalls anfechten zu lassen. Argument: Durch ein nicht vorhersehbares Ereignis (Corona) habe sich die Grundlage, von der man bei Vertragsabschluss ausgegangen war, dramatisch verändert. Tatsächlich müssen alle Clubs mit erheblichen finanziellen Einbußen leben. Dass Werder in einer so angespannten Situation im nächsten Sommer 15 Millionen Euro für einen Spieler bezahlt, klingt da fast hanebüchen. Zum Vergleich: Für Davy Klaassen, den teuersten Transfer der Vereinsgeschichte, hatten die Bremer im Sommer 2018 insgesamt 13,5 Millionen Euro bezahlt.

Werder Bremen: Frank Baumann fädelte Deal mit Davie Selke ein

Vor diesem Hintergrund wäre es nicht überraschend, wenn sie im Club nach juristischen Schlupflöchern suchten. Laut Sportchef Frank Baumann, der den Selke-Deal eingefädelt hatte, ist das aber nicht der Fall: „Das ist mir nicht bekannt. Die Meldung kann ich nicht bestätigen“, sagte der 44-Jährige am Freitag – und lenkte das Thema schnell wieder auf den sportlichen Aspekt: „Wir sind froh, dass Davie bei uns ist. Erstmal ist er noch für eine Saison ausgeliehen, und dann werden wir sehen, was kommt.“

Theoretisch, auch das soll nicht unterschlagen werden, ist es ja auch möglich, dass Davie Selke nach einer kompletten Vorbereitung mit der Mannschaft plötzlich durchstartet, zum Torjäger wird – und seinen Marktwert dadurch wieder in die Höhe treibt. Nach den bisherigen Eindrücken ist das im Sommer 2020 aber eher Wunschdenken. (dco)

Unterdessen ist in Nabil Bentaleb der Ex-Wunschspieler des SV Werder Bremen wieder auf dem Transfermarkt.

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