Kohfeldt hofft weiter auf das Besondere seines Edel-Jokers

Kohfeldt lobt Werder-Legende: „Pizarro hat uns wieder gutgetan“

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Claudio Pizarro will gegen den VfL Wolfsburg endlich seinen ersten Saisontreffer für den SV Werder Bremen bejubeln.

Bremen – Der SV Werder Bremen und Claudio Pizarro warten in dieser Saison immer noch auf ein Joker-Tor. Dabei war Trainer Florian Kohfeldt nach der Vorsaison und 14 Treffern von eingewechselten Spielern schon ein goldenes Händchen nachgesagt worden.

Doch dieser Impuls von außen ist längst nicht mehr so effektiv. Das liegt freilich auch am Verletzungspech und den fehlenden Alternativen für Kohfeldt auf der Bank. Aber auch ein Claudio Pizarro liefert längst nicht mehr so spektakulär ab. Dazu sorgte der 41-Jährige mit einer unglücklichen Szene gegen den FC Schalke für viel Gesprächsstoff. Die „Bild“-Zeitung erfand den „OPI-zarro“. Es wurde diskutiert, ob der Sturm-Oldie des SV Werder Bremen vielleicht doch schon zu alt für die Bundesliga ist.

Claudio Pizarro bei Werder Bremen auch gegen den VfL Wolfsburg fest als Joker eingeplant

„Die Berichterstattung habe ich nicht verfolgt“, behauptet Kohfeldt und fügt noch grinsend an: „Ich kann ganz sicher sagen, dass Claudio ein Spieler ist, der gar nichts liest.“ Dieses leichte Ruckeln am Denkmal wird Pizarro also nicht spüren, sondern unbeeindruckt positiv weitermachen. Und er ist dabei von Kohfeldt fest als Edel-Joker eingeplant. 

„Gegen Schalke habe ich ihn eine halbe Stunde lang gebracht. Und Claudio ist auch für Wolfsburg in dem Zustand, eingewechselt zu werden“, sagt der Coach und richtet sich direkt an mögliche Kritiker: „Nicht vergessen: Claudio hat gegen Schalke das Tor vorbereitet, er hatte eine zweite Großchance. Er hat uns wieder sehr gutgetan.“ Nach Pizarros Flanke war der Kopfball von Theodor Gebre Selassie abgewehrt worden, danach staubteYuya Osako zum 1:2-Endstand ab.

Werder Bremen: Gegen den VfL Wolfsburg trifft Claudio Pizarro besonders gerne

Aber auch Kohfeldt war natürlich dieser eine Moment nicht entgangen, als Pizarro nach einem Solo im Strafraum plötzlich einknickte, als würde ihm die Kraft fehlen. Bei einem 41-Jährigen wird das dann schnell als Altersschwäche interpretiert. Doch da widerspricht Kohfeldt energisch: „Die Szene sehe ich so, dass er sich erst mal in eine überragende Position bringt, was kaum ein anderer Spieler bei uns schafft. Dann wäre es schön gewesen, wenn er den Ball reingeschoben hätte. Das ist das einzige, was ich ihm da vorhalte.“

Vielleicht klappt es ja im Spiel des SV Werder Bremen beim VfL Wolfsburg mit dem ersten Pizarro-Tor der Saison. Der Gegner liegt ihm jedenfalls, 13 Tore stehen gegen die Wölfe in seiner Bundesliga-Bilanz. Nur gegen den Hamburger SV (19) und Hertha BSC (15) war der Peruaner noch erfolgreicher. (kni)

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Claudio Pizarro: Werder-Legende mit schwachem Moment

Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Trotz allem, möchte man sagen. Bei Claudio Pizarro war in diesem Moment gründlich etwas schiefgelaufen, dennoch nahm er es mit Humor. Auf den Tribünen regte sich dagegen ein düsterer Gedanke: Ist das noch der Claudio Pizarro, den die Fans des SV Werder Bremen mittlerweile seit zwei Jahrzehnten bewundern?

Die Zweifel daran kamen auf am Samstag im Spiel des SV Werder Bremen gegen Schalke 04 – und das hatte überhaupt nichts mit den plötzlich blonden Haaren von Claudio Pizarro zu tun. Sondern mit der Szene in der 65. Minute: Pizarro kam im Schalker Strafraum an den Ball, suchte den Abschluss, sah die Lücke aber nicht. Er dribbelte parallel zum Tor, versuchte einen Haken – und knickte dann beim Schussversuch ein, als würde ihm die Kraft fehlen. 

