FAQ zum bevorstehenden Delaney-Transfer: Wer kriegt das WM-Geld? Was kassiert Kopenhagen?

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Der bevorstehende Wechsel Thomas Delaneys von Werder zu Borussia Dortmund wirft einige Fragen auf. MEIN WERDER beantwortet sie.

Die Fifa schüttet Abstellungsprämien für alle WM-Teilnehmer an die Vereine aus. Wer bekommt nach einem Wechsel zu Borussia Dortmund das Geld für Thomas Delaney, der mit Dänemark zur Weltmeisterschaft nach Russland fährt?

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Entscheidend bei den Abstellungsprämien ist, wo der Spieler unter Vertrag steht. Wenn Delaney nach Dortmund wechselt, beginnt sein Kontrakt beim BVB am 1. Juli. Bis zum 30. Juni ist der Däne in jedem Fall offiziell ein Werder-Spieler. Werder kassiert also vom Beginn der Frist am 31. Mai bis maximal zum 30. Juni pro Tag rund 7200 Euro für Delaneys WM-Abstellung. Einen Tag nach dem Ausscheiden aus der Weltmeisterschaft zahlt die Fifa nicht mehr. Dänemark absolviert das letzte Vorrundenspiel am 26. Juni gegen Frankreich. Danach steht fest, ob die Dänen weiterkommen. Als Gruppensieger würden sie ihr Achtelfinale am 30. Juni bestreiten, als Gruppenzweiter am 1. Juli. Dann würde auch der BVB profitieren.

Inwiefern würde Delaneys Ex-Klub FC Kopenhagen an einem Wechsel nach Dortmund mitverdienen?

Die dänische Zeitung „Ekstra Bladet“ schrieb schon im April 2017, dass Kopenhagen mit 15 Prozent an einem Weiterverkauf Delaneys beteiligt wäre. Das handelten die Dänen mit Werder aus, als der Mittelfeldspieler im Januar 2017 nach Bremen wechselte. Solch eine Klausel ist im Fußballgeschäft üblich. So bekam Werder etwa 500.000 Euro, als der Ex-Bremer Marko Arnautovic 2017 von Stoke City zu West Ham United ging. Für Kopenhagen wird der bevorstehende Delaney-Deal nun deutlich lukrativer. Eine Ablösesumme von 20 Millionen Euro wird kolportiert. 15 Prozent davon sind drei Millionen Euro.

Im Januar 2017 verpflichtete Werder Delaney für eine Ablösesumme von zwei Millionen Euro aus Kopenhagen. Warum bekamen die Bremer den Nationalspieler derart günstig, obwohl er schon damals als bester Spieler der dänischen Liga galt?

Kopenhagens Trainer Stale Solbakken schrieb in seinem Buch „Löwenherz“ darüber, wie der Delaney-Wechsel zustande kam. Solbakken und Werders Sportchef Frank Baumann trafen demnach im Sommer 2016 eine mündliche Vereinbarung. Kopenhagen hatte damals als dänischer Meister die Qualifikationsspiele zur Champions-League-Gruppenphase erreicht und wollte unbedingt in die Königsklasse. Damit Delaney dabei noch mithelfen konnte, stimmte Werder zu, den Mittelfeldspieler erst in der Winterpause zu verpflichten. Im Gegenzug mussten die Bremer nur zwei Millionen Euro und nicht die eigentlich festgeschriebene Ablösesumme von vier Millionen Euro bezahlen. Solbakkens Plan ging auf: Kopenhagen kam in die Champions League. „Aber ich habe mich nicht gut gefühlt, als ich Delaney als Druckmittel gegen Werder Bremen eingesetzt habe“, gestand er in seinem Buch.

Müsste der BVB die Höhe der Delaney-Ablöse in einer Ad-hoc-Börsenmitteilung beziffern?

Börsennotierte Unternehmen wie der BVB sind dazu verpflichtet, Aktionäre über potenziell kursrelevante Nachrichten zu informieren. Darunter fallen besondere Transfers oder Verlängerungen mit wichtigen Entscheidungsträgern. Der Delaney-Kauf mit einer Ablösesumme von 20 Millionen Euro dürfte derart handelsüblich im Fußballgeschäft sein, dass große Kursbewegungen nicht zu erwarten sind. Anders war das bei den Verkäufen von Pierre-Emerick Aubameyang (für 63,75 Millionen Euro zum FC Arsenal) und Ousmane Dembélé (für 105 Millionen Euro zum FC Barcelona): In beiden Fällen gab der BVB Ad-hoc-Mitteilungen heraus.

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