Vielversprechend zurück

Nah am Stallrivalen: Wehrleins Auftakt zum Renncomeback

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Sauber-Pilot Pascal Wehrlein überzeugt mit guten Trainingszeiten. Foto: Luca Bruno

Er fährt wieder. Und praktisch nicht langsamer als sein Teamkollege. Pascal Wehrlein startet vielversprechend in sein Comeback-Wochenende. Dabei klingt seine ausgeheilte Verletzung alles andere als leicht.

Sakhir (dpa) - Einen Tag vor seiner Rückkehr in den Formel-1-Wagen beendete Pascal Wehrlein das wochenlange Rätselraten um seine folgenreiche Rückenverletzung.

"Ich sage jetzt einfach, was ich hatte: Ich hatte mir drei Wirbel gebrochen", sagte der 22 Jahre alte Worndorfer Sauber-Pilot. Es habe sich um Kompressionsfrakturen in der Brustwirbelsäule gehandelt. Zwei weitere Wirbel seien gestaucht gewesen. Diese Stauchungen hätten im Nacken angefangen. "Ich habe sehr viel Glück gehabt", betonte Wehrlein.

Nun ist aber alles wieder zusammengewachsen und verheilt. Mit entsprechender Vorfreude nahm Wehrlein vor der Unterkunft seines Rennstalls zur Medienrunde Platz. Und er verteidigte die Teampolitik, sich nicht konkret zu der Verletzung des deutschen Neuzugangs zu äußern. Mercedes, aus dessen Talentschmiede Wehrlein stammt, und Sauber hätten ja genau Bescheid gewusst. "Das einzige Ungünstige war, dass die Medien schlecht geschrieben haben", befand Wehrlein.

Bedenken, dass er noch immer nicht hundertprozentig fit für den Härtetest in der Wüste von Sakhir sein könnte, hat Wehrlein nicht. Er hat seine Grand-Prix-Zwangspause genutzt, um sich körperlich in Form zu bringen. Selbst das China-Rennen vor einer Woche konnte er nicht zu Ende schauen, weil eine Trainingseinheit am Morgen auf dem Programm stand.

Für ihn sei es nun erst einmal wichtig, wieder im Auto zu sitzen und Kilometer zu sammeln. Allzuviel rechnet er sich im Sauber auf dem Bahrain International Circuit nicht aus. Dabei erlebte der ehemalige DTM-Champion bereits Pleiten und Rückschläge genug. Auch schon vor dem folgenreichen Unfall in Miami bei dem sportlich wertlosen "Race of Champions", zu dem er eine Einladung bekommen hatte.

Im Manor fuhr er in der vergangenen Saison, seiner ersten in der Formel 1, meist nur hinterher. Mit dem Wagen war einfach nicht mehr drin. 2017 gibt es das Team schon gar nicht mehr. Es ging pleite. Mercedes wollte den eigenen Nachwuchsfahrer nicht für die Nachfolge des zurückgetretenen Weltmeisters Nico Rosberg, und bei Force India bekam in Esteban Ocon ein anderer Mercedes-Zögling den Vorzug. Der indische Rennstall wird vom deutschen Autobauer mit Antriebseinheiten beliefert. Was blieb, war Sauber. In der vergangenen Saison kam das Schweizer Privatteam nicht über den zehnten und damit vorletzten Platz hinaus. Schlechter war nur Wehrleins damaliger Rennstall.

In diesem Jahr werden die Sauber-Rennwagen von Ferrari-Motoren der 2016er-Baureihe angetrieben. Wehrleins Ersatzmann Antonio Giovanizzi, gleichzeitig auch Ersatzpilot bei Sauber-Partner Ferrari für Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen, schaffte es beim Auftakt in Australien auf Platz zwölf, am vergangenen Sonntag in China schied der Italiener aus. Stammpilot Marcus Ericsson fiel im ersten Rennen aus und kam in Shanghai gerade mal auf Platz 15.

Für Wehrlein werden die 18 Rennen, die ihm nach aktuellem Stand in diesem Jahr bleiben, auch eine Bewährungsprobe. Im Manor hatte er bisweilen sein Können angedeutet und war in Bahrain vor einem Jahr 13. geworden. In Österreich hatte er sogar den einzigen Punkt für das Team als Zehnter geholt. Es waren seine besten Saisonergebnisse. 2017 sieht er "auf jeden Fall nicht als Lehrjahr. Ich will das Maximale aus dieser Saison herausholen, fehlerfrei bleiben, so viele Punkte wie möglich holen", hatte er vor dem richtigen Saisonstart angekündigt.

Darauf dürfte auch Teamchefin Monisha Kaltenborn hoffen. Sie hatte nach der Verpflichtung Wehrleins betont: "Pascal hat in seiner bisherigen Laufbahn sein Talent unter Beweis gestellt – im Formelsport sowie auch in der DTM."

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