Was natürlich nicht sein konnte, weil der 41-Jährige zu diesem Zeitpunkt erst seit neun Minuten auf dem Platz stand. Es sah jedoch sehr unglücklich aus, wie Pizarros Aktion endete. Ungelenk und überhaupt nicht Legenden-like. Frei heraus gesagt: In diesem einen Augenblick wirkte der Torjäger so, wie er es bisher gut hat vermeiden können: wie ein Fußballer jenseits der 40.

Werder Bremen: Claudio Pizarro wirkte erstmals wie ein Fußballer jenseits der 40 Jahre

Und obwohl nach zwei Monaten mit nur fünf Einsatzminuten etwas mehr Claudio Pizarro unter dem Trikot steckt als sonst, war der Peruaner immer noch in der Lage, dem Spiel des SV Werder Bremen etwas zu geben. Siehe die Flanke auf Theo Gebre Selassie, die Ausgangspunkt des Bremer Anschlusstreffers durch Yuya Osako war. Siehe seine eigene Großchance in der 77. Minute, als er den Ball volley nahm, aber über das Tor jagte.

Den Kontrast dazu bildete freilich das Einknicken beim Schussversuch. Werder-Coach Florian Kohfeldt wollte dies aber nicht überbewerten. Eigentlich wollte er es gar nicht bewerten. „Claudio ist fit“, sagte der Trainer, „aber natürlich nicht mehr so fit wie mit 21. Doch das ist nur natürlich.“ Dem Bremer Offensivspiel habe er dennoch „gutgetan“, urteilte Kohfeldt.

Werder Bremen: Einwechslungen von Claudio Pizarro sind magische Momente

Die 34 Minuten, die Claudio Pizarro gegen Schalke auf dem Platz stand, sind für den Torjäger neuer Saisonrekord. In den sieben Einsätzen zuvor hatte er gerade mal doppelt so viele Minuten gesammelt. Seine Einwechslung, sonst ein magischer Moment im Weserstadion, war diesmal jedoch beinahe unbemerkt geblieben – untergegangen im Ärger über das gerade gefallene 0:2. (csa)

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„Nicht auf dem Abstellgleis“: Was kommt noch von Werder-Oldie Claudio Pizarro?

Sieben Einsätze, noch kein Tor, noch keine Vorlage - Claudio Pizarro ist in der laufenden Bundesliga-Saison, der letzten seiner Karriere, bisher noch nicht großartig beim SV Werder Bremen in Erscheinung getreten.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt ist sich aber sicher, dass sich das schon bald ändert: „Für mich steht er überhaupt nicht auf dem Abstellgleis“, sagt er und kündigt abermals an, dass Claudio Pizarro auch in diesem Jahr noch der Mann für die besonderen Momente werden kann.

Im Vorjahr gab es reichlich davon. Zwei schnelle Beispiele? Das Tor im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Dortmund. Das Tor im Liga-Auswärtsspiel in Berlin. Einmal mit Raffinesse, einmal mit Wucht, gelernt ist eben gelernt. Sieben Treffer waren es insgesamt, die der Peruaner, der Altmeister, am Ende in beiden Wettbewerben gesammelt hatte. Klar, dass die Hoffnungen der Verantwortlichen und Fans des SV Werder Bremen auf den nächsten Frühling in Pizarros nie enden wollender Karriere auch in dieser Saison groß, ja nahezu unstillbar ist.

Werder Bremen: Claudio Pizarro gegen Schalke 04 wieder wichtig?

„Fit ist er“, sagt Kohfeldt im Herbst 2019 über den 41-Jährigen, der sich während der laufenden Saison, anders als im Vorjahr, schon mit dem einen oder anderen Wehwehchen herumplagen musste. Deswegen hat Pizarro das Spiel in Leverkusen verpasst, deswegen kam er gegen Freiburg nicht zum Einsatz. „Gegen Freiburg war er nur im Kader, weil wir 20 Mann mitnehmen dürfen und seine Präsenz immer gut ist“, erklärt Kohfeldt. „Es war aber null komma null geplant, dass er einen Einsatz kriegt.“ In Gladbach sah das anders aus, da war es am Ende eine sportliche Entscheidung, die Pizarro um das 480. Bundesligaspiel seiner Karriere brachte. Kohfeldt: „Das Spiel hat es aus meiner Sicht nicht hergegeben.“

Nun also Schalke 04, der nächste Spieltag, die nächste Gelegenheit für einen dieser Pizarro-Momente. Danach sind es dann nur noch 22 Partien, von denen Werders Vereinslegende ganz sicher nicht jede bestreiten wird. „Er wird kein Stammspieler mehr werden, der mal sechs, sieben Einätze hintereinander macht“, sagt Kohfeldt. „Das weiß er, das weiß ich.“ (dco)

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Werder-Coach Kohfeldt über Claudio Pizarro: „Er ist immer noch viel zu gut“

Ein Zufall war es ganz sicher nicht. Allein schon deshalb, weil Werder Bremen im Jahr 2019 fast nichts mehr dem Zufall überlässt – und weil es zudem ganz einfach naheliegend ist, den Spieler mit der größten Strahlkraft, dem größten Charisma im Kader auf einen Abend für Geschäftspartner und Sponsoren zu schicken. Und so kam es, dass Claudio Pizarro zur fünfköpfigen Profi-Delegation gehörte, die sich gestern Abend im Hansezelt auf dem Bremer Freimarkt tummelte, dort beim Empfang „Ischa Werder“ Small-Talk hielt, gut aussah.

