Weltcup im Riesenslalom 

Zweite in Ofterschwang: Rebensburg hakt Olympia-Enttäuschung ab

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Viktoria Rebensburg nimmt Kurs auf die kleine Kristallkugel. 

Olympia abgehakt, Kristall im Blick: Nach Platz zwei in Ofterschwang hat Viktoria Rebensburg den Gesamtsieg im Riesenslalom vor Augen. 

Ofterschwang - Viktoria Rebensburg saß schwer atmend im weichen Allgäuer Schnee und blickte hinauf zum Ofterschwanger Horn. Dort raste Ragnhild Mowinckel als letzte Starterin des Weltcup-Riesenslaloms zu Tal, die 6000 Zuschauer, die Rebensburg gerade noch ins Ziel gebrüllt hatten, hielten für einige Momente den Atem an. Doch sie drückten Rebensburg vergeblich die Daumen.

0,66 Sekunden Rückstand auf Mowinckel, Platz zwei hinter der Norwegerin, der Gesamt-Triumph in ihrer Paradedisziplin vertagt aufs Weltcup-Finale am 18. März in Are/Schweden - Rebensburg war enttäuscht. "Ich wäre beim Heim-Rennen in Ofterschwang ganz gerne ganz oben gestanden und hätte nichts dagegen gehabt, wenn die Kugel jetzt schon gesichert wäre", sagte sie.

Der Gesamtsieg ist nur noch Formsache

Erst einige Minuten später, nach einer herzlichen Umarmung von Cheftrainer Jürgen Graller und der Siegerehrung, setzte sich bei Rebensburg der Stolz auf die eigene Leistung durch. "Das war eine sehr gute Vorstellung, die Viktoria hat mit dem Gelände gespielt", lobte Graller, und Rebensburg meinte: "Platz zwei, das ist cool, ich bin sehr glücklich."

Zumal der dritte Gesamtsieg in ihrer Paradedisziplin nach 2011 und 2012 nurmehr Formsache ist. Rebensburg geht mit 92 Punkten Vorsprung auf Weltmeisterin Tessa Worley in die Entscheidung, bei einem Sieg der Französin würde Rang 15 reichen. "Es schaut ganz gut aus", sagte Rebensburg, die Kugel würde ihr "sehr viel bedeuten, das ist die ehrlichste Trophäe".

Shiffrin vor Sieg des Gesamtweltcups

Titelverteidigerin Mikaela Shiffrin dagegen reichte ihr dritter Platz zum erneuten, vorzeitigen Sieg im Gesamtweltcup. "Es ist unglaublich, das Gefühl ist schwer zu beschreiben", sagte sie: "Es war ein Kampf in meinem Kopf, worauf ich den Fokus lege - Olympia oder den Weltcup." 

Bei den Winterspielen gewann sie Gold und Silber, jetzt, vier Tage vor ihrem 23. Geburtstag zum zweiten Mal die große Kristallkugel. "Das größte Ziel ist erreicht, jetzt kann ich die letzten Rennen genießen", sagte Shiffrin, die im Slalom am Samstag die nächste Kugel gewinnen kann.

Rebensburg will die Saison rund machen

Von einem letzten, ihrem vierten Saisonsieg, träumt auch Rebensburg. "Ich habe die Saison mit einem Sieg begonnen (in Sölden, d.Red.) - und ich möchte sie mit einem Sieg beenden", sagte sie nach ihrer siebten Podestfahrt in diesem Winter. 

Dass sie das "Stockerl" ausgerechnet in Südkorea verpasst hatte, nagte an ihr, das gab sie in Ofterschwang zu. "Ja, es hat weh getan", sagte sie, "als es vorbei war, kam alles nochmal hoch wie in einem Film..." Dieser aber, betonte die 28-Jährige, sei "jetzt vorbei".

Beachtliches Comeback von Hronek

Zu Ende schien auch die Ski-Karriere von Veronique Hronek nach dem dritten Kreuzbandriss im linken Knie Ende 2015. Am Freitag, über drei Jahre nach ihrem bislang letzten Weltcup-Rennen, gab die 26-Jährige aus Unterwössen als 24. ein achtenswertes Comeback.

"Das war eine starke Leistung", sagte Rebensburg, Hronek meinte sichtlich bewegt: "Ich bin so happy, einfach nur glücklich." Die letzten drei Jahre seien "wirklich sehr, sehr hart" gewesen, ergänzte sie: "Ich habe ans Aufhören gedacht".

sid

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