Interview auf dem Fahrrad

Mein VfB Oldenburg: Unterwegs mit Philipp Herrnberger und Dennis Oltmann

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Wir starten mit einer Reihe, in der wir uns mit dem VfB Oldenburg beschäftigen. Wir schauen hinter die Kulissen, sprechen mit den Köpfen und Gesichtern, die für den VfB stehen. Da wir in der Fahrradstadt Oldenburg sind, dachten wir uns, wir beginnen mit dem Geschäftsführer des VfB, Philipp Herrnberger, und einem Vertreter der Sponsoren, der auch für Fahrrad aus Oldenburg steht, Dennis Oltmann von Cycle Union.

Gemeinsam fuhren wir mit dem Rad durch die Stadt. Getroffen haben wir uns bei Cycle Union in Osternburg, wo wir von Dennis eine kurze Einweisung für die E-Bikes bekamen, auf denen wir dann entspannt durch die Stadt gefahren sind.

nordbuzz: Philipp, fährst Du eigentlich gerne Rad?

Philipp Herrnberger: Ja, eigentlich schon. Aber ich komme kaum dazu. In der Regel habe ich so viele Termine, die ich gar nicht mit dem Fahrrad bewältigen kann. Wenn Du gegen Mittag einen Termin in Bremen hast und im Anschluss daran nach Cloppenburg musst, dann ist das auch mit einem E-Bike nicht zu schaffen (lacht).

nordbuzz: Das klingt nach Stress. Was machst Du als Geschäftsführer des VfB Oldenburg eigentlich den ganzen Tag?

Philipp Herrnberger: Kurz zusammengefasst: Ich kümmere mich mit meinem Team um die operative Abwicklung des Fußballs, die Finanzen und das Personal. In erster Linie bin ich gerade dabei, die Oldenburger Wirtschaft davon zu überzeugen, dass der Weg, den wir eingeschlagen haben, der Richtige ist – und dass wir dafür Unterstützung benötigen. Wir möchten mit dem VfB in die dritte Liga. Dafür benötigen wir aber Geld. Unser Etat ist unter kaufmännischen Gesichtspunkten solide. Das heißt allerdings auch, dass wir keine großen Sprünge machen können. Wir haben einen tollen Kader, aber durch Verletzungspech sind wir auch hart an der Kante. Im Grunde genommen machen wir ständig einen Drahtseilakt zwischen sportlichem und wirtschaftlichem Erfolg.

nordbuzz: Da sind wir beim Thema Sponsoring. Dennis, warum sponsert die Cycle Union den VfB?

Dennis Oltmann: Cycle Union ist ein Familienbetrieb aus Oldenburg. Wir möchten deshalb auch etwas für die Region tun – und natürlich hier in Oldenburg und Umgebung unser Unternehmen bekannter machen. Uns hat der familiäre Umgang des VfB mit seinen Sponsoren überzeugt. Natürlich spricht für die Zusammenarbeit, dass der sportliche Bezug zwischen Fußball und sportlichen Fahrrädern gegeben ist. Durch die Vernetzung der Sponsoren – zum Beispiel durch gemeinsames Frühstücken oder andere Veranstaltungen – haben wir die Möglichkeit, unser Produkt “bike2business” vorzustellen.

nordbuzz: Worum geht es da?

Dennis Oltmann: Kurz zusammengefasst geht es darum, dass der Arbeitnehmer sein Lieblingsrad bequem als Dienstfahrrad leasen kann, dabei Steuern spart und privat wie beruflich mobil ist.

nordbuzz: Philipp, zum Thema Ablösesummen: Was würdest Du machen, wenn Du die 222 Millionen Euro Ablösesumme für Neymar zur Verfügung hättest?

Philipp Herrnberger: Die Summe ist so surreal, dass man sie gar nicht packen kann. Sie übersteigt den Umsatz, den der VfB in seiner ganzen Geschichte gemacht hat. Ich finde solche Summen extrem gefährlich für den Fußball, da sie den Glauben an den Sport und dessen Grund­werte zerstören können. Mit so viel Geld könnte man einiges Leid in der Welt beseitigen. Wenn mir dieser Betrag allerdings theoretisch zur Verfügung stünde, würde ich zunächst einmal ein Stadion bauen. Mit diesem ist aus meiner Sicht unsere Vision “VfB in die Dritte Liga” zu erreichen. Wir sind durch die Mehrfachnutzung des Marschwegstadions in vielen Punkten nicht fähig, in den Profifußball einzusteigen. Wir haben kein Flutlicht, durch den Schulsport sind wir an manchen Spieltagen erst in der Lage, die Banden aufzubauen, wenn der Unterricht vorbei ist. Wir haben dort auch keine Rasenheizung und keine ausreichenden Parkplätze. Unabhängig davon, dass wir diese Summe nicht zur Verfügung haben, arbeiten wir aber hart daran, dass wir das Stadion bekommen. Ich glaube, dass wir damit mehr Zuschauer zu uns holen können, da ein reines Fußballstadion mehr Emotionen wecken kann. Damit würde uns mehr Geld zur Verfügung stehen, und wir könnten so solide den Weg in den Profifußball beschreiten. Sollten wir das errei­chen, profitiert letztlich auch Oldenburg davon. Mehr Gästefans bedeuten auch mehr Umsatz in der Stadt. Davon profitieren die Gastronomen, die Hotels und der Sport in Oldenburg an sich.

nordbuzz: Was wünschst Du Dir denn für die Zukunft?

Philipp Herrnberger: Wir möchten den Profifußball nach Oldenburg holen. Dazu brauchen wir die Unterstützung der Oldenburger. Je mehr Menschen davon überzeugt sind, dass wir auf dem richtigen Weg sind, umso mehr kommen bei den Heimspielen ins Stadion und bringen unsere Mannschaft nach vorne! Wenn uns das gelingt, dann sind wir einen Schritt weiter!

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