Wirbel um Greiss - Draisaitl im Anflug

Deutschland unterliegt nach Verlängerung - Dänen-Keeper überragend

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Deutschlands Torwart Danny aus den Birken (r) kann den Schuss von Dänemarks Nichlas Hardt (2.v.l.) abwehren.

Köln - Rückschlag für das Deutsche Team bei der Eishockey-WM. Die DEB-Auswahl unterlag Dänemark nach Verlängerung und büßt wichtige Punkte im Kampf um das Viertelfinale ein.

Nach dem Wirbel um ihren Torhüter Thomas Greiss ist die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der Heim-WM im Rennen um den Viertelfinaleinzug aus dem Tritt geraten. Noch ohne den NHL-Jungstar Leon Draisaitl verlor das Team von Bundestrainer Marco Sturm gegen Dänemark mit 2:3 (2:2, 0:0, 0:0, 0:1, der Spielverlauf im Ticker zum Nachlesen) nach Verlängerung und liegt nach der dritten Niederlage in der Gruppe A drei Punkte hinter dem Tabellenvierten Lettland.

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) muss die letzten beiden Vorrundenspiele am Samstag (20.15 Uhr, wir berichten im Live-Ticker) gegen Aufsteiger Italien und am Dienstag (20.15 Uhr/Sport1) gegen Lettland gewinnen, um noch eine Chance auf die K.o.-Runde zu haben. Spätestens am Dienstag soll auch Draisaitl mitwirken, der am Samstag in Köln erwartet wird.

Wirbel um Greiss - Schlüsselbeinbruch bei Müller?

Der Nürnberger DEL-Rekordtorjäger Patrick Reimer (9.) und der Münchner Brooks Macek (10.) erzielten vor 18.628 Zuschauern in der ausverkauften Lanxess Arena die Tore für die deutsche Mannschaft. Frederik Storm (17.), Morten Poulsen (17.) und Peter Regin (62.) trafen für die Dänen. Mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch schied der Kölner Verteidiger Moritz Müller aus.

Auch Torhüter Philipp Grubauer von den Washington Capitals wird die DEB-Auswahl verstärken, das bestätigte am Abend sein Klub. Sein NHL-Kollege Greiss saß nur auf der Bank, weil er wegen einer Oberkörperverletzung "noch nicht bei 100 Prozent" sei, wie Sturm erklärte. Mit dem Instagram-Like zu einem Hitler-Vergleich hatte der 31-Jährige für Aufregung gesorgt. DOSB-Präsident Alfons Hörmann drohte ihm mit dem Ausschluss aus dem deutschen Olympia-Team. "Wer so agiert oder kommuniziert, kann nicht Teammitglied in Pyeongchang sein", teilte Hörmann dem SID mit.

"Er ist kein Rechtsextremist, er ist kein Nazi", erklärte kurz vor dem Spiel DEB-Vizepräsident Marc Hindelang. Der Goalie der New York Islanders, der seit mehr als zehn Jahren in den USA lebt, bleibe im WM-Kader und werde nicht suspendiert. Greiss hatte im sozialen Netzwerk Instagram einem Post ein "Like" gegeben, der die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mit Adolf Hitler vergleicht. "Nie verhaftet, nie verurteilt, genauso unschuldig wie Hillary", heißt es neben einem Bild Hitlers. Mittlerweile hat Greiss sein "Like" wieder zurückgezogen.

Bilder: Deutschland mit herben Rückschlag gegen Dänemark

Draisaitl könnte schon am Samstag gegen Italien spielen

Hoffnungsträger Draisaitl soll am Samstagmorgen um 10.55 Uhr in Frankfurt landen und am Mittag zum DEB-Team stoßen. Ob der Jungstar der Edmonton Oilers schon am Abend gegen Italien (so sehen Sie die Partie live im TV und Live-Stream) zum Einsatz kommt, ließ Sturm noch offen: "Wir müssen uns unterhalten, wie er sich fühlt. Es war eine lange Saison." Spätestens im letzten Vorrundenspiel am Dienstag (20.15 Uhr/Sport1) gegen Lettland soll der gebürtige Kölner auf dem Eis stehen.

Greiss' Vertreter Danny aus den Birken vom Meister Red Bull München sah einen frühen Rückschlag für das deutsche Team: Müller musste schon nach wenigen Minuten vom Eis und wurde ins Krankenhaus gebracht. Dennoch bestimmte die DEB-Auswahl zunächst das Spiel und ging verdient durch einen Doppelschlag von Reimer, der den Puck aus der Luft ins Tor beförderte, und Macek, der einen Pass von Yannic Seidenberg verwertete, mit 2:0 in Führung.

In nur 25 Sekunden glichen die Dänen aus, und vor beiden Gegentoren wehrte aus den Birken die Scheibe nach vorne ab. Storm und Poulsen waren im Nachsetzen erfolgreich. "Wir müssen einfach wieder geradliniger spielen", forderte Reimer nach dem ersten Drittel bei Sport1.

Im zweiten Durchgang konnte das Sturm-Team vier Minuten in Überzahl nicht zur erneuten Führung nutzen. Die Nervosität der Spieler war deutlich spürbar. Immerhin überstand die DEB-Auswahl 78 Sekunden in 3:5-Unterzahl unbeschadet.

SID

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