Nicht ganz ernst gemeintes Gedankenspiel

Ticket-Debatte um Ex-Werder-Stars: Wenn jeder eine Dauerkarte bekäme...

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Mario Basler genehmigt sich beim Abschiedsspiel für Ailton vor der Ecke noch einen Schluck. Würde er eine Ehren-Dauerkarte bekommen?

Rigobert Gruber ist unzufrieden. Der Ex-Werder-Profi bemängelt, dass es für ehemalige Spieler des SVW schwierig sei, an Tickets für Heimspiele zu kommen. „Wenn man mal eine Karte brauchte, kam man sich wie ein Bettler vor. Wir haben einfach keinen festen Ansprechpartner“, moniert der frühere Libero gegenüber der „Kreiszeitung“. Werder-Manager Frank Baumann kündigte in dem Blatt unterdessen zwar ein Einlenken an, dennoch werde es „nicht so ganz einfach“, denn „das betrifft eine wirklich hohe Zahl von Spielern.“ Wir haben mal durchgezählt, wie viele da ein Anrecht geltend machen könnten und sind auf eine gewaltige Menge an nötigen Dauerkarten gekommen. Aber Vorsicht: Die Geschichte meinen wir natürlich nicht ganz so ernst.

Mal angenommen, jeder Ex-Profi, der mal in Grün-Weiß auf dem Platz gestanden hat, bekäme für jede Partie in der Bundesliga eine Freikarte – so zunächst das Gedankenspiel von Baumann selber. Wobei: „Wir müssten jedem eigentlich auch zwei Karten geben. Denn wer geht schon gerne allein ins Stadion?“, gibt Baumann noch zu bedenken. Was für ein finanzieller Brocken wäre das für Werder...

Wir reduzieren die Zahl der möglichen Abnehmer mal auf die Spieler, die für Werder seit Einführung der Bundesliga zum Einsatz kamen. Das lässt sich leicht mit Statistik-Portalen wie etwa Transfermarkt.de nachvollziehen. Abzüglich derer, die nicht mehr unter uns weilen und derer, die aktuell noch an der Weser aktiv sind. Und mal vorausgesetzt, dass Ex-Spieler wie Aaron Hunt sich momentan nicht unbedingt eine Werder-Dauerkarte gönnen würden, fallen auch die noch anderswo aktiven Ex-Werderaner aus der Rechnung raus. Selbst dann kommen wir zwischenzeitlich noch auf etwa 225 ehemalige Spieler, denen im besten Fall zwei Dauerkarten zustehen würden.

Sollte man dann vielleicht noch eine Hürde einfügen, wonach nur Ex-Profis mit einer bestimmten Anzahl an Spielen berücksichtigt würden. Vielleicht nur diejenigen, die mehr als 100-mal für Werder in der Bundesliga aktiv waren? Auch hier hätten wir noch an die 70 Kandidaten, wobei ein Hany Ramzy, Mario Basler oder eben auch Rigobert Gruber da noch gar nicht dabei wären. Und nun? Braucht Werder einen einigermaßen unabhängigen Experten, der von Fall zu Fall entscheidet, wem eine Ehren-Dauerkarte zusehen könnte. Ähnlich läuft das beim Hamburger SV, wo sich „Abendblatt“-Reporter Dieter Matz um solche Belange kümmert.

Konkrete Gedankenspiele bei Baumann: Wie beim „CdN“

Schon jetzt gilt, dass alle Ehrenspielführer fix zwei Dauerkarten bekommen. Baumann ergänzt: „Auf Wunsch bekommt eine gewisse Anzahl weiterer Spieler ebenfalls Karten für einzelne Spieler.“ Denkbar wäre da ein Modell wie beim „Club der Nationalspieler“ (CdN). Eben das Spieler mit einer bestimmten Mindestanzahl an Einsätzen dabei sind. Im CdN sind es 75 Länderspiele, nach denen dem Ex-Kicker zwei Ehrenkarten für jedes Heim-Länderspiel zustehen.

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