„Ein deutliches und nachhaltiges Signal setzen“

Vollkommen verrückt: Stadtrat prüft Stadionverbot gegen Münchens Pinizzotto

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Steve Pinizzotto vom EHC Red Bull München in der Ingolstädter Saturn Arena - dort soll er nun Stadionverbot erhalten.

Wird Steve Pinizzotto vom EHC Red Bull München der erste Profi-Eishockeyspieler in Deutschland, der ein Stadionverbot erhält? Das könnte tatsächlich geschehen.

Die Wellen rund um Steve Pinizzoto schlagen immer höher. Nachdem das Raubein vom EHC Red Bull München wegen seines überharten Checks gegen Mannheims Matthias Plachta für insgesamt fünf Spiele gesperrt worden war, wie tz.de* berichtet, sorgen zwei neue Entwicklungen für weiteren Diskussionsstoff.

Wie am Dienstagabend bekannt geworden war, wurde gegen den 33-Jährigen laut tz.dewegen vorsätzlicher Körperverletzung von einer bislang unbekannten Person Anzeige erstattet, die Staatsanwaltschaft München bestätigte dies. Doch jetzt kommt eine noch kuriosere Baustelle hinzu. Christian Höbusch (Grüne), seines Zeichens Stadtrat in Ingolstadt, prüft ein Stadionverbot für den EHC-Spieler, wie er dem Donaukurier bestätigte. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür sollen nun geprüft und dann bei der nächsten Aufsichtsratssitzung beantragt werden. Höbusch ist Aufsichtsratsmitglied der Stadtwerke Freizeitanlagen GmbH, die die Saturn Arena, die Spielstätte des EHC-Ligakontrahenten ERC Ingolstadt, betreibt.

Stadionverbot für Eishockey-Profi wäre ein Novum

„Er kann nicht so weitermachen“, so Höbusch über Pinizzotto, „es muss ihm gegenüber, auch wenn wir damit gegebenenfalls in den Wettbewerb eingreifen, ein deutliches und nachhaltiges Signal gesetzt werden.“ Der Arena-Betreiber habe die Aufgabe, Körperverletzungen nicht nur „in den öffentlichen Bereichen der Arena“, sondern auch bei Sportveranstaltungen „möglichst präventiv zu unterbinden“, so Christian Höbusch weiter.

Ein Stadionverbot gegen einen Profi-Sportler wäre in Deutschland wohl ein absolutes Novum. Fakt aber ist, dass dem Vorschlag von Höbusch nachgegangen wird. „Wir werden das juristisch prüfen, ob das so einfach möglich ist“, sagte der Freizeitanlagen-Geschäftsführer Thomas Hehl dem Blatt. Und weiter: „Wir müssen da wohl auch die DEL einbeziehen.“ Es erscheint äußerst fraglich, ob ein entsprechender Antrag gute Aussichten auf Erfolg hätte.

DEB-Präsident fordert zur Besonnenheit auf

Im Interview mit tz.de* hatte Marc Hindelang, Vizepräsident des Deutschen Eishockeybundes (DEB), deutliche Worte zu den Vorkommnissen rund um das Duell zwischen dem EHC Red Bull München und den Adler Mannheim gefunden. Er appellierte an alle Beteiligten, die hochgekochten Emotionen herunterzuschrauben, „denn jetzt sollte es nach drei Spielen langsam gut damit sein.“

Die Bestrebungen aus Ingolstadt sind dafür wohl eher nicht förderlich. Kurios zudem: Der ortsansässige ERC war bereits im Viertelfinale an Mannheim gescheitert und ist somit an dem Duell zwischen dem EHC Red Bull München und den Adlern Mannheim, das am Mittwochabend in die vierte Runde geht (mannheim24.de* berichtet im Live-Ticker) gar nicht beteiligt.

fw

*tz.de und mannheim 24.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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