Der Altmeister jagt weitere Bestmarken

Pizarro: Neue Chancen auf neue Rekorde

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Rekorde, Rekorde, Rekorde: Welche Bestmarken kann Claudio Pizarro in der kommenden Saison noch einheimsen?

Bremen/Papenburg – Plötzlich lag da ein Vertrag. Schon wieder einer, wird sich Claudio Pizarro gedacht haben.

Beim SC BW Papenburg hatten sie die schöne Idee gehabt, die Werder-Legende nach dem Testspiel am Sonntagabend ein bisschen zu locken. Ein Spaß natürlich, und Pizarro, der beim 4:1 zwar nicht gespielt hatte, als Ausgleich dafür aber gemeinsam mit Trainer Florian Kohfeldt die Pressekonferenz bestritt, lachte herzhaft darüber. Pizarro in Papenburg – was für eine Vorstellung!

Allerdings hatte der 40-Jährige wenige Stunden zuvor gerade bei Werder unterschrieben. Noch ein Jahr in Grün-Weiß – das bietet Pizarro auch die Chance auf noch mehr Rekorde. In der vergangenen Saison hatte er gleich dreimal die Bestmarke des ältesten Torschützen der Bundesliga-Geschichte verschoben – auf nun 40 Jahre und 227 Tagen. Doch damit ist das Ende wohl noch nicht erreicht. Pizarro wird weiter spielen, weiter treffen und weiter Rekorde aufstellen oder ausbauen.

Die Jokertore

Mit seinem Treffer gegen RB Leipzig sicherte Pizarro Werder Bremen am Samstag nicht nur den Sieg, sondern schloss in der Wertung der erfolgreichsten Einwechselspieler der Bundesliga auch zu Nils Petersen auf. Der Freiburger (und Ex-Bremer) stand vorher bei 21 und ist nun nicht mehr allein an der Spitze. Denn auch Pizarro hat jetzt 21 auf dem Konto – fünf davon erzielte er in der abgelaufenen Spielzeit. Bemerkenswert dabei: Die letzten drei Treffer brachten Werder vier Punkte.

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Die Einwechslungen

151 Einwechslungen – niemand ist so oft als Joker ins Spiel geworfen worden wie Pizarro. In dieser Wertung liegt der Bremer weit vor allen anderen. Der ehemalige Bayern-Star Mehmet Scholl kommt als Zweitplatzierter auf 123 Einwechslungen. Auf Rang drei folgt Mike Hanke, der bei seinen fünf Ex-Clubs Schalke 04, VfL Wolfsburg, Hannover 96, Borussia M’gladbach und SC Freiburg 122 Mal von der Bank kam.

Die Altersrekorde

Ältester Torschütze der Liga-Historie ist Pizarro schon, ältester Feldspieler wird er aber nicht mehr werden. Klaus Fichtel steht in dieser Kategorie mit 43 Jahren, 6 Monate und 2 Tage weit vorne. Außerdem sind auch die Torhüter Uli Stein (42 Jahre, 5 Monate, 19 Tage) und Toni Schumacher (42 Jahre, 2 Monate, 12 Tage) vor Pizarro, der also keine Chance hat, mit nur noch einer weiteren Saison noch in die Top 3 vorzustoßen. Aber: Mit 40 Jahren und 227 Tagen ist er seit dem Wochenende der älteste Spieler, der jemals für Werder in der Bundesliga gespielt hat.

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Die Ausländer-Einsätze

472 Einsätze – kein anderer Profi ohne deutschen Pass hat hat häufiger in der Bundesliga gespielt als Pizarro. Und der Vorsprung auf noch aktive Verfolger ist gewaltig. Vedad Ibisevic von Hertha BSC steht bei 315 Partien, Lukasz Pisczczek von Borussia Dortmund bei 292 und Robert Lewandowski von Bayern München bei 290. Heißt: Der Bosnier Ibisevic, der mit 34 Jahren gerade nochmal um eine Saison in Berlin verlängert hat, müsste noch weitere vier Jahre in der Bundesliga bleiben, um überhaupt eine Chance zu haben, Pizarro einzuholen. Und Bayern-Torjäger Lewandowski kann fünf Jahre lang jedes Spiel absolvieren und würde immer noch hinter dem aktuellen Wert des Peruaners bleiben.

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Die Torrekorde

Einen wertvollen Rekord hat Robert Lewandowski allerdings von Pizarro übernommen. Mit 202 Toren ist der Pole mittlerweile der erfolgreichste ausländische Torschütze der Liga. Pizarro folgt mit 197 Treffern – davon 107 im Trikot von Werder. Natürlich ist er damit der erfolgreichste Bremer Torjäger aller Zeiten. Und noch etwas: Pizarro hat in 21 Kalenderjahren in Folge in der Bundesliga mindestens ein Tor erzielt. Damit hat er sich vor den bisherigen Rekordhalter Klaus Fischer (ehemals Schalke 04) gesetzt. Er kam auf 20 Jahre.

Für den SC BW Papenburg spielen diese Rekorde natürlich keine Rolle. Der vorbereitete Vertrag blieb am Sonntag blanko, der Gag war damit aber noch nicht vorbei. Dann eben Max Kruse, meinte der Vereinsboss. Der habe ja schließlich noch keinen neuen Club. Doch da warnte Werder-Coach Florian Kohfeldt: „Dann müsst ihr aber vorher Zahlen eintragen, sonst wird’s gefährlich...“

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