Strahlende Augen, charmantes Lächeln – Claudio Pizarro war der Pizarro, den man in Bremen kennt und liebt. Sportlich trifft das in dieser Saison bisher noch nicht zu. Auch das war Thema, als der Peruaner und sein Trainer Florian Kohfeldt nacheinander über den Roten Teppich ins Zelt schritten, dabei den Medien Rede und Antwort standen.

Zwar kam der Stürmer in sieben von bisher acht Bundesliga-Spielen zu Kurzeinsätzen – 67 Minuten stand er dabei insgesamt auf dem Platz –, die großen Pizarro-Momente, die es in der Vorsaison gegeben hatte, waren aber noch nicht dabei, kein Tor, keine Vorlage, was natürlich auch Kohfeldt nicht entgangen ist. „Das Entscheidende bei Claudio ist, dass er in einen guten Trainingsrhythmus kommt“, sagte der Trainer. Und genau diesen Rhythmus hat der Altmeister des SV Werder Bremen in seiner allerletzten Bundesliga-Saison noch nicht gefunden.

SV Werder Bremen: Claudio Pizarro gegen Bayer Leverkusen dabei?

Richtig verletzt war Claudio Pizarro zwar nicht, musste aber wegen verschiedener Wehwehchen kürzer treten. Eine Erkältung, Rückenprobleme, eine Reizung im Knie, solche Sachen. „Claudio muss nicht jedes Mannschaftstraining mitmachen, das ist gar nicht das Thema. Aber er muss jede Woche Belastungsspitzen setzen können, sich richtig auf die Spiele vorbereiten. Das war in den vergangenen Wochen aus verschiedenen Gründen nicht möglich“, erklärte Kohfeldt und schickte direkt hinterher: „Bald werden wir wieder diese fast schon berühmten 20 Pizarro-Minuten haben. Da bin ich mir sicher.“

Der Angreifer selbst, seit Anfang Oktober 41 Jahre alt, glaubt das auch. Einfach, weil er immer an sich glaubt, die Dinge grundsätzlich positiv sieht. „Mir geht es schon viel besser“, sagte Claudio Pizarro auf dem Freimarkt und erklärte, dass der Donnerstag im Hinblick auf das Auswärtsspiel gegen Bayer Leverkusen (Samstag, 18.30 Uhr) ein ganz wichtiger Tag für ihn wird: „Ich habe zuletzt individuell trainiert, aber Donnerstag gehe ich wieder mit der Mannschaft raus und steigere die Belastung. Dann wird sich zeigen, ob ich gegen Leverkusen dabei sein kann.“ Daraus wurde nun allerdings nichts. Der Peruaner verpasste die Einheit, trainierte lediglich individuell. Ob Claudio Pizarro Werder Bremen im Spiel gegen Bayer Leverkusen zur Verfügung stehen wird, soll sich beim Abschlusstraining am Freitag entscheiden.

SV Werder Bremen: Claudio Pizarro kann mehr als ein Edeljoker sein, sagt Florian Kohfeldt

Schlecht wäre das für Werder Bremen ganz sicher nicht. Schließlich ist die Werkself einer der Lieblingsgegner Pizarros. In seiner Laufbahn hat er 15 Ligaspiele gegen Leverkusen bestritten, dabei elf Tore erzielt. Allein drei davon für Werder im Rückspiel der Saison 2015/2016, womit er sich als damals 37-Jähriger zum ältesten „Dreierpacker“ der Ligageschichte krönte.

Kohfeldt übrigens, auch das hob der Trainer am Mittwochabend hervor, sieht in Pizarro, sofern dieser fit und im Rhythmus ist, noch immer mehr als nur den Edeljoker, der das Weserstadion bei der Einwechslung eskalieren lässt. „Wenn er die Fitness hat, ist er auch ein Startelf-Kandidat. Für alles andere ist er immer noch viel zu gut.“ Bis dahin bleibt die Jokerrolle. Und die des Aushängeschilds eines ganzen Clubs, zuletzt einmal mehr mit Bravour erfüllt am Mittwochabend auf dem Freimarkt. (dco/csa)